Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

WM-Teilnehmer simulieren bei der letzten Wettkampfvorbereitung in Frankfurt Final-Atmosphäre

AC/DC auf dem Schießstand

Kerstin Bechly / 19.08.2017, 06:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Bis Sonntag trainiert die deutsche Nationalauswahl der Flintenschützen am Schießsportzentrum in Frankfurt. Der Aufenthalt dient der unmittelbaren Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Moskau. Die Junioren weilen zum Weltcup in Italien.

Normalerweise sind an den Ständen der Trap- und Skeetschützen nur die Flintenschüsse zu hören. Doch während einiger Trainingseinheiten schallt Musik von Helene Fischer bis AC/DC über das Gelände. "Damit simulieren wir ein wenig den Trubel während der Finals. Die Musik ist nicht jedermanns Geschmack, aber das gehört dazu", beschreibt Bundestrainer der Trap-Schützen, Uwe Möller, und grinst dabei.

Es geht aber nicht nur um Action. Auch die Finals, seit 2017 als K.O.-Runde ausgetragen, werden trainiert. Vor allem aber wird in dieser unmittelbaren Wettkampfvorbereitung am letzten Feinschliff der WM-Teilnehmer gearbeitet. Alle sechs Skeet- und vier der sechs Trap-Schützen bei den Männern und Frauen sind dazu für fünf Tage nach Frankfurt gekommen, darunter Katrin Quooß, Paul Pigorsch (beide Trap), Laura Quooß (Cousine von Katrin) und Tilo Fritze (beide Skeet) vom Bundesstützpunkt Frankfurt.

Für Paul Pigorsch geht es darum, Konzentrationsprobleme im letzten Drittel einer Serie zu verringern. Möller erklärt: "Er schießt dazu 50 statt 25 Scheiben, um dieses Loch hinauszuzögern." Pigorsch, der an der Frankfurter Sportschule das Abitur ablegte und vom SSC Neiden (bei Torgau) kommt, steht vor seiner dritten WM-Teilnahme bei den Männern. "Über 120 Scheiben will ich treffen. Da hängt aber viel von den Wetterbedingungen ab", beschreibt der 25-Jährige. Es spiele aber auch eine Rolle, wie man mit der Anlage, deren Umgebung und den Sichtverhältnissen zurechtkomme, ergänzt Katrin Quooß, Weltmeisterin von 2014. "Die Anlage von Moskau kenne ich nicht. Aber ich fühle mich gut vorbereitet, war es auch zur EM in Baku. Da hatte ich das letzte Quäntchen Glück nicht in meiner Tasche", so die beste Deutsche (10.). Prognosen für die WM will die 30-Jährige von der PSG zu Wittstock nicht abgeben, aber "über 70 Scheiben will ich schießen".

Für die Skeetschützen sieht Bundestrainer Axel Krämer ein großes Leistungspotenzial für Medaillen. "Vor allem in der Teamwertung der Frauen sind wir stark". Die EM-Teilnehmerinnen Nele Wißmer (7./20 Jahre) und Katrin Wieselhuber (19./22/beide Westfalen) bilden mit Debütantin Laura Quooß (21/Wittstock) das jüngste deutsche Damen-WM-Team aller Zeiten. Vor seinem ersten Start bei den Männern steht auch Tilo Fritze. "Die Vorbereitung läuft super", ist der 21-Jährige optimistisch. Damit meint er nicht nur Schießumfänge und Technik. "Es geht auch darum, dass Heim- und Bundestrainer eine einheitliche Sprache finden und um die Stimmung in der Mannschaft", ergänzt Krämer. Um Letztere weiter zu heben, wurde eine Einladung von Paul Pigorsch angenommen. Dessen Verein feiert am Wochenende 20-jähriges Bestehen und da geben die WM-Teilnehmer eine Kostprobe ihres Könnens.

Einige Schützen werden dann am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in München starten, bevor es direkt nach Moskau geht. Die Junioren-Teilnehmer mit den Frankfurterinnen Bettina Valdorf und Katrin Murche nutzen derzeit den Junioren-Weltcup im italienischen Porpetto als unmittelbare WM-Vorbereitung.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG