Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bürgerin beschwert sich über lärmende Jugendliche auf Vorplatz / Quartiersmanagerin kennt das Problem

Ausbau des Bahnhofs beginnt bald

Ansprechpartnerin: Quartiersmanagerin Irmgard Roth hat nicht nur für die Belange der Anwohner ein offenes Ohr, sondern informiert im Bahnhof auch gern darüber, was im früheren "Mitropa" und der späteren "Museumskneipe" entstehen soll
Ansprechpartnerin: Quartiersmanagerin Irmgard Roth hat nicht nur für die Belange der Anwohner ein offenes Ohr, sondern informiert im Bahnhof auch gern darüber, was im früheren "Mitropa" und der späteren "Museumskneipe" entstehen soll © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 15.02.2018, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Krakeelende Jugendliche am Bahnhof - das sei einer Kurstadt nicht würdig, sagte Ursula Angermann erneut in der Einwohnerversammlung der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Das Problem ist der Quartiersmanagerin bekannt, doch zurzeit kein Thema, so Irmgard Roth.

Es habe schon schlimmere Zeiten gegeben. Doch momentan sei es ruhig am Bahnhof. Das liege wohl daran, dass es zu kalt ist, um sich draußen zu treffen, glaubt Irmgard Roth. Seit 2017 ist sie Quartiersmanagerin für das Wohngebiet am Bahnhof. Dort hält sie dienstags für drei Stunden ihre Sprechstunden ab, kennt inzwischen viele Leute, die dort wohnen, aber auch jene,die den Bahnhof, den Vorplatz gern als Treffpunkt nutzen. In den meisten Fällen sind es Jugendliche. Im vergangenen Jahr seien es vor allem Migranten gewesen, auch Jugendliche aus dem Elisabeth-Stift, aber eben auch andere Jugendliche, die sich, wie die Quartiersmanagerin sagt, zum Chillen treffen. Dabei wird auch Alkohol getrunken, laute Musik gehört. Das stört Anwohner und kann Gäste verschrecken. Doch seit dem sie die örtliche Polizei und das Ordnungsamt eingeschaltet habe, sei es ruhiger geworden. Seit September vergangenen Jahres habe es keinen Polizeieinsatz mehr gegeben, weiß sie. Sollte es dennoch Probleme geben, dann sei es ihr wichtig, dass die Leute zu ihr kommen. Das rät sie auch Ursula Angermann. Nur gemeinsam könne man nach Lösungen suchen, sagt Irmgard Roth.

Dass den Jugendlichen der Weg bis ins Jugendzentrum "OFFI" in der Berliner Straße zu weit ist, das hat nicht nur Ursula Angermann in der Einwohnerfragestunde angemerkt, das weiß Irmgard Roth auch aus persönlichen Gesprächen mit den Jugendlichen, die sich am Bahnhof treffen. "Hier kommen sie an, hier fahren sie ab. Hier trifft man sich eher als in der Stadt", so die Quartiersmanagerin.

Ein richtiges Domizil ist für die Jugendlichen im Bahnhof jedoch nicht vorgesehen. Aber vielleicht kann der neue Skaterpark, der unweit vom Bahnhof, auf dem Gewerbegebiet an der Bahn entsteht, ein solcher Treffpunkt werden, meint Irmgard Roth. An der Realisierung arbeitet derzeit die Stadt und zeigt auf eine Karte, die das Areal ausweist.

Auf einen anderen Plan schaut die Quartiersmanagerin in diesen Tagen immer öfter. Vor allem wenn Sprechzeiten sind und Besucher sich informieren wollen. Über die Ausbaupläne, die die Stadt verfolgt. Bekanntlich soll der Bereich der früheren "Museumskneipe" zum Eltern-Kind-Zentrum der SPI-Stiftung und zur Selbsthilfe-Kontaktstelle des Vereins zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung (VFBQ) ausgebaut werden. Der Bauantrag ist gestellt. "Wir hoffen, dass die Baugenehmigung bis zum Sommer vorliegt und dann nach der Ausschreibung mit ersten Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden kann", hofft Irmgard Roth. "Und hier, wo sich zurzeit mein Büro befindet, da soll einmal das Café etabliert werden", zeigt sie auf der Karte auf den Bereich, der in der zweiten Bauphase realisiert werden soll. Zwar gebe es die Idee, ein Lesecafé zu eröffnen. Ob es dann am Ende das Lesecafé wird oder eine andere Café-Form, das stehe noch nicht fest. Es seien interessante Nutzungskonzepte willkommen. Doch solange noch nicht gebaut wird, will Irmgard Roth die Bahnhofshalle beleben und sie wenigstens zu den Sprechzeiten öffnen. Seit dieser Woche kann die Halle auch wieder beleuchtet werden, so dass sie für vielfältige Aktivitäten genutzt werden könne. Sie habe eine gute Akustik. Dort könnten ihrer Meinung zum Beispiel Schulchöre auftreten oder Ausstellungen stattfinden. Möglichkeiten würden sich viele bieten.

Dass es nach wie vor keine öffentliche Toilette am Bahnhof gibt, das wird immer wieder von Gästen bemängelt. Das Problem ist der Stadt zwar bekannt, doch sei kurzfristig nicht zu lösen, so Irmgard Roth. "Zu den Sprechzeiten biete ich den Leuten an, hier die Toilette zu nutzen", sagt sie. Und in dringenden Fällen würde sich wohl auch die Möglichkeit beim Bäcker im Discounter gleich gegenüber bieten.

Sprechzeit im Bahnhof: Dienstag, Donnerstag, jeweils 12-15 Uhr, oder nach Vereinbarung, Tel. 0163 9127340 oder 03344 331941

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG