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Biber stört den Wasserfluss

Vorort-Termin: Bei der Grabenschau am Dükergraben in Spreenhagen wurde eine abgestürzte Böschung  festgestellt.
Vorort-Termin: Bei der Grabenschau am Dükergraben in Spreenhagen wurde eine abgestürzte Böschung  festgestellt. © Foto: Anke Beißer
Anke Beißer / 15.02.2018, 07:00 Uhr
Spreenhagen (MOZ) Wegen des Zustands der Gräben in Spreenhagen und Hartmannsdorf haben Anrainer eine Gewässerschau gefordert. Nach dieser lautet das Fazit der Kreis-Behörde: So schlecht ist der Zustand gar nicht. Biber jedoch müssen beobachtet werden.

Ausgangspunkt für das Treffen war ein von Karl-Heinz Kümpel aus Hartmannsdorf initiierter und von weiteren Bürgern unterschriebener Brief, in dem das Ausbleiben der Gewässerschau am Grabensystem kritisiert und eine solche gefordert wurde. Für Dienstag hatte der Landkreis dazu eingeladen.

Zu Beginn hatten sich die Fachleute aus der Kreisverwaltung sowie vom Wasser- und Landschaftspflegeverband „Untere Spree“ in der Amtsverwaltung Spreenhagen eingefunden. Anrainer hatten dort die Möglichkeit, ihre Probleme vorzutragen. „Wir veranstalten keine regelmäßigen Schauen mehr. Wir reagieren auf konkrete Hinweise“, erläuterte René Carouge, Sachgebietsleiter der unteren Wasserbehörde Oder-Spree, die Arbeitsweise. Eine Kritik:,Alles ist blöd’ bringe nichts, nannte er die Spielregeln.

Die Sorgen der Anrainer lassen sich in zwei Schwerpunkten zusammen fassen. Erstens: Biber verhinderten durch das Aushöhlen der Böschung und das Auftürmen von Dämmen vielerorts den Durchfluss. Zweitens: Der WLV komme seiner Unterhaltungspflicht nicht ausreichend nach, vernachlässige Teile des Systems, räume Aushub nicht weg und reinige die Durchlässe zu wenig. Das alles führe zur Vernässung der Wiesen, zu Problemen für die Bewirtschaftung derselben  und bedrohe die Häuser. „Hier wird nicht renaturiert, sondern denaturiert“, sagte Michael Schulz aus Hartmannsdorf.

Vor der Stippvisite stellten die Fachleute der Behörden und des WLV am grünen Tisch klar, dass es einen Zustand wie zu Zeiten des Schöpfwerkbetriebs vor 30 Jahren nicht mehr geben wird, da diese nicht mehr in Funktion sind und die Gräben entsprechend angepasst wurden. Eine regelmäßige Grundreinigung sei nicht möglich. „Wir sind angehalten, mit minimalem Aufwand die maximale Wirkung zu erzielen“, argumentierte WLV-Geschäftsführer Thorsten Weidner. Karoline Witte, Sachgebietsleiterin der unteren Naturschutzbehörde, sagte auf Nachfrage, dass Kompromisse gefunden werden müssen, die Wunschvorstellungen mancher Bürger nicht umsetzbar seien. „Wasserabfluss, Ökologie und Nutzung müssen betrachtet werden.“ Seitens der Behörden ist man sich einig: Die Kritik, dass an den Gräben nichts getan werde, sei nicht berechtigt.

Fakt sei, so Karolin Witte, dass die Aktivitäten der Biber im Auge behalten werden müssen. Dazu gehöre, bei Bedarf einzuschreiten. Weidner sicherte zu, auf akute Probleme, wie die abgerutschte Böschung am Dükergraben, zeitnah zu reagieren. Neben der üblichen Unterhaltung müsse auf bestimmte Situationen besonders reagiert werden. In einem Protokoll werden nun die konkreten Aufgaben und Verantwortlichkeiten manifestiert.

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