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Feuerwehr kürzt Budget auf Druck von Falkenberg-Höhes Verwaltung und Politik

Feuerwehr
Streit über Streichkonzert

Hat ausgedient: Das Feuerwehrgerätehaus von Leuenberg erfüllt Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr. Das Amt kommt um einen Neubau nicht herum.
Hat ausgedient: Das Feuerwehrgerätehaus von Leuenberg erfüllt Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr. Das Amt kommt um einen Neubau nicht herum. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 15.02.2018, 06:00 Uhr
Falkenberg (MOZ) Mit einer Provokation hat die Amtsfeuerwehr von Falkenberg-Höhe die Diskussion über ihren finanziellen Bedarf im Amtssauschuss befeuert. Sie strich die Unterstützung für Alters- und Ehrenabteilung, Jugendfeuerwehr und Amtsfeuerwehrtag.

Ursache der Meinungsverschiedenheiten zwischen Feuerwehr und Politik war das Defizit in Höhe von 288 000 Euro, das sich im Dezember vergangenen Jahres im Ergebnishaushalt des Amtes offenbarte. Kämmerin Karin Richter nannte in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses die Kita-Zuschüsse, die Feuerwehr, die Personalkosten, die höheren Aufwendungen beim Sozialpädagogischen Institut (SPI), Träger der Jugendarbeit und der Leuenberger Kita, sowie die höheren Kosten beim Radwegebau als Hauptgründe.

Allein bei der Amtsfeuerwehr seien 78 000 Euro mehr Kosten aufgeführt als im Vorjahr. "Daher meine Bitte, dass die Feuerwehr auf den Bedarf der vergangenen Jahre zurückgeht", appellierte Karin Richter. Die Amtswehrführung habe Vorschläge gemacht. Den Betrag für die Sanierung der Löschteiche halbierte sie auf 10 000 Euro. Für die Anschaffung geringwertiger Wirtschaftsgüter, wie Helme, verzichtete sie auf 11 000 Euro und begnügt sich mit 19 000 Euro. Für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Leuenberg werden keine 80 000 Euro angespart. Statt dessen erwägt das Amt die Finanzierung über einen Kredit und will zudem Fördermittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) beantragen. Dort stehen 15 Millionen Euro für Feuerwehrinfrastruktur zur Verfügung. 125 000 Euro sind für das Gebäude angespart.

"Aber es gibt Positionen, die nicht nachvollziehbar sind", sagte die Kämmerin, und nannte die Unterstützung für die Jugendfeuerwehr sowie die Alters-und Ehrenabteilung. "Das hätte ich so nicht gemacht, denn dies betrifft die Transparenz der Feuerwehr", so Karin Richter. "Ich empfinde dies als sehr fragwürdig und als Provokation", bestätigte Peter Hartfiel, Vorsitzender des Amtsausschusses. "Wenn das als Provokation aufgenommen wurde, entspricht das ein bisschen der Wirklichkeit", sagte Mario Sarre. Die Feuerwehr wollte auf die Defizite aufmerksam machen. Die Notwendigkeit, in Leuenberg ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen, sei seit 2009 bekannt. "Das ist die eine Standortfeuerwehr, wo der Löschzug 2 ausgebildet werden soll", sagte Sarre. Die Substanz sei schlecht, das Haus erfülle die Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr. Die Einsatzkräfte ziehen sich hinter den Fahrzeugen um. Ein versehentlich eingelegter Rückwärtsgang könnte schwere Unfälle verursachen.

Die Feuerwehr müsse die Löschteiche sanieren, weil sie nur noch über ein Tanklöschfahrzeug verfüge, so Sarre. Der Druck an den Hydranten von 800 Liter pro Minute wird nicht mehr erfüllt, ergänzte er.

Die Unterstützung für die Jugendfeuerwehr, Senioren und Amtsfeuerwehrtag ist gesichert. Der Amtsausschuss beschloss den Haushalt.

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