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Schützenpark wird am Freitag freigegeben

Gesperrt: Seit den schweren Herbststürmen ist das Betreten des Schützenparks wegen „Unfallgefahr“ verboten.
Gesperrt: Seit den schweren Herbststürmen ist das Betreten des Schützenparks wegen „Unfallgefahr“ verboten. © Foto: MOZ/Frank Groneberg
Frank Groneberg / 15.02.2018, 06:30 Uhr
Müllrose Die Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstagabend eine Entscheidung über den Haushalt für dieses Jahr verschoben. Der Entwurf soll zuvor in den Fraktionen und Ausschüssen diskutiert werden. Der Amtsdirektor kündigte für Freitag die Öffnung des Schützenparks an.

Marlis Kramski ist sichtlich erregt, als sie im Müllroser Rathaussaal ums Wort bittet. „Der Amtsdirektor hat eben vom Schützenpark als einem Park gesprochen“, sagt sie und wendet sich an die Stadtverordnetenversammlung (SVV). „Wenn ich aus dem Fensters rüberschaue zum Park, dann kriege ich das große Grausen. So viele Bäume sind verschwunden. Die wassergebundenen Wege sind durch die schweren Fahrzeuge der Firmen, die dort gearbeitet haben, zerstört. Die Bürger sind wirklich aufgebracht. Ich appelliere an Sie alle, sich dafür einzusetzen, dass der Park wiederhergestellt wird!“ Es ist nicht direkt eine Frage, die Marlis Kramski während der Einwohnerfragestunde formuliert. Es ist eher ein Appell, mit dem sie den Stadtverordneten ins Gewissen reden möchte. Und wer sich im Erholungsort umhört, der erfährt schnell: Sie spricht damit vielen Müllrosern aus dem Herzen.

Amtsdirektor Matthias Vogel versucht zu beruhigen. „Wir wissen, dass es Kritik gibt wegen der Arbeiten, die dort durchgeführt wurden“, erklärt er. „Es gibt aber auch Bürger, die sich an uns wenden und sagen: Schön, dass da endlich mal was passiert.“ Auf jeden Fall habe die Amtsverwaltung für die bevorstehende Umgestaltung des Schützenparks einen klaren Anspruch: „Wir wollen im kommenden Planungsprozess etwas qualitativ Anspruchsvolles entwickeln.“ Und wenig später versichert er gegenüber den Stadtverordneten: „Die Planungen werden selbstverständlich auch öffentlich vorgestellt, bevor sie umgesetzt werden.“ Diese Planungen für die Umgestaltung des Schützenparks in einen schönen Landschaftspark werden jetzt durch den Landschaftsarchitekten Uwe Krauter in Treplin erstellt. Er hat den Auftrag dafür bekommen. Der Planungsauftrag hat ein Gesamtvolumen von knapp 6700 Euro, die Vergabe war Ende Januar durch den Hauptausschuss der Stadt beschlossen worden. Die Stadtverordneten gaben diesem Beschluss am Dienstag ihre Zustimmung.

Die wichtigste Nachricht für die Müllroser Bürger lautet: Ab diesem Freitag können sie wieder in ihrem Schützenpark spazieren gehen. „Wir geben den Park am Freitag frei“, informiert Matthias Vogel zu Beginn der SVV-Sitzung. Die Fäll- und Aufräumarbeiten seien nun abgeschlossen. Mehr als 250 Bäume wurden seit Dezember 2017 im Schützenpark selbst und auf dem angrenzenden Gelände bis zur Kita „Schlaubespatzen“ gefällt. Der Grund dafür waren aber nicht nur die Sturmschäden des vergangenen Herbstes und festgestellte Krankheiten. Etwa 75 Prozent der Bäume, die gefällt werden, wiesen Sturmschäden auf oder waren krank. Die anderen Bäume wurden beseitigt, weil sie Teil des Wildwuchses, der sich in den vergangenen Jahren ausgebreitet hatte, waren.

Warum der Schützenpark in den vergangenen 20 Jahren nicht ordentlich gepflegt worden ist und so stark verwildern konnte, will der Stadtverordnete Thomas Kühl am Dienstagabend wissen. „Wir hatten über Jahre Pflegeverträge für den Park“, sagt er, „waren in denen denn nur das Laubharken und das Rasenmähen vereinbart? Warum gab es keine ordentlich Pflege? Warum wurde das Unterholz nicht regelmäßig herausgeschnitten?“ Bürgermeister Detlef Meine bestätigt: Ja, es wurde nur Laub geharkt und zwei-, dreimal im Jahr Rasen gemäht. „Nur das war mit den Dienstleistern vertraglich vereinbart.“ Die Frage danach, warum der städtische Bauhof nicht den Pflegeschnitt in all den Jahren vorgenommen hatte, wird nicht beantwortet.

Die wichtigste Entscheidung trifft die SVV am Dienstagabend nicht: den Beschluss des Haushaltes. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung ist ein Beschluss zwar aufgeführt, aber dieser kann noch gar nicht gefasst werden. Weil sich bislang weder die Fraktionen noch die Ausschüsse ausführlich mit dem Haushaltsentwurf hatten befassen können. Die Stadtverordneten vereinbaren daher, bis Ende Februar bei der Amtsverwaltung Hinweise und Änderungswünsche einzureichen. Am 13. März soll sich der Hauptausschuss mit dem Haushalt 2018 beschäftigen, am 20. März dann die SVV einen Beschluss fassen.

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