Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

BVB/Freie Wähler schicken in letzter Minute einen eigenen Kandidaten zur Landratswahl am 22. April ins Rennen

Landratswahl
Sven Weller sorgt für ein Männer-Quintett

Tritt für BVB/Freie Wähler an: Sven Weller wirf seinen Hut zur Landratswahl in den Ring
Tritt für BVB/Freie Wähler an: Sven Weller wirf seinen Hut zur Landratswahl in den Ring © Foto: Privat
Sabine Rakitin / 14.02.2018, 07:30 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist am 15. Februar, 12 Uhr, hat sich zu den vier Landratskandidaten von SPD, CDU, Bürgerfraktion Barnim/Freie Wählergemeinschaften und Bündnisgrünen noch ein fünfter gesellt. Der Finowfurter Sven Weller tritt für BVB/Freie Wähler an.

Der Barnim-Ableger der Brandenburger Vereinigten Bürgerbewegungen/Freie Wähler konnte sich lange nicht so recht entscheiden. Sollte BVB/Freie Wähler einen eigenen Kandidaten ins Rennen um den Chefsessel im Landratsamt schicken oder das doch lieber bleiben lassen? Bei einem Treffen am vergangenen Donnerstag brauchte die Führungsriege um den Bernauer Péter Vida an die drei Stunden, um sich zu entscheiden.

Einigkeit herrschte unter den 13 Anwesenden von Anfang an in einem: Auf jeden Fall will BVB/Freie Wähler einen "roten" Landrat verhindern. Von daher schlossen die Männer die Unterstützung des Kandidaten der SPD, Daniel Kurth, von vornherein und einstimmig aus - ebenso wie eine Unterstützung von Michael Luthardt, den Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen.

Den Bewerber der CDU, Othmar Nickel, wollte die Führungsriege von BVB/Freie Wähler ebenfalls nicht mittragen, obwohl dabei bereits Unterschiede zwischen den Vertretern aus dem Ober- und dem Niederbarnim zutage traten, wie Teilnehmer der Runde berichteten. Demnach könnte Nickel im Falle einer Stichwahl durchaus mit Stimmen von BVB-Leuten aus Bernau rechnen.

Mark Matthies, Kandidat Nummer vier, der für die Bürgerfraktion Barnim/Freie Wählergemeinschaften (FWG) antritt, schlossen die Bürgerbewegten um Vida ebenfalls aus. Die FWG seien im Niederbarnim die erklärten Gegner von BVB/Freie Wähler. Eine Zusammenarbeit mit ihnen sei mehrfach versucht worden und gescheitert. Selbst die Namensgebung der Kontrahenten werten BVB/Freie Wähler als Versuch, die Wähler zu täuschen und ihnen zu schaden.

Letztlich einigte man sich in der Runde am vergangenen Donnerstag knapp dafür, doch noch einen eigenen Kandidaten zur Landratswahl am 22. April ins Rennen zu schicken. Da sich in der Führungsriege niemand fand, wurde unter den nicht anwesenden BVB/Freie Wähler-Mitgliedern nach einem geeigneten Bewerber gesucht. Noch am selben Abend erhielt Sven Weller einen Anruf, ob er bereit sei, als Landratskandidat anzutreten.

"Ich war zunächst ziemlich überrumpelt", erzählt der 43-jährige Finowfurter, aber er habe sofort ja gesagt, weil ihm versichert worden sei, dass das knappe Abstimmungsverhalten - sechs Stimmen für einen eigenen Kandidaten, fünf dagegen, zwei Enthaltungen - nichts mit ihm persönlich zu tun gehabt habe.

Die offizielle Nominierung von Sven Weller als Kandidat von BVB/Freie Wähler zur Landratswahl am 22. April erfolgte am Montagabend auf einer Mitgliederversammlung in Bernau. In einer Pressemitteilung, die Vorsitzender Péter Vida am Dienstag verbreitete, heißt es: "BVB/Freie Wähler stellt mit Sven Weller einen jungen und entschlossenen Kandidaten, der von Anfang an konsequent gegen die Kreisgebietsreform gestanden und durch intensive Unterschriftensammlung geworben hat." Als Chef der Kreisverwaltung wolle der 43-Jährige durch moderne Arbeitsmethoden eine Effizienzsteigerung und mehr Bürgernähe erreichen.

Der gelernte Konstruktionsmechaniker stehe für eine tiefgründige und hartnäckige Arbeit in der Kommunalpolitik. Als sachkundiger Einwohner der Kreistagsfraktion im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages vertrete er dabei klare politische Inhalte.

In der Tat machte sich Sven Weller in der jüngeren Vergangenheit immer wieder für eine veränderte Energiepolitik des Landkreises stark und kritisierte insbesondere, dass die Gründung der Kreisenergiewerke "ohne inhaltliche Zielvorgaben" erfolgte. Als Landratskandidat will er sich weiterhin dafür einsetzen, dass in der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim die Windeignungsgebiete geändert werden, um so allgemein weniger Windräder im Barnim zu errichten und konkret hierbei den Liepnitzwald auszusparen. Eine weitere Kompetenzzuweisung an die Energiewerke lehnt Weller ab.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht er in einer besseren infrastrukturelle Versorgung der ländlichen Teile des Barnim. So plädiert Weller für den Ausbau des Rufbusnetzes und eine Veränderung des Landesnahverkehrsplanes hin zu einer höheren Taktdichte der Regionalbahnen und der S2. Zugleich will der BVB/Freie Wähler-Kandidat noch vor der Wahl einen Plan für die Neugestaltung der Kreisumlage zugunsten der Kommunen vorlegen. Und nicht zuletzt unterstützt Weller die landesweite Initiative von BVB/Freie Wähler zur Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen in Brandenburg.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG