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Eigenheimbauer haben in Hauptstadtnähe mit steigenden Preisen zu tun / Altkreis Seelow preislich stabil

Bodenpreise
Lebus ist das Berlin des Oderlands

Beliebtestes Bauland in der Region: In der Oderstadt Lebus wurden im Jahr 2017 neun Grundstücke verkauft. Damit ist der Ort unweit von Frankfurt Vorreiter im Altkreis Seelow.
Beliebtestes Bauland in der Region: In der Oderstadt Lebus wurden im Jahr 2017 neun Grundstücke verkauft. Damit ist der Ort unweit von Frankfurt Vorreiter im Altkreis Seelow. © Foto: Matthias Lubisch
Josefine Jahn und Jens Sell / 13.02.2018, 06:40 Uhr
Seelow (MOZ) Während in der Bundeshauptstadt die Preise für Mieten immer mehr steigen, ziehen viele in ländliche Gegenden. Die Nachfrage lässt auch in Märkisch-Oderland Baulandpreise steigen. Im Seelower Raum halten sich die Kosten für Grundstücke jedoch immer noch in Grenzen.

Insgesamt 854 Baugrundstücke haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 im Landkreis Märkisch-Oderland den Eigentümer gewechselt. "Davon entfielen 48 Kauffälle auf die Orte im Altkreis Seelow, wobei mit neun Käufen Lebus die Nase vorn hat", sagt Katasteramtsleiter Jürgen Proft. Das Preisniveau liegt hier am höchsten mit Quadratmeterpreisen zwischen 32 und 40 Euro.

In der Kreisstadt Seelow wurden sieben Grundstücke erworben und damit zwei mehr als 2016. Die Preise je Quadratmeter lagen 2017 bei 26 Euro, was zwei Euro mehr waren als im Jahr davor. Diese Zahlen sind verhältnismäßig günstig, wenn man sie mit jenen aus dem Speckgürtel vergleicht. Dort haben sich die Bodenrichtwerte in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht. Etwa in Klosterdorf, als Ortsteil der Gemeinde Oberbarnim zum Amt Märkische Schweiz gehörend, liegt - für Berlinpendler attraktiv - einerseits am Naturpark Märkische Schweiz und gleichzeitig nur drei Kilometer vom S-Bahnhof Strausberg-Nord entfernt. Nördlich hiervon entsteht derzeit ein Wohnpark mit 300 Wohneinheiten. Ddas Interesse nach Wohnen im Grünen samt Stadtnähe reißt nicht ab, bestimmt aber auch den Kaufpreis je Quadratmeter Grundstück. So haben sich die Bodenrichtwerte in Hoppegarten, Neuenhagen, Fredersdorf-Vogelsdorf und Petershagen-Eggersdorf in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und sind teilweise darüber hinaus angestiegen. Am Neuenhagener Wohnpark Gruscheweg zahlt man momentan 190 Euro pro Quadratmeter. In Hönow-Süd wurden sogar Grundstücke zu 240 Euro den Quadratmeter verkauft. Und auch in Strausberg sind die Quadratmeterpreise im dreistelligen Preis nicht Besonderes mehr.

Der Gutachterausschuss, dessen Vorsitzender Jürgen Proft ist, sah sich noch vor 13 Jahren gezwungen, den Quadratmeter-Bodenrichtwert um 20 Prozent auf 50 Euro zu senken. Auch in Strausbergs Wohnparks senkten sich die Preise nach dem umsatzarmen Jahr 2005 auf Quadratmeterpreise zwischen 65 und 85 Euro. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie das Fehlen gut bezahlter Arbeitsplätze, haben sich seither verbessert, die Preise für Grundstücke im berlinnahen Raum steigen wieder.

Für den Altkreis Seelow sieht Jürgen Proft keinen Anstieg kommen. Am höchsten gestiegen waren die Bodenpreise 2017 im Vergleich zum Vorjahr in Quappendorf, wo der Quadratmeter neun Euro im Vergleich zu 4 Euro in 2016 kostete, sowie in Platkow. Dort zahlte man im vergangenen Jahr 10 Euro den Quadratmeter, 2016 noch 5 Euro. In Alt-Zeschdorf/Hohenjesar und Wulkow bei Booßen blieb der Preis gleich bei 24 Euro. Ebenfalls keine Veränderung zum Vorjahr fanden sich bei den Verkaufspreisen in Podelzig (15 Euro/qm), Petershagen (13 Euro/qm) und Letschin (17 Euro/qm).

Am günstigsten waren Grundstücke in Alt Tucheband mit sechs Euro den Grundstücksquadratmeter, gefolgt von den Neuhardenberg-nahen Dörfern Quappendorf und Trebnitz mit jeweils neun Euro. Im Mittelfeld bewegen sich Dolgelin und Gusow mit jeweils 15 Euro den Quadratmeter. "Auch für das laufende Geschäftsjahr rechne ich mit eher verhaltener Nachfrage bei großem Angebot, sowie einer geringfügigen Bodenpreiserhöhung", lautet Jürgen Profts Einschätzung für 2018.

Bodenrichtwerte


■ Seelow: 26 Euro/m2
■ Lebus: 32-40Euro/m²
■ Petershagen: 13 Euro/m²
■ Quappendorf: 9 Euro/m²
■ Jahnsfelde: 12 Euro/m²
■ Gusow: 15 Euro/m²
■ Platkow: 10 Euro/m²
■ Alt-Tucheband: 6 Euro/m²
■ Letschin: 17 Euro/m²
■ Neuhardenbg.: 15 Euro/m²
■ Trebnitz: 9 Euro/m²
■ Dolgelin: 15 Euro/m²
■ Groß Neuend.: 10 Euro/m²
■ Wulkow b. B.: 24 Euro/m²
■ Alt Zeschdorf: 24 Euro/m²
■ Hohenjesar: 24 Euro/m²
■ Der Gutachterausschuss beschließt in seiner jährlich stattfindenden Bodenrichtwertsitzung auf der Grundlage der aktuellen Kaufverträge des Vorjahres jeweils neue Bodenrichtwerte für Bauland, Gewerbeflächen, Sondererholungsflächen sowie für land- und forstwirtschaftliche Flächen.

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