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Baubranche der Region auf Wachstumskurs / Druck der Häuslebauer auf neue Siedlungsflächen steigt / Fachkräfte-Nachfrage steigt

Aufschwung
Baustoffhandel spürt Konjunktur

Seltenes Bild: Fast die komplette Mannschaft des Angermünder ABE-KSK-Baumarkts auf einen Blick. Das Unternehmen beschäftigt 24 Leute. Die Baubranche boomt.
Seltenes Bild: Fast die komplette Mannschaft des Angermünder ABE-KSK-Baumarkts auf einen Blick. Das Unternehmen beschäftigt 24 Leute. Die Baubranche boomt. © Foto: ABE
Oliver Schwers / 13.02.2018, 20:56 Uhr
Angermünde (MOZ) Der regionalen Wirtschaft geht es gut. Handwerk hat wieder goldenen Boden. In Angermünde, Schwedt und anderen Orten wird Bauland gesucht. Das merkt auch der Baustoffhandel. Daumen hoch - so die Bilanz der neuen Geschäftsführer von ABE KSK ein Jahr nach dem Start.

Die Unternehmensnachfolge ist gelungen. Daniel Schulz und Willi Kays schauen sich sichtlich zufrieden über den Schreibtisch an. Jeden Abend sitzen sie im kleinen Chef-Zimmer des Angermünder ABE-KSK-Baumarktes und rechnen, planen, diskutieren. Die Doppelrunde ist seit einem Jahr Pflicht.

Da haben der 28-jährige Kays und der 44-jährige Schulz das Geschäft von ihrem Vorgänger in Eigenregie übernommen. Kein leichter Schritt, doch sie bereuen es nicht. Beide verbringen gemeinsam mehr Zeit miteinander in der Firma als mit ihren Familien. Doch das gehört zum Geschäftsführer-Alltag, der morgens kurz nach 7 Uhr beginnt und bis nach 18 Uhr dauert.

Dazwischen verkaufen sie Heizöl, Blumenerde und Abwasserrohre - und alles, was sonst noch in den Regalreihen und Lagern eines Bau- und Brennstoffhandels ausliegt. Wie viele Einzelpositionen da zusammenkommen, können beide nicht einmal schätzen.

Zum einjährigen Geburtstag ihrer Neugründung haben sie Torten bestellt mit der Ziffer 1 drauf. "Ein gutes Jahr", sagt Daniel Schulz. "Die Planzahlen haben wir erreicht." Der Umsatz steigt. Ein Lastwagen und ein Stapler wurden neu angeschafft. "Und wir merken die Konjunktur wie auch die neuen Bauprojekte in der Region", so Schulz. Zwar ist der Januar saisonüblich in der Branche der schwierigste, weil der Winter für eine Zwangspause sorgt, doch der Frühling naht bald. Die Handwerker scharren schon unruhig mit den Füßen. Überall wird erweitert, saniert und ausgebaut. Und der Zuzug von Berlinern ist zu spüren. Die bestellen in der Woche am Telefon das Material, das sie am Wochenende auf ihrem frisch erworbenen Uckermark-Grundstück verbasteln.

Wenn es nach Willi Kays, Daniel Schulz und vielen ihrer Kunden ginge, dann müssten Angermünde und die Ortsteile viel mehr Bauland ausweisen. Sie merken den Druck auf freie Flächen. "Und die Handwerker, die oft in Berlin tätig sind, wollen lieber hier arbeiten", so Willi Kays. "Die Stadt muss dafür etwas tun. Ich glaube weiter an die Region." Das hat er schon vor einem Jahr gesagt. Als Unternehmer will er damit eine optimistische Stimmung verbreiten. Die Zeit der Bauflaute ist vorüber. Heute können junge Handwerker keinen eigenen Betrieb gründen, weil sie gar keine Fachkräfte finden.

Daher hat ABE gleich die Personalfrage geklärt. Ab sofort soll jährlich ein Lehrling pro Jahr eingestellt werden. Der Betrieb bildet drei Fachrichtungen aus. Der erste Azubi arbeitet längst im Geschäft. "Man braucht sich nicht selbst regional nennen, wenn man Jugendlichen keine Chance gibt", so Kays. Um die müsse man sich selbst bemühen. Die Zeiten, in denen die Arbeitsagentur ganze Reihen an Bewerbern schickte, sind lange vorbei.

Die beiden Chefs wollen nicht nur Geld verdienen und den Markt mit seinen 24 Leuten durch die harte Konkurrenz der großen Mitbewerber steuern. Sie wollen auch die Unternehmerschaft der Region verknüpfen. Groß-Grill-Ereignis für die Handwerkskunden, Unternehmerfrühstück und ein Regionalmarkt sind dafür erste Ansätze, die gut ankommen.

Die Angermünder sind inzwischen deutschlandweit bekannt in der Branche. Wenn sie mit Lieferanten oder Kooperationspartnern telefonieren, fangen die oft an zu lachen. Wegen des Lärms im Hintergrund. Dann heißt es: "Ach ja, Ihr seid ja die mit den Papageien und Affen." Die bekamen zum ersten Geburtstag allerdings keine Torte.

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