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Barnimer Bodenschutzamt eröffnete im vergangenen Jahr 22 Verfahren wegen illegaler Müllablagerungen

Umweltsündern auf der Spur

© Foto: Peter-C. Neigenfind
Sabine Rakitin / 13.02.2018, 07:30 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Insgesamt 22 Fälle von illegaler Müllentsorgung sind im vergangenen Jahr im Barnim aufgeklärt worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Montag mit.

Beinahe jeden Tag erreichen das Bodenschutzamt des Landkreises Barnim Anzeigen über illegale Müllablagerungen aus dem gesamten Kreisgebiet. "Vornehmlich handelt es sich hierbei um Sperrmüll", stellt Amtsleiter Joachim Hoffmann fest. "Es sind jedoch auch Ablagerungen von Hausmüll, meist in Säcke verpackt, sowie Bauschutt zu verzeichnen." Darüber hinaus fänden sich gefährliche Abfälle wie beispielsweise Dachpappe oder Asbestplatten, listet der Amtsleiter auf.

Wie in solchen Fällen üblich, wird durch die untere Abfallwirtschaftsbehörde versucht, verwertbare Spuren wie beispielsweise Adressen auf Briefen oder andere Hinweise zu sichern, die unter Umständen zum Verursacher führen könnten. Darüber hinaus ist seit dem vergangenen Herbst eine durch das Bodenschutzamt in Zusammenarbeit mit der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH (BDG) initiierte Müllstreife unterwegs. Ihr gelang es beispielsweise, ein Abrissunternehmen ausfindig zu machen, das im Verdacht steht, für massive Bauschuttablagerungen im vergangenen Jahr verantwortlich gewesen zu sein.

"Insgesamt konnten im Jahr 2017 von der Barnimer Behörde 22 Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet werden. In vier Fällen ist ein Verwarngeld verhängt, in acht Fällen ein Bußgeldbescheid erlassen worden", zieht Oliver Köhler, Pressesprecher des Landkreises, Bilanz. "Sechs Verfahren befinden sich noch in Bearbeitung. Es drohen Strafen bis zu 50000 Euro", erklärt Köhler.

Mehr als 600 Meldungen illegaler Müllablagerungen sind in der Kreisverwaltung bis Ende 2017 eingegangen. Insgesamt handelte es sich um knapp 600 Tonnen Unrat, die in die Landschaft - vor allem im Randberliner Bereich - abgekippt wurden. Die Beseitigung kostete den Landkreis an die 200000 Euro.

Die Zunahme an Meldungen aus der Bürgerschaft - 2016 waren 470 illegale Entsorgungen registriert worden - geht auch auf das Engagement des Ortsvorstehers von Birkholz, Dieter Geldschläger, zurück. Er hatte im vergangenen Frühjahr die Behörden mobilisiert, weil in der Nähe des Dorfes immer wieder Berge von Unrat abgekippt worden waren. Regelmäßig wurden ganze Wagenladungen von Bauschutt und Sondermüll am Ortsrand gefunden.

Im Juli 2017 trafen sich auf Einladung der Barnimer Umweltdezernentin Silvia Ulonska verschiedene Behörden, um über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Umweltsünder zu beraten. Im September wurden zunächst gelbe Warnschilder aufgestellt, die die Umweltsünder abschrecken sollten. Im Oktober nahm dann auch die Barnimer Müllstreife ihre Arbeit auf.

"Dennoch ist eine Sensibilisierung der Bürger weiterhin enorm wichtig", stellt Pressesprecher Oliver Köhler fest. Zeugen, die Beobachtungen zu illegalen Müllablagerungen gemacht haben oder aber Hinweise zu den Verursachern geben können, werden gebeten, sich bei der unteren Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises Barnim unter der Telefonnummer 03334 5262066 zu melden. Die Hotline ist rund um die Uhr geschaltet.

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