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Circus Festival setzt auf Kontrastprogramm / Gastspiel dauert bis 25. Februar

Ohne Exoten, mit Magie

Von Disneys "Eiskönigin" inspiriert: Nadin Scholl-Jackson als Schneemann Olaf und ihre Schwester Natali freuen sich auf das Eberswalde-Gastspiel ihres Circus Festival
Von Disneys "Eiskönigin" inspiriert: Nadin Scholl-Jackson als Schneemann Olaf und ihre Schwester Natali freuen sich auf das Eberswalde-Gastspiel ihres Circus Festival © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 15.02.2018, 06:40 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auf Elefanten, Tiger oder Löwen verzichtet der Circus Festival bewusst, der bis zum 25. Februar in Eberswalde gastiert. Dem Publikum werde eine magische Show geboten, verspricht das Quartett, das sich die Verantwortung teilt. Die MOZ hat die reisenden Unterhaltungskünstler besucht.

Es ist bitterkalt an diesem Mittwochmorgen. Minus sieben Grad zeigt das Thermometer auch auf dem Festplatz an der ehemaligen Chemischen Fabrik, wo die Wohnwagen der Zirkustruppe im weiten Halbkreis aufgestellt sind. Um das 400 Plätze bietende Zelt herum, von dem so früh am Morgen noch nicht viel zu sehen ist. "Die Jungs hatten arge Schwierigkeiten, Eisenpfosten fürs Zelt in den tiefgefrorenen Boden zu rammen", sagt Natali Scholl-Jackson (27), die sich beim Circus Festival ums Marketing kümmert. Mit den Jungs sind ihr Mann Marcel Frank (28) und dessen Bruder Philipp Frank (24) gemeint, der quasi ihr Schwager ist. Denn ihre Schwester Nadin Scholl-Jackson (24) sind ein Paar, das in wilder Ehe zusammenlebt und noch in diesem Jahr heiraten will. Die Mädels sind gebürtige Schwedinnen und stolz darauf, einer Zirkusfamilie anzugehören, deren achte Generation sie bilden. Die Jungs können auf sechs Generationen im Zirkus verweisen. Dass die Tradition fortgesetzt wird, steht fest: Der Sohn von Natali und Marcel heißt San Diego und ist sechs Jahre alt, die Tochter von Nadin und Philipp heißt Alexia und ist knapp über ein Jahr alt. Beide fühlen sich bereits in der nach Sägespänen und Pferd duftenden Manege zu Hause und nehmen den Beifall des Publikums für ihre noch kleinen Auftritte freudestrahlend entgegen.

Vor vier Jahren haben die beiden Geschwister-Paare ihr eigenes fahrendes Unternehmen gegründet - auch weil sie dem schlechten Ruf, unter dem die Zirkusbranche leidet, etwas Frisches entgegensetzen wollten."Wir zeigen keinerlei Exoten-Nummern, weil wir Raubtiere nicht artgerecht halten könnten", betont Natali Scholl-Jackson. Stattdessen würden die Besucher mit wunderschönen Pferdedressuren, einem Feuerspektakel, freundlicher Clownerie, Wildwest-Abenteuern und Live-Gesang unterhalten. Für die Gänsehaut-Momente im Publikum sorge ihre wie eine Nachtigall singende Schwester. "Wir lassen es sogar in der Manege schneien", kündigt die Marketingzuständige an, die übrigens auch auftritt: Sie lässt sich von ihrem Mann mit Messern bewerfen. "Einmal hatte ich Pech, da ist eine Klinge in meinem rechten Schenkel gelandet", berichtet Natali Scholl-Jackson. Die Show sei fortgesetzt worden, als wäre nichts geschehen. Die Wunde sei prima verheilt. Neben den Geschwister-Paaren sind vier weitere Artisten engagiert.

Zuletzt war der Zirkus in Cottbus zu erleben, wo jede Vorstellung ausverkauft gewesen sei. Vom 1. bis 4. März steht das Zelt in Wandlitz. Außerhalb der Saison sind Schwerin und Malmö in Schweden die Wohnsitze der Geschwister-Paare. "Für ein paar Tage genieße ich den Luxus, den richtige Wohnungen bieten. Aber bald schon fühle ich mich wie hinter schwedischen Gardinen", sagt Natali Scholl-Jackson.

Vorstellungen ab heute täglich 16 Uhr, sonntags schon 14 Uhr, spielfrei am 19. Februar und 22. Februar

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