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Breite Diskussion über einen ständigen Hallenwart

Letzter Bericht im Stadtparlament: Bürgermeister Jochen Kirsch vor Marko Gührke von der SPD
Letzter Bericht im Stadtparlament: Bürgermeister Jochen Kirsch vor Marko Gührke von der SPD © Foto: Joachim Eggers
Joachim Eggers / 15.02.2018, 06:30 Uhr
Erkner (MOZ) Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Lothar Eysser, merkte es eingangs einmal kurz an, und es gab da und dort noch einmal den einen oder anderen Bezug. Insgesamt aber spielte die Tatsache, dass die Stadtverordnetenversammlung vom Dienstagabend die letzte reguläre für den scheidenden Bürgermeister Jochen Kirsch war, so gut wie keine Rolle.

Wie jedes Mal stand der 69-Jährige, der im Mai in Rente geht, bei der Eröffnung der Sitzung schon für seinen Bericht am Rednerpult. Wie jedes Mal spulte Kirsch sein Programm ab, sprach diesmal über den Jahresabschluss, den Nahverkehrsplan des Landes, der Erkner ab 2022 mit der Ausweitung des RE-Verkehrs noch mehr Pendler bringen werde. Gegen Ende seines Berichts griff er einmal kurz zum Wasserglas und bat um Entschuldigung dafür, dass er diesmal fast eine halbe Stunde gebraucht hatte - es lag eben viel an.

Im weiteren Verlauf war die Sitzung relativ friedlich. Der Haushalt wurde mit breiter Mehrheit angenommen. Mit Nein stimmten Elvira Strauß und Rita-Sybille Heinrich von der Linken, letztere begründete ihr Nein in einer persönlichen Erklärung. Ihr genügten die Ausführungen und Angaben zu den Kita-Kosten nicht, Akteineinsicht war ihr nicht gewährt worden. Wolfgang Specht enthielt sich, alle anderen stimmten mit Ja. Auch der Vorschlag der Linken, den Vorbericht zu veröffentlichen, im Hauptausschuss noch kontrovers diskutiert, wurde - geringfügig erweitert - mit breiter Mehrheit angenommen; nur Kirsch und Wolfgang Trogisch von der SPD-Fraktion enthielten sich.

Die breiteste Diskussion galt dem Dringlichkeitsantrag der Linken zur Stadthalle. Sie wollten, dass es künftig wieder einen festen Hallenwart geben soll. Am Freitag waren bei einer Zusammenkunft der Vereine erhebliche Probleme angesprochen worden.  Der Leiter des Sportzentrums, Hans-Jürgen Huth, erläuterte den Stadtverordneten das Konzept mit einem Stützpunkt, ohne festen Hallenwart. Es werde in anderen Kommunen auch praktiziert.

Trotz aller Bemühungen, so Lothar Kober (Linke), komme Huth über eines nicht hinweg, die Haftungsfrage. „Wenn drei oder vier Vereine parallel in der Stadthalle sind und etwas kaputt geht, lässt sich nicht mehr nachweisen, wer es gewesen ist.“ Michael Voges von der Linken regte an, den Stützpunkt für die anderen Objekte in der Stadthalle zu installieren und nicht auf dem Sportplatz, es also andersherum zu machen als jetzt. Bürgermeister-Kandidat Henryk Pilz von der CDU nannte den Antrag verfrüht, man müsse erst einmal Erfahrungen sammeln. Er schlug vor, das Thema im Werksausschuss zu diskutieren. Dem schloss sich SPD-Bürgermeisterkandidat Jan Landmann an und schlug Mitte März vor. Dagegen wandte sich die Werkleiterin des Eigenbetriebs, Margit Schindelasch, formale Adressatin des Antrags. Das sei viel zu früh. Jörg Vogelsänger (SPD) widersprach ihr und sagte, wenn man im März noch nicht zu Ergebnissen komme, müsse man eben mal noch einmal darüber reden. „Dann ist die Stichwahl eventuell vorbei“, warf Bürgermeister Jochen Kirsch ein. Er enthielt sich am Ende als einziger in der Abstimmung, alle anderen waren für die Sondersitzung Mitte März. Der Vorschlag von Linke-Fraktionschefin Elvira Strauß, die Vereine dazu einzuladen, wurde von ihrem Fraktionskollegen Lothar Kober verworfen: Da werde es um Personal gehen, man müsse wohl geschlossen tagen.

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