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Deich
Biber bringt Sophienthaler in Rage

Vom Jesargraben in Richtung neuer Straße: Sophienthals Ortvorsteher Botmer Mischke zeigt die beiden Schadstellen am Ufer. Am Ortsausgang Richtung Sydowswiese haben Biber Tunnel gebaut, die schon teilweise eingefallen sind.
Vom Jesargraben in Richtung neuer Straße: Sophienthals Ortvorsteher Botmer Mischke zeigt die beiden Schadstellen am Ufer. Am Ortsausgang Richtung Sydowswiese haben Biber Tunnel gebaut, die schon teilweise eingefallen sind. © Foto: MOZ/Grieger
Ulf Grieger / 13.02.2018, 06:00 Uhr
Sophienthal (MOZ) Jetzt könnte sich bald rächen, dass die Gemeinde Letschin die Sophienthaler Oderstraße vom Land übernommen hat. Zwar hatte das Land diese Straße in den vergangenen Jahren umfassend saniert. Die Gemeinde und insbesondere die Sophienthaler dachten, dass sie nun ein paar Jahre Ruhe vor weiteren Kosten haben. Doch nun sorgen Biber dafür, dass diese Errungenschaft bald zusammenfallen könnte wie ein Kartenhaus. Ortsvorsteher Botmer Mischke hat am Montag bei einem Vor-Ort-Termin gezeigt, dass vom Ufer des Jesargrabens aus Röhren in Richtung Straßendamm führen. Ein Teil ist bei Mäharbeiten bereits eingesackt.

Während die Biber am Jesargraben, einem Gewässer der zweiten Ordnung, Schaden machen, wurde ihnen am Haupt-Oderdeich nur wenige Hundert Meter weiter nördlich mit Stahlgittern und Spundwänden das Eingraben am Sophienthaler Bruch verwehrt. Im Eis sind jetzt ihre Spuren gut zu verfolgen. Die kommen von ihrer großen Biberburg aus nun unter dem Eis bis vor dem gesicherten Deichfuß aus dem Wasser und überqueren den Damm, um auf Futtersuche zu gehen. Botmer Mischke, der an vielen Stellen schon Versuche zur Schadensbegrenzung initiiert und beobachtet hat, zweifelt, dass es reicht, nur ein kurzes Stück Damm mit Stahl zu sichern: Die Nager versuchen weiterhin, in den Damm zu graben.

Deichsicherheit und Bibermanagement sind Themen der öffentlichen Gemeindevertretersitzung am Donnerstag um 19 Uhr im Letschiner Haus Lichtblick.

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Ralf H. Janetschek 17.02.2018 - 10:45:17

Der Biber als Problem

Die Diskussion über die Biberschäden in Brandenburg läuft jetzt seit einigen Jahren, ohne das bisher greifbare Resultate zu verzeichnen gewesen wären. Bei korrekter Betrachtung stellt sich das Problem doch recht einfach und übersichtlich dar, es wird nur unverständlicherweise kompliziert gemacht. Das Biberproblem ist übrigens nicht besonders neu, im 18. Jahrhundert gab es bereits vergleichbare Schäden durch den Biber besonders im Oderbruch. Die Sache wurde 1765 durch Befehl Friedrichs des Großen abschließend geregelt, welcher die Ausrottung des Bibers anordnete. Um 1800 wurde schließlich der letzte Biber im Oderbruch getötet. Das Oderbruch war dann bis Mitte der 1980er Jahre biberfrei.  Nur weil er, der Biber, derzeit geschützt ist, heißt es nicht, daß dies auch in Zukunft so bleiben muß. Von Menschen gemachte Gesetze kann der Mensch auch wieder ändern/aufheben.   Die Lösung für das Biberproblem im Oderbruch stellt sich recht einfach dar: Wiederausrottung. Ralf H. Janetschek, Letschin

Helmuth Meixner 13.02.2018 - 19:00:50

Typisch

Wer den Graben sieht, der weiß wer hier die Schuld trägt. Der Biber ist es NICHT!

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