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Modellprojekt
Krankenschwestern helfen bei Wehwehchen in der Schule

Schulkrankenschwester Annegret Altmann unterhält sich mit der elfjährigen Schülerin Leni Klame an der Lenné-Grundschule in Frankfurt (Oder). Zum Modellprojekt mit Schulkrankenschwestern an Schulen im Land Brandenburg wollen Fachleute eine Zwischenbilanz ziehen.
Schulkrankenschwester Annegret Altmann unterhält sich mit der elfjährigen Schülerin Leni Klame an der Lenné-Grundschule in Frankfurt (Oder). Zum Modellprojekt mit Schulkrankenschwestern an Schulen im Land Brandenburg wollen Fachleute eine Zwischenbilanz ziehen. © Foto: dpa/Patrick Pleul
dpa / 15.02.2018, 16:41 Uhr - Aktualisiert 15.02.2018, 17:41
Potsdam (dpa) Zehn „Schulkrankenschwestern“ sind in einem Modellprojekt in Brandenburg an 20 Schulen tätig. Sie kümmern sich um kleine Verletzungen beim Sportunterricht oder helfen bei Bauch- oder Kopfschmerzen.

Insbesondere an Grundschulen habe jedes zweite Kind Hilfe der extra für diese Aufgabe ausgebildeten früheren Kinderkrankenschwestern in Anspruch genommen, sagte Sozialministerin Diana Golze (Linke) am Donnerstag. Bei einem Fachkongress in Potsdam wurden Zwischenergebnisse vorgestellt.

In der Sekundarstufe suchte nach ersten Angaben jedes vierte Kind das Krankenzimmer in der Schule auf. Bislang müssen dort meist die Sekretärinnen bei gesundheitlichen Problemen der Kinder aktiv werden:  etwa medizinische Hilfe alarmieren und Eltern informieren.

Das zweijährige Modellprojekt endet im Oktober. Die Kosten belaufen sich für den Zeitraum auf 1,1 Millionen Euro. Projektträger ist die AWO Bezirksverband Potsdam in Zusammenarbeit mit Stellen wie den Ministerien für Soziales und Bildung sowei der AOK Nordost.

„Damit Kinder gut lernen können, müssen sie sich an den Schulen wohlfühlen und auch gesund sein“, betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Die Fachkraft vor Ort helfe mit, dafür zu sorgen, aber auch bei der Bewältigung von Stress. Nach ersten Untersuchungen mussten an Sekundarschulen 33 Prozent der Schüler wegen Erkrankungen und 10 Prozent wegen eines Unfalls von der Schule nach Hause geschickt werden. Schulgesundheitsfachkräfte ergänzten zahlreiche weitere Aktivitäten für gesunde Kinder und Jugendliche.

„Wir wissen noch nicht, ob und in welcher Form das Projekt das Projekt weiter geht“, sagte Ministerin Ernst. Weitere Ergebnisse werden noch benötigt. Es gebe daran bundesweit bereits Interesse, hieß es.

Schulgesundheitsfachkräfte beraten auch in Gesundheitsfragen von richtiger Ernährung bis zu ausreichender Bewegung oder betreuen chronisch kranke Kinder. Auch Mädchen oder Jungen, die unter Mobbing leiden, die Probleme haben, weil sie in eine neue Klasse kamen oder unter ersten Liebeskummer leiden, finden ein offenes Ohr mit der „Schulkrankenschwester“.

Das Modellprojekt läuft derzeit auch in Hessen an zehn Schulen im Rhein-Main-Gebiet. Bundesweit sind noch einige weitere dieser Schwestern im Einsatz. International sind sie Alltag in Skandinavien, Polen oder den USA.

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