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Bewerbung für Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 eingereicht / Ortsteil punktet mit Engagement

Wettbewerb
Groß Schönebeck putzt sich heraus

© Foto: Andreas Gora
Susan Hasse / 16.02.2018, 06:07 Uhr
(MOZ) Groß Schönebeck Die kleine Ortschaft Groß Schönebeck bewirbt sich um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018. Die Bewerbung des 1770- Seelen-Dorfes listet zahlreiche Projekte auf, die zukunftsweisend, nachhaltig und rundherum positiv für die Menschen vor Ort sind.

Als einziges Dorf im Land Brandenburg wirft Groß Schönebeck seinen Hut um den Dorferneuerungspreis in den Ring. Der europaweit ausgeschriebene Preis, der seit 2003 jährlich vergeben wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto " weiter denken".

Auf über 25 Seiten hat der zur Gemeinde Schorfheide gehörende Ortsteil nun in seiner Bewerbung aufgelistet, warum der Preis in die schöne Schorfheide gehen soll. Das Dorf ist insgesamt ein lebenswerter Ort, was letztlich die steigenden Einwohnerzahlen der vergangenen Jahre belegen. Die ÖPNV-Anbindung ist vorbildlich: in nur 40 Minuten erreicht man Berlin. Die notwendige Infrastruktur, vom Wasseranschluss bis zur schnellen DSL-Leitung sind in Groß Schönebeck ebenfalls vorhanden. Auch Ärzte, Physiotherapeuten und eine Apotheke gibt es vor Ort. Grundschule und Kindergarten bieten notwendige familienfreundliche Strukturen. Mit dem Edeka-Kaufmann Hartmut Maske ist auch die Nahversorgung gesichert. Der Supermarkt wurde erst kürzlich neu gebaut und hat sich zum beliebten Treffpunkt im Dorf gemausert. Alles in allem, denkt Groß Schönebeck somit weiter - nämlich an die Zukunft seiner Einwohner. Diese Fakten sicherten die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes und tragen zur guten Lebensqualität bei, finden die Verfasser der Bewerbung.

Beim Neujahrsempfang des Dorfes versammelten sich kürzlich über 90 Unternehmer aus Handwerk und Dienstleistung sowie ehrenamtliche Vereinsmitglieder. Das belege, wie vital das Dorf sei, meint Ortsvorsteher Hans-Joachim Buhrs. "Der Gemeinschaftssinn im Dorf stimmt." Dazu trage auch viel der Verein "Wir für Groß Schönebeck" bei, in dem derzeit über 40 engagierte Bürger Mitglied sind.

Ziel ist es, den Zusammenhalt zu stärken und Groß Schönebeck zum attraktiven Ort für Einheimische und Touristen zu machen. Ein Beispiel, dass das Gemeinschaftsgefühl lebt, ist der alljährliche Frühjahrsputz, bei dem das halbe Dorf mitmacht. Die verschiedenen Dorffeste sind gut besucht und bringen die Menschen zusammen. Im Dorfgemeinschaftshaus engagieren sich zahlreiche Vereine, die die Gemeinschaft fördern.

Nicht nur in Sachen ländliches Gemeinwesen hat Groß Schönebeck die Nase vorn, auch was die Dorferneuerung angeht, sind die Einwohner vorn dabei. So sei es in den vergangenen Jahren gelungen, viele Grundstücke, die Schandflecken im Dorf waren, wieder ansehnlich zu machen. Dass Groß Schönebeck wächst und gedeiht, ist auch der Politik der Gemeinde Schorfheide geschuldet: Diese investiert kräftig in ihr zweitgrößtes Dorf. In diesem Jahr wird eine neue Schulsportanlage für insgesamt über 1,56 Millionen Euro neu gebaut. Zudem bekommt das zum Museum umgebaute Jagdschloss in der Kannengießer Straße einen neuen Parkplatz. Auch der geplante Bau des Radweges nach Eichhorst sei für die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Ortes wichtig. In Sachen Nachhaltigkeit kann das Dorf ebenfalls punkten. Das Geo-Thermie Zentrum am Stadtrand forscht über alternative Energiequellen. In der kommenden Woche wird zudem eine Strom-Tankstelle eröffnet, die das Zeitalter der vielzitierten Elektromobilität im Dorf einläutet.

Ob all diese Beispiele herausragend genug sind, muss nun die Jury entscheiden. Buhrs sieht alle Kriterien der Ausschreibung erfüllt. Bereits 2013 hat das Dorf beim bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" mitgemacht. Ob es diesmal für einen Preis reicht, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Im Juni macht die Jury zunächst eine offizielle Begehung durch das idyllische Dorf und wird sich dann zwischen pittoresken Bergdörfern in Südeuropa und dem brandenburgischem Schorfheidedorf entscheiden müssen.

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