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Straßenbau
Nach der Baustelle ist vor der Baustelle

Die B 246 in Richtung Reetzerhütten.
Die B 246 in Richtung Reetzerhütten. © Foto: MZV
Eva Loth / 15.02.2018, 11:36 Uhr
Reetz/Reetzerhütten (BRAWO) Bis Ende Mai soll die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Reetz Geschichte sein. Dann geht es jedoch auf den freien Strecken der B 246 weiter. Zwischen Reetz und Reetzerhütten werden die Bauarbeiten mit dem Ausbau des lange geforderten Radweges einhergehen. Auch ist dafür eine Umleitung geplant, so dass ein Erreichen beider Orte gewährleistet ist.

Anders sieht es von Reetz bis zur Landesgrenze Sachsen/Anhalt aus. Sowohl Ortsvorsteherin Marion Gante als auch die Gemeinde Wiesenburg/Mark haben versucht zu erreichen, dass die Baumaßnahme ohne Vollsperrung einhergehen kann. Das wird allerdings nicht möglich sein. Dazu teilte Rainer Reichel vom Landesbetrieb für Straßenwesen Brandenburg mit: "Für die Planung der Baudurchführung sind Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen und die ASR (Arbeitsstättenrichtlinie) Grundlage. Diese beiden Richtlinien dienen dem Arbeitsschutz der im Bau Beschäftigten und deren gesundheitliche Unversehrtheit. Sie sind also nicht vom Landesbetrieb oder von mir erfunden, sondern für den LS bindendes Regelwerk. Danach ist, um halbseitig zu bauen, eine vorhandene Fahrbahnbreite von mindestens 8,50 Metern erforderlich. Diese wird hier bei einer vorhandenen Breite von im Mittel 6,10 Meter bis 6,30 Meter nicht erreicht. Nötig wären also Provisorien zur Umfahrung der Baustellen und somit die Bildung von Bauabschnitten. Die Bauabschnitte dürfen eine Länge von maximal 450 Meter haben, um die Ampelphasen und damit die Wartezeit erträglich zu gestalten. Bei einer Baulänge von 4.100 Metern wären neun bis zehn Bauabschnitte erforderlich. Diese würde die Bauzeit um ein Vielfaches verlängern und die Baukosten ins Unwirtschaftliche treiben. Ich habe versucht einen Ausweichweg über die Forststraße von Reuden bis südlich von Medewitz für eine Umfahrung für die Ortsansässigen in Abstimmung mit der Forst anzubieten. Diese Umfahrung ist mir ausdrücklich bei Bußgeldandrohung durch die Forst in Sachsen / Anhalt untersagt worden. Somit gibt es keinen weiteren Spielraum, die Vollsperrung ist somit ohne Alternative! Die Bauzeit ist für eine Dauer von drei Monaten angesetzt, sie liegt zu Großteil in den Sommerferien, also eine relativ verkehrsschwache Zeit. Ihr Engagement in Ehren, aber hier hat der Gesetzgeber Grenzen gesetzt, innerhalb derer wir uns bewegen müssen."

Zufriedenstellend sei das nicht, so Marion Gante, aber es gibt keine andere Möglichkeit. Jedoch könne man eine zahlungspflichtige Ausnahmegenehmigung in Sachsen/Anhalt erwerben, so dass der Forstwirtschaftsweg von Medewitz in Richtung Golmen-Glien genutzt werden kann. Ohne diese Genehmigung sind empfindliche Bußgelder möglich und man kann sich sicher sein, dass während der Baumaßnahmen verstärkt kontrolliert wird.

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