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Staatsanwaltschaft erhebt nach Tötungsverbrechen in Radensleben Anklage gegen beide Tatverdächtige

Tötung eines Senioren
Mordlust als Motiv vermutet

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Anklage beim Landgericht Neuruppin gegen die Tatverdächtigen eingereicht.
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Anklage beim Landgericht Neuruppin gegen die Tatverdächtigen eingereicht. © Foto: Christoph Dach
Dietmar Stehr / 15.02.2018, 10:22 Uhr
Radensleben (MOZ) Nach der Tötung eines 54-jährigen Bewohners des Seniorenwohnparks Radensleben ist gegen die beiden Tatverdächtigen Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes erhoben worden.

Das bestätigte der Neuruppiner Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer auf RA-Nachfrage. Demnach liegt die Anklage jetzt beim Landgericht, das noch über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden muss, den Fall aller Voraussicht nach aber im Laufe des Jahres verhandelt.

Auf die Spur des Verbrechens war die Polizei nach einem Hinweis aus dem Umfeld der 36und 21Jahre alten Tatverdächtigen gekommen. Rund drei Wochen nach Verschwinden des Opfers aus der Pflegeeinrichtung war dessen Leichnam in einer Mülltonne in der Wohnung des 36-Jährigen gefunden worden. Dort soll das Verbrechen im August stattgefunden haben. Neben Anzeichen stumpfer Gewalt fanden sich am Getöteten auch diverse Stichverletzungen. Diese könnten den Ermittlungen zufolge von einem Messer sowie einer Schere stammen.

Während der ältere Tatverdächtige bisher zu den Vorwürfen schweigt, hat sich der 21-Jährige in Teilen zum Geschehen eingelassen. Demnach soll der Wohnungsinhaber der Haupttäter gewesen sein. War die Staatsanwaltschaft bisher davon ausgegangen, dass dem Mord ein banaler Streit vorausging, wird Pelzer zufolge inzwischen von Mordlust als Motiv ausgegangen.

Den bislang gewonnenen Erkenntnissen zufolge durchlitt das Opfer ein wahres Martyrium. So soll sich die Tötung über mehrere Stunden hingezogen haben. Darüber hinaus sieht die Anklagebehörde in der Tat das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Diese wird dann unterstellt, wenn aus einer gefühllosen Gesinnung heraus besondere Schmerzen zugefügt werden.

Mord wird nach deutscher Rechtsprechung mit lebenslanger Haftstrafe geahndet. Hierzu sind aber vorsätzliches Handeln und Merkmale wie Mordlust oder grausames Vorgehen nachzuweisen. Wo dies gelingt, ist eine Freilassung nach frühestens 15Jahren möglich.

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