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"Es war eine schöne Zeit, aber..."

Vielleicht in diesem Winter letztmalig im Einsatz: Schlittschuhe in allen Größen können für das eisige Vergnügen ausgeliehen werden.
Vielleicht in diesem Winter letztmalig im Einsatz: Schlittschuhe in allen Größen können für das eisige Vergnügen ausgeliehen werden. © Foto: MZV
Bärbel Kraemer / 15.02.2018, 11:38 Uhr
Bad Belzig (BRAWO) Die endgültige Schließung der Kunsteisbahn ist zumindest für die nächsten Wochen vom Tisch. Gerettet ist die im Land Brandenburg einmalige Anlage jedoch noch lange nicht. Die Entscheidung um die Zukunft der 1995 an der Martin-Luther-Straße eröffneten Eisfläche ist bis Mitte April aufgeschoben.

Bis dahin soll auch der von Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) schon im Winter 2016 zugesicherte - jedoch noch immer nicht ins Leben gerufene - Runde Tisch beraten haben. "Der wird an den Fakten aber auch nichts ändern", so der Verwaltungschef in der Sitzung des städtischen Sozialausschusses.

Während sechs Abgeordnete nachfolgend dafür plädierten, noch einmal alle Möglichkeiten einer Rettung auszuloten, sprachen sich drei für die Schließung der Anlage aus. Ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Mit Roland Leisegang sind es vor allem Abgeordnete der Christdemokraten, die sich gegen eine Sanierung der Anlage aussprechen. Unter anderem mit Verweis auf jährliche Betriebskostenzuschüsse. "Es war eine schöne Zeit mit der Eisbahn, aber hier ist Schluss", so Jürgen Gottschalk.

Marco Borchardt, der als sachkundiger Einwohner der Christdemokraten dem Gremium beisitzt, erklärte: "Aus betriebswirtschaftlicher Sicht muss eine Entscheidung fallen. Es ist doch eigentlich überhaupt keine Schließung mehr. Wir riegeln nur noch ab". Ein Defekt an er Kältetechnik hatte im Dezember 2015 das Aus der Kunsteisbahn eingeläutet. Nach passenden Fördertöpfen für eine Sanierung der Anlage wurde seitdem nur stiefmütterlich gesucht.

Borchardt wiederum wünscht sich anstatt der Eisbahn an gleicher Stelle eine Multisportanlage mit familientauglichen Angeboten. "Eissport ist nicht mehr hip genug", so der Bad Belziger. Er regte einen Ideenpool an, in dem Wünsche der kleinen und großen Kurstädter zur weiteren Nutzung des Areals gesammelt werden.

Doch das ging wiederum selbst Leisegang zu weit. Letzterer plädierte dafür, entsprechende Gedanken erst nach einer Schließung der Kunsteisbahn zu bündeln.

Die Debatte wurde durch den Antrag von Ingo Kampf (SPD), die Entscheidung um die Eisbahn von der Tagesordnung der Stadtverordnentenversammlung am 26. Februar zu nehmen, beendet. Vielmehr soll die Suche nach Lösungsansätzen zur Rettung der Anlage in den kommenden Wochen noch einmal intensiviert werden.

Während in der städtischen Verwaltung der Kur- und Kreisstadt die Kunsteisbahn als Touristenmagnet noch nicht erkannt ist, geht man in Beelitz Ortsteil Fichtenwalde neue Wege. Dort wird sich der Sportplatz vom 6. bis 11. März in eine Kunsteisbahn verwandeln. Möglich durch ein Kunststoffeis der Firma Barnim ICE GmbH, das eine kostengünstige Alternative darstellt.

Auf diese neue Chance für Bad Belzig verwies dieser Tage Mathias Täge, Beisitzer im Vorstand der Potsdam-Mittelmärker Piraten. Die Verwendung von Kunststoffeis erfordert keine Kälteanlage, sodass die Fläche mit deutlich reduzierten Bereitstellungs- und Unterhaltskosten betrieben werden könnte.

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