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Kurstadt startet mit Exposés für "Villa Helene" und Kreishaus Vermarktungsoffensive beider Standorte

Hotel-Investoren gesucht

Möglicher Hotel-Standort: Was 1902 begann, dann unterbrochen wurde, soll nach Möglichkeit wieder Realität werden. Denn im Hotel "Villa Helene" logierten einst Gäste des Kurhauses. Vorstellbar wäre in Zukunft eine Dependance fürs Kurmittelhaus
Möglicher Hotel-Standort: Was 1902 begann, dann unterbrochen wurde, soll nach Möglichkeit wieder Realität werden. Denn im Hotel "Villa Helene" logierten einst Gäste des Kurhauses. Vorstellbar wäre in Zukunft eine Dependance fürs Kurmittelhaus © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 14.02.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 14.02.2018, 09:19
Bad Freienwalde (MOZ) Noch gut zwei Jahre bleiben Bad Freienwalde, um die Auflagen zur endgültigen Anerkennung als "Moorheilbad" zu erfüllen. Dazu gehört ein Hotel. Standorte gibt es, aber noch keinen Investor. Die will die Stadt jetzt mit zwei Exposés finden - für die "Villa Helene" oder für das ehemalige Kreishaus.

Noch sind sie nicht gedruckt, aber fertig. Sie tragen die Handschrift von Astrid Goschin, die seit Herbst vergangenen Jahres von der Privatwirtschaft ins Bauamt der Stadt Bad Freienwalde gewechselt ist. Sie kennt sich aus in Bad Freienwalde, hat jahrelang als Planer die Entwicklung mit begleitet. Mit den zwei vorliegenden Exposés hat sie den Verantwortlichen in der Stadt - den Stadtverordneten und dem Wirtschaftsförderer Guido Voigt, zwei wichtige Unterlagen an die Hand gegeben. Damit will und muss die älteste Kurstadt der Mark Brandenburg Investoren finden, die ihr Geld in Bad Freienwalde anlegen wollen. In ein Hotel mit Sport- und Wellnessbereich. So wie es der Landesfachbeirat für Kurorte und das Gesundheitsministerium in Potsdam fordern. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Am 30. Juni 2020 wird abgerechnet. Bis dahin muss das Hotel, oder am besten zwei, zwar nicht stehen - aber die Voraussetzungen müssen von der Stadt geschaffen sein. Und das fängt mit einer offensiven Vermarktung an.

Wie schwierig das ist, zeigt die bereits seit 2017 laufende Onlinevermarktung der "Waldstadt". Zirka 400 Adressaten wurden angeschrieben. Von 74 hat es eine Rückmeldung gegeben, 70 ohne Interesse, sich den Standort näher anzuschauen, informierte Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) in einem Pressegespräch am Montag.

Nun liegt es im Geschick der Verantwortlichen, potentiellen Investoren die Stadt der Könige und Königinnen, der Politiker und Schriftsteller, die Stadt vor den Toren der Hauptstadt, das "Moorheilbad Berlins" schmackhaft zu machen. Die zwei Exposés sind ein Schritt dahin.

Erarbeitet wurden sie für die wunderschön im Brunnental gelegene "Villa Helene" in den Heiligen Hallen und für das ehemalige Kreishaus in der Amtsstraße im Zentrum der Stadt. Beide Standorte sind laut einer Machbarkeitsstudie geeignete Hotelstandorte mit Charme und Kapazität für die der Stadt auferlegten Kriterien - Beherbergung und Wellness. Wobei die Machbarkeitsstudie dem Kreishaus den Vorrang gibt. Die Stadtverordneten hatten sich für den Kauf dieses Objektes entschieden, um es als mögliches Spekulationsobjekt vom Markt zu nehmen und es für eigene den Kurort erhaltende Maßnahmen zu sichern. Die Beurkundung ist inzwischen erfolgt. Zum 1. März geht es ins Eigentum der Stadt über.

Anders sieht es bei der "Villa Helene" aus. Die fristet seit Jahren ein eher trauriges Dasein und steht seit 1995 leer. Das Gebäude befindet sich in Privateigentum. Der Eigentümer, der in Australien lebt, wolle im April dieses Jahres wieder nach Bad Freienwalde kommen, informierte der Bürgermeister die Presse. Gegenüber der Stadt habe er signalisiert, dass er nicht mehr in das Objekt investieren wolle, sagte Ralf Lehmann.

Das lässt auf einen Verkauf des 1902 als Hotel "Villa Helene" errichteten Objekts hoffen. Es sei einmal die Dependance des Kurhauses gewesen, ergänzte Astrid Goschin. Es könnte künftig die Dependance fürs Kurmittelhaus werden. "Oder die Alternative zu einem Anbau fürs Kurmittelhaus. Das wird aber der Ideenwettbewerb bringen", so Ralf Lehmann. Vorausgesetzt die Stadtverordneten entscheiden sich für eben diesen.

Die zwei Exposés sollen in Kürze online gestellt und damit einem breiten Publikum bekannt gemacht werden, so Ralf Lehmann. "Wir zeigen damit dem Landesfachbeirat und dem Gesundheitsministerium, dass wir aktiv daran arbeiten, Maßnahmen einzuleiten."

Info: Stadt Bad Freienwalde, Wirtschaftsförderung, Guido Voigt, Tel: 03344 412117, E-Mail: g.voigt@bad-freienwalde.de

Informationen aus den Exposés:


■ Das Kreishaus in zentraler Lage hat eine Gesamtfläche von 11 230 Quadratmeter und besteht aus Kreishaus (erbaut 1876), Landratsvilla (erbaut 1925) und Torhaus (als Durchgang erbaut). Das Ensemble befindet sich im historischen Stadtkern. Der Einsatz von Städtebau-Fördermitteln beim Umbau ist möglich.
■ Geplant ist ein Vier-Sterne-Hotel, mit Wellness, frischer Gastronomie, Zimmern, die dem heutigen Anspruch gerecht werden. Es sollte Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge ins Umland sein, zentral eingebunden, damit die Stadt vom Hotel profitiert.
■ Die "Villa Helene"wurde 1902 als Hotel im Baustil des Späthistorismus errichtet. Nach 1952 wurde das Gebäude als Polizei-Sanatorium umgebaut. 1960 erfolgte der zweigeschossige Anbau an der rechten Giebelseite und um 1975 wurden weitere schmucklose Nebengebäude hinzugefügt. Gesamtfläche: 2539 Quadratmeter.
■ Die Etablierung eines Hotels im Stadtkern oder im Kurgebiet zur Schließung der Lücke im Beherbergungsangebot ist Bestandteil des Sanierungsplans. Der Einsatz von Städtebaufördermitteln ist möglich. (Quelle: Exposé der Stadt Bad Freienwalde)

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