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Typisierungsaktion
Mehr als 1700 Menschen geben Speichelprobe für Nick ab

Speichelprobenentnahme am Fließband: Rund 150 freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Speichelprobenentnahme am Fließband: Rund 150 freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. © Foto: MOZ/Tilman Trebs
Aileen Hohnstein, Tilman Trebs / 17.02.2018, 15:25 Uhr - Aktualisiert 19.02.2018, 11:39
Hohen Neuendorf (MOZ) Exakt 1737 Menschen haben sich am Sonnabend in der Hohen Neuendorfer Waldgrundschule in die Deutsche Knochenmark-Spender-Datei (DKMS) aufnehmen lassen. Sie alle wollen dem am Leukämie erkrankten Nick aus Hohen Neuendorf helfen. Gleichzeitig wurden knapp 22 600 Euro an Spenden für die DKMS gesammelt.

Zahlreiche Menschen folgten seinem Aufruf und ließen sich bei der DKMS registrieren. Insgesamt wurden heute 1737 Personen in die Datei aufgenommen. Dass es trotz steten Ansturms nicht zu längeren Wartezeiten kam, war der ausgeklügelten Organisation zu verdanken. 150 Helfer – Lehrer, Eltern und externe Personen – waren daran beteiligt, an verschiedenen Ständen Essen zu verkaufen oder die schnelle Registrierung zu ermöglichen. Franziska Wolke war eine der vielen ehrenamtlichen Helfer. Ihr Sohn geht an die Waldgrundschule. „Ich würde mich freuen, wenn so etwas auch für mein Kind gemacht wird. Deshalb wollte ich heute helfen“, sagte sie, während sie auf jemanden wartete, der sich registrieren lassen wollte.

Dabei floss nicht ein Tropfen Blut. „Seit vergangenen Oktober hat unser Labor eine Technik entwickelt, die eine Blutentnahme nicht mehr nötig macht“, erklärte Stefanie Doss, Teamleiterin für Spenderneugewinnung der DKMS. Statt einem Piks in den Arm genügen nun drei Wattestäbchen, die für jeweils eine Minute an der Mundschleimhaut entlanggeführt werden. Die Blutgruppe, alle relevanten Gewebemerkmale und zusätzlichen Faktoren können dadurch bestimmt und damit geeignete Stammzellspender gefunden werden. Ein Vorteil der neuen Technik: Alles geht viel zeitsparender vonstatten.

Von dem reibungslosen Ablauf waren auch viele Teilnehmer überrascht, die eigentlich lange Wartezeiten erwartet hatten. „Wir haben von der Aktion heute Früh im Radio gehört“, erzählte Yvonne Pfeiler aus Berlin, die ihren Mann begleitete. „Das ging hier alles ganz fix, obwohl so viele Leute da sind. Es ist eine gute Stimmung, alle sind nett“, lobte sie. Auch Julia Kuhnecke aus Glienicke war ganz überrascht. Nur etwa fünf Minuten musste sie investieren. Und die Zeit spendete sie gern. „Ich arbeite im Medizinbereich, das Schicksal von Nick hat mich berührt. Deshalb wollte ich heute mitmachen und hoffe, dass ich damit jemandem helfen kann.“

Nick selbst war am Sonnabend nicht in der Waldgrundschule, sondern musste im Krankenhaus bleiben. „Er ist sehr krank, deshalb kann er nicht hier sein. Seine Familie ist bei ihm. Sie ist aber sehr glücklich über das Engagement der Menschen heute hier und hat sich dafür schon am Freitag bei telefonisch dafür bedankt“, sagte Schulleiter Holger Mittelstädt.

Auch der angekündigte Hertha-Star Fabian Lustenberger sagte kurzfristig seinen Besuch in Hohen Neuendorf ab. Für ihn ließ sich Vereinsmaskottchen Herthino am Nachmittag auf dem Schulhof blicken und brachte ein von den Fußballern unterschriebenes Trikot mit, das bei der Tombola verlost wurde.

Spenden für die DKMS wurden auch an anderen Ständen gesammelt. So gingen die Erlöse aus dem Bratwurstverkauf und vom Kuchenbasar ebenso in die Spendenkasse, wie die von Nähwaren- und Trödelständen. Insgesamtwurden stattliche 22 587,44 Euro für die DKMS gesammelt.

Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) zeigte sich am Nachmittagüberwältigt: „Ich bin einfach nur tief beeindruckt und tief bewegt von der Einsatzbereitschaft der Leute.“ Sie zeige, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft immer noch vorhanden sei. „Wenn die Leute gebraucht werden, sind sie auch da.“

Oberhavels Sozialdezernent und früherer Jugendtrainer von Nick, Matthias Rink (CDU) sagte: „Ich bin beeindruckt, was durch das Organisationsteam und die vielen Helfer hier heute auf die Beine gestellt wurde und hoffe, dass auch ein Spender gefunden wird.“ Rink will Nick am Sonntag im Krankenhaus besuchen. „Ich hoffe, dass klappt auch.“ 

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