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Sammlerin und Keramikerin aus Birkholz setzt Ausgaben der ostdeutschen Kult-Zeitschrift neu zusammen

Sibylle-Ausstellung bald im Barnim

Sara Friedrich / 15.02.2018, 07:30 Uhr
Birkholz (MOZ) Wer die "Vogue der DDR" noch einmal ganz neu erleben möchte, hat bald dazu Gelegenheit. Im Gemeinschaftshaus Birkholz wird demnächst die Schau "Was Frauen anzieht" für Besucher eröffnet.

Rosemarie Spieß ist fast 90 Jahre alt und hat eine neue künstlerische Vision. Sie konnte an die 30 Ausgaben der Kult-Zeitschrift "Sybille" erwerben und wird diese nun demnächst in einer Ausstellung neu komponiert den Besuchern in Birkholz präsentieren.

Zwischenzeitlich gab es sogar Gespräche, die Gesamtausgabe der Zeitschrift zu erwerben. Die Pläne haben sich aber zerschlagen, berichtet die rüstige Dame.

Nun wird sie einige Cover stark vergrößert präsentieren und andere als Collage ganz neu zusammensetzen. Spieß liegen Ausgaben von 1970 bis weit in die 80er-Jahre vor.

Bemerkenswert sei, dass die Fotografen, allesamt Abgänger der Kunsthochschule Weißensee, niemals Frauen in Posen abgelichtet haben. Die Models wurden in einem alltäglichen Augenblick fotografiert, etwa in einer Fabrik oder beim Gang auf der Straße.

Auffällig sei, so erzählt Rosemarie Spieß weiter, dass man die harten Modebrüche wunderbar in den einzelnen Ausgaben nachvollziehen könne, etwa die großen künstlichen Wimpern, die noch in den 70er-Jahren getragen wurden, später aber nicht mehr. Momentan ist die kunstbeflissene Frau dabei, alle Bilder zu rahmen.

Lesenswert seien aber auch, abgesehen von den schönen Bildern, Beiträge aus anderen Bereichen der Kunst. Denn wenngleich sich die Zeitschrift vorrangig der Mode widmete, nannte sie sich im Untertitel "Zeitschrift für Mode und Kultur", weil sie gleichwohl für die Macher aus Mode und Kultur bedeutend war.

Um diese Ausgaben nun erlebbar zu machen, wird es während der Ausstellungstage Leseplätze im Gemeinschaftshaus Birkholz, einem Ortsteil der Stadt Bernau, geben. Dort dürfen Besucher die alten Ausgaben anfassen, in ihnen blättern und an ihnen riechen. Dieses Angebot dürfte so im Barnim einzigartig sein.

Rosemarie Spieß verweist auch auf die überregionale Ausstellung, die ab Mai 2018 im Schloss Pillnitz zu sehen ist. Das Haus rückt konsequent Fotografen der Sibylle und ihre jeweiligen Qualitäten in den Mittelpunkt. In einer Auswahl werden dort Arbeiten von 13 Fotografen vorgestellt. Ergänzend dazu ist ein chronologischer Abriss der Sibylle-Ausgaben mit Reproduktionen von einzelnen Heften zu sehen, beginnend mit der ersten Ausgabe 1956 bis zum Jahr der politischen Wende. Zudem werden bisher unveröffentlichte historische Filme von Modeschauen und Objekte aus dem Nachlass des Modeinstitutes der DDR gezeigt. Sie sollen das Phänomen der Zeitschrift Sibylle in einer atmosphärisch dichten Inszenierung nachvollziehbar machen. Kooperationspartner ist hier das Berliner Stadtmuseum.

"Was Frauen anzieht" Ausstellung der Sibylle Mode- und Kulturzeitschrift der DDR; Gemeinschaftshaus Birkolz, Dorfstraße 24 vom 10.-25. März ; geöffnet Sa/So von 13-15 Uhr

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