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Bauunternehmer Wilhelm Schulte hat demografischen Wandel im Blick / Häuser für Berliner in Leuenberg

Unternehmen
Barrierefrei in die Zukunft

Jens Sell / 14.02.2018, 18:38 Uhr
Strausberg (MOZ) Seit 25 Jahren ist der Unternehmer Wilhelm Schulte in der Region als Erschließungsträger, Bauträger und Bauunternehmer aktiv. Mit Dementen-WG und Tagespflege reagiert er auf den demografischen Wandel. Berlinern baut er Häuser in Leuenberg.

Vor zwei Jahren baute Wilhelm Schulte aus dem früheren Café Nord ein Mehrfamilienhaus. 15 barrierefreie Wohnungen und eine Wohngruppe für zehn an Demenz erkrankte Personen wurden im letzten Jahr bezogen. Die Wohngruppe wird vom privaten Träger Pflegetraum betreut. Die Gemeinschaftsräume und die jeweiligen Einzelzimmer der Wohngemeinschaft standen nie leer. Der Aufzug über drei Etagen bis in den Keller gewährleistet, dass auch Menschen mit Behinderungen komfortabel wohnen können. Schon 2005 brachte Schulte in Kagel ein ehemaliges Ferienheim in Schuss und baute es ebenfalls zur Demenz-WG um. Dort werden die Bewohner vom freien Träger "Oldie-WG" umsorgt. Jetzt legen die Handwerker letzte Hand im Innenausbau der neuen Tagespflege im Lokschuppen, gleich neben dem Firmensitz in den früheren Gebäuden der Strausberger Eisenbahn in der Walkmühlenstraße gelegen, an. Dementen-WGs, barrierefreie Wohnungen, Tagespflege - ist das die neue strategische Ausrichtung der Schulte-Gruppe?

"Diese am demografischen Wandel orientierten Investitionen in Bestandsobjekte sind bisher nur eine Randerscheinung", sagt Wilhelm Schulte. Schon 1999 habe er im sachsen-anhaltinischen Alsleben ein großes barrierefreies Mehrfamilienhaus mit Tagespflege für demente Patienten gebaut. Betreut werden sie vom Arbeiter-Samariter-Bund. "Diese ist seit 2000 permanent ausgelastet", bilanziert Wilhelm Schulte und stellt fest: "Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen ist enorm, wir können den Bedarf nicht befriedigen." Es gebe zwar erste Überlegungen für weitere Investitionen in diese Richtung, aber die seien noch nicht spruchreif.

Unterdessen pflegt die Schulte Gruppe zudem ihr Kerngeschäft: die Erschließung von Baufeldern, die Vermarktung von Baugrundstücken und den Hausbau auf Vorrat. Häuser auf fremde Rechnung werden nach wie vor von der Schulte Bau errichtet. Damit reagiert man auf den zunehmenden Siedlungsdruck auch aus Berlin. Es sei nicht so, dass sich die Hauptstädter bei ihren Niederlassungswünschen nur an den S-Bahn-Trassen orientieren. So wurde vor einiger Zeit das Baufeld in Leuenberg, einem der Höhendörfer an der B 158, erschlossen. "Wir haben jetzt aufgrund von Kundenwünschen die Grundstücke auf 700 bis 750 Quadratmeter vergrößert." Zwar ist die B 158 verkehrlich stark belastet, doch hätten ihm die Bauherren bestätigt, sie erreichten auf diesem Weg ihren Arbeitsplatz schneller als mit dem Nahverkehr innerhalb Berlins. Von den mehr als 30 Bauplätzen sind noch ein Dutzend frei, sechs davon bebaut die Schulte Gruppe auf Vorrat mit Einfamilienhäusern. "Für die neu Hinzugezogenen ist dieses Leben nahe der Natur wie Urlaub", erzählt er von den Gesprächen mit Bauherren. Der Schulbus holt die Kinder nach Heckelberg ab, Leuenberg selbst hat eine Natur-Kita.

Auch in Strausberg bleibt Schulte weiter aktiv. So entsteht derzeit im Zilleweg ein Sechsfamilienhaus. Das Dach ist gerichtet. Auch wenn dies nicht barrierefrei sei, gebe es reichlich Anfragen. Gebaut wird auch bald wieder in der Nordstraße: Sechs Mehrfamilienhäuser sollen noch nahe dem Nordkreisel entstehen, zwei auf Keller, vier über Tiefgaragen. Der Bedarf an Wohnraum ist jeden falls groß

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