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Vier Festnahmen nach Münzraub

Carsten Pfohl, Leiter Qualifizierte Eigentumsdelikte beim Landeskriminalamt Berlin, Martina Lamp, Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Berlin und Martin Steltner, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin (v.l.) bei der Pressekonferenz zum Goldmünzen-Diebstahl
Carsten Pfohl, Leiter Qualifizierte Eigentumsdelikte beim Landeskriminalamt Berlin, Martina Lamp, Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Berlin und Martin Steltner, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin (v.l.) bei der Pressekonferenz zum Goldmünzen-Diebstahl © Foto: dpa/Rainer Jensen
Maria Neuendorff / 12.07.2017, 10:21 Uhr - Aktualisiert 12.07.2017, 20:33
Berlin (MOZ) Der spektakuläre Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist vermutlich aufgeklärt: Bei einer Razzia nahm die Polizei am Mittwoch vier junge Männer fest. Gegen weitere neun Tatverdächtige aus einem arabischen Großclan wird ermittelt.

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Zwei Festnahmen nach Razzia zu Goldmünzen-Raub

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300 Beamte waren nötig, um Wohnungen und Läden zu durchsuchen. Die vier Hauptverdächtigen, die am Mittwoch in Haft kamen, stammen aus einer arabischen Großfamilie. Die Mitglieder seien wegen einer Reihe Straftaten wie schweren Bandendiebstahls sowie Gewaltdelikten polizeibekannt, erklärte Oberstaatsanwältin Martina Lamb.

Während die Haupttäter alle erst 18 bis 20 Jahren alt sind, seien die anderen Verdächtigen zum Teil deutlich älter, hieß es.Die Polizei schlug bei ihrer Razzia zeitgleich in 14 Objekten zu. Der Fokus lag dabei auf einer Wohngegend in Berlin-Neukölln. Auch ein Juwelier, der im Verdacht steht, sich an dem Verkauf von Teilen der Münze beteiligt haben, wurde festgenommen. In Brandenburg soll es bisher nur eine Durchsuchung gegeben haben. Wo genau, dazu wollte sich die Berliner Polizei aufgrund von ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Die Durchsuchungen dauerten zum Teil noch an, hieß es am Mittwochnachmittag.

Der Verdacht richtet sich zudem gegen zwei Museumsmitarbeiter. Sie sollen den Tätern entsprechende Hinweise gegeben und die Tat eventuell gedeckt haben. Die Diebe waren in einer Nacht- und Nebelaktion am 27. März über einen Bahndamm auf die Berliner Museumsinsel gelangt und in das Münzkabinett eingedrungen. Wie die Polizei erst jetzt bekannt gab, sei es nicht der erste Einbruchsversuch gewesen. Anhand von Videoaufzeichnungen aus dem S-Bahnhof konnten die Ermittler erkennen, dass die Täter schon Wochen vorher den Weg vom S-Bahnhof zum Museum ausgespäht und einen Schaden an einer Plexiglasscheibe am Museumsgebäude hinterlassen hatten. Die Aufnahmen aus der Videokamera, die Anfang Juli veröffentlicht wurden, trugen maßgeblich zum Fahndungserfolg bei.

Während die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, die Täter mit Hilfe von DNA- sowie Gold-Spuren eindeutig überführen zu können, fehlt von der seltenen Münze jedoch weiterhin jede Spur. Das riesige, 100 Kilogramm schwere Museumsstück mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro wurde vermutlich zerstört. „Wir gehen davon aus, dass die Münze in Teilen veräußert wurde“, sagte Carsten Pfohl vom Berliner Landeskriminalamt.

Wie die Täter sie zerkleinerten, blieb am Mittwoch ein Rätsel. Zur Zerteilung sind besondere Maschinen nötig. „Wir haben alle Goldschneideanstalten in Deutschland befragt, aber keinen Hinweis bekommen“, so Carsten Pfohl. „Womöglich wurde sie ins Ausland geschafft."

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Karsten Berg 12.07.2017 - 11:41:07

wieder mal.

In diversen Medien wird berichtet, dass es sich bei den Verdächtigen um Mitglieder eines libanesischen Großclans handelt, bei der Art und Intensität des Polizeieinsatzes konnte man das schon vermuten. Irgendwie sind die Kumpels gern am Start, wenn es um spektakuläre Kriminalfälle in Berlin geht - KDW-Überfall, Überfall Pokerturnier im Hyatt usw.

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