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Kreiswerke Barnim bauen weitere Lagerflächen auch in anderen Gemeinden auf

Wertstoffhof entsteht

Andrea Linne / 15.02.2018, 06:00 Uhr
Panketal (MOZ) Ein neuer Wertstoffhof samt Aktenvernichtungsanlage soll in der Zepernicker Straße 1 a in Schwanebeck entstehen. Wie die Sprecherin der Kreiswerke Barnim, Ina Bassin, informiert, sei es nötig, auch auf nicht mehr genutzte Privatflächen zurückzugreifen - wie in diesem Fall auf eine des Panketaler CDU-Gemeindevertreters Bernd Köbke.

Für den Wertstoffhof, bei dem Container und ein Annahmebereich für die Kunden sowie Aufenthaltsräume für Mitarbeiter nötig sind, gibt die Sprecherin Investitionen der Kreiswerke in Höhe von bis zu 100 000 Euro an. Die Akten- und Datenvernichtung soll in der vorhandenen Rundbogenhalle des früheren Kfz-Instandsetzungsbetriebes auf der Schwanebecker Gewerbefläche einziehen. Anpassungen an die Sicherheitsvorschriften und bauliche Dinge würden hier mit 50 000 Euro zu Buche schlagen. Dass Privatflächen angemietet würden, werde betriebswirtschaftlich in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Das sei vorgeschrieben und damit kein Problem.

Örtliche Gegebenheiten seien zu bedenken, teilt Bassin auf Anfrage mit. "Von Anbeginn ist die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft (BDG) bemüht, bei der Errichtung solcher Wertstoffhöfe immer auf vorhandene, nicht mehr genutzte oder gut umnutzbare Grundstücke zurückzugreifen", macht die Sprecherin klar.

"In der Vergangenheit waren dies alte landwirtschaftliche Produktionsgüter oder Umladeflächen, die bereits eine Flächenbefestigung aufwiesen", betont sie. Das Panketaler Grundstück sei gut geeignet, weil bauliche Veränderungen zu geringen Kosten möglich seien. Die Sprecherin teilt außerdem mit: "Die vorhandenen Bauwerke dienen nicht vordergründig der Errichtung des Wertstoffhofes, sondern können - weil vorhanden - für andere geschäftliche Zwecke der BDG verwendet werden."

Die Bioabfallstrategie des Landkreises Barnim setze seit 2015 eine Forderung des Landes um, Bioabfälle zu trennen und einzusammeln. "Die Bioabfallstrategie des Landkreises Barnim basiert dabei auf zwei wichtigen Säulen: Der Errichtung von Wertstoffhöfen in jeder Gemeindeeinheit und der pilotweisen Einführung der Biotonne bis hin zur flächendeckenden Einführung einer freiwilligen Biotonne", erläutert die Sprecherin.

Dem Wertstoffhof in Wandlitz folgten Werneuchen sowie Althüttendorf. Ina Bassin: "Derzeit befindet sich ein weiterer Wertstoffhof in der Gemeinde Ahrensfelde im Bau. In den Ämtern Biesenthal-Barnim, Britz-Chorin-Oderberg sowie Panketal befinden sich Wertstoffhöfe in Planung." Im dritten oder vierten Quartal soll Panketal in Betrieb gehen. Voraussetzung ist der Abschluss des Baugenehmigungsverfahrens.

Die zweite Säule der Bioabfallstrategie bilden die freiwilligen Biotonnen innerhalb von Pilotprojekten. "Dies geschah 2016 in Wandlitz und wurde 2017 in Panketal und Ahrensfelde erfolgreich erweitert. Der Anschlussgrad beträgt zwischen 80 und über 90 Prozent der Haushalte", zieht Bassin Resumee.

Der Panketaler Wertstoffhof werde analog zu bereits bestehenden Wertstoffhöfen im Barnim errichtet. "Inhaltlich hat ein Wertstoffhof ein etwas geringeres Leistungsangebot als die beiden großen Recyclinghöfe in Eberswalde und Bernau", so Ina Bassin.

Restabfälle, Bauschutt sowie große Mengen an Grünabfällen werden ebenso abgenommen wie Elektroaltgeräte, Altpapier, Altglas, Textilien, Schrott, Leuchtstoffröhren und Batterien. Schadstoffhaltige Abfälle wie Farben, Lacke, Asbest, Dachpappe und Dämmmaterial können nur auf Recyclinghöfen in Eberswalde und Bernau abgegeben werden. Besonders in Panketal ist künftig die Akten- und Datenvernichtung "für besonders schutzbedürftiges Altpapier und Daten". Hierzu greifen die Kreiswerke auf die vorhandene Blechhalle zurück. Das vorhandene Bürogebäude werde erst nachträglich einer weiteren Verwendung zugeführt. Planungen würden laufen.

Die Errichtung von Wertstoffhöfen fällt unter das Baurecht, betont Bassin. Vor jeder Eröffnung oder dem Bau seien entsprechende Nutzungsänderungen oder Bauanträge zu stellen. Diese würden den örtlichen Gegebenheiten sowie dem jeweiligen Betriebsablauf angepasst.

Die Höfe seien geräuschintensiv. Das Abladen von Abfällen in Blechcontainern sowie Anliefer- und Abholverkehr ließen deshalb Grundstücke nur außerhalb von Wohnbebauung zu. "Das Gelände vor der ehemaligen Deponie Schwanebeck bietet ideale Voraussetzungen für die Errichtung eines solchen Wertstoffhofes", schätzt die Sprecherin daher ein.

Zu den Gebühren und Mengen, die auf den Wertstoffhöfen im Landkreis abgenommen werden, gibt es unter www.kw-bdg-barnim.de weitere Informationen.

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