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Carsten Zinn, Vorsitzender des Wählerbündnisses, lehnt favorisierten Museumsdepot-Standort ab

Russenmagazin
"Mehrgenerationenhaus für Ostend"

Räumungsverkauf in Ostend: Der Möbelmarkt ist nur noch bis Ende März täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Räumungsverkauf in Ostend: Der Möbelmarkt ist nur noch bis Ende März täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet. © Foto: MOZ/Sven Klamann
Sven Klamann / 13.02.2018, 20:46 Uhr
Eberswalde (MOZ) Möbelhändler David Fritsche ist Anfang dieser Woche von der Saarstraße 8a  in Ostend an die Eberswalder Straße 63 in Finow umgezogen, hat sein bisheriges Vollsortiment auf Küchen umgestellt und sich bei der Verkaufsfläche von knapp 700 Quadratmeter auf rund 100 Quadratmeter verkleinert. Für die Stadtverordneten sowie für die Öffentlichkeit überraschend und nicht zum Unwillen der Rathausspitze hatte er im Dezember seinen Pachtvertrag mit der Stadt aufgekündigt, obwohl von der Politik alles dafür getan worden war, dass er im ehemaligen Russenmagazin hätte bleiben können. Zu den Gründen für seine Entscheidung will der Unternehmer nach wie vor offiziell keine Stellungnahme abgeben. "Dazu sage ich gar nichts", reagierte David Fritsche am Dienstag auf eine Anfrage der Märkischen Oderzeitung.

Damit wäre für die Stadtverordneten der Weg frei, dem Vorschlag der Verwaltungsspitze zu folgen, das ehemalige Russenmagazin zum Standort für das Museumsdepot zu küren. Bisher werden mehr als 10 000 Exponate, die nicht in der Dauerausstellung in der Adler-Apotheke zu sehen sind, in einem dafür nicht geeigneten Nebengebäude des ehemaligen Institutes für angewandte Tierhygiene in Nord-end gelagert - mit der Folge, dass Schimmel und Schädlingsbefall den Zeugnissen des regionalen Kulturerbes zusetzen.

Die Rathausspitze hat das ehemalige Russenmagazin von Anfang an als neuen Standort für das Depot favorisiert, weil es sich als einzige der überprüften Immobilien im Besitz der Stadt befindet. Alle anderen Hallen hätten angemietet werden müssen.

Wer nach dem Umzug des Möbelhändlers jetzt ein einmütiges Ja der Stadtverordneten zum Vorschlag der Rathausspitze erwartet, liegt falsch. Das Unabhängige Wählerbündnis Eberswalde kündigt an, der Beschlussvorlage erneut nicht zuzustimmen. Dies sei zum einen der Tatsache geschuldet, dass der Möbelhändler nicht ganz freiwillig nach Finow gegangen sei. "Zumindest konnten wir in mehreren persönlichen Gesprächen den Eindruck gewinnen, dass die Fachdezernate Bau und Soziales ... sanften bis massiven Druck auf den Möbelhändler ausgeübt haben", schreibt der Fraktionsvorsitzende Carsten Zinn. Zum Anderen bleibe die Fraktion dabei, dass sie den Standort am Rande von prosperierenden Wohngebieten als Museumsdepot für ungeeignet halte. Das ehemalige Russenmagazin sollte stattdessen perspektivisch zu einem Mehrgenerationenhaus entwickelt und das regionale Kulturgut dafür langfristig in einer angemieteten Halle im Gewerbepark aufbewahrt werden.

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