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Bauprojekt
Anbau statt Keller

Thomas Baake / 19.02.2018, 08:06 Uhr
Reckahn (MOZ) "Was wäre passiert, wenn wir nicht den Mut gehabt hätten, das Gebäude anzufassen?", fragte Reckahns Ortsvorsteher Klaus Berle bei der ersten Ortsbeiratssitzung 2018 auf Schloss Reckahn in die Runde. "Es wäre zusammengefallen", tönte es aus dem Publikum. Gemeint ist das Herrenhaus auf dem Gelände des Schlosses. Um dem Zusammenfall entgegenzuwirken, handelte die Gemeinde. Das denkmalgeschützte Haus wird saniert und modernisiert. Dafür gab es Fördermittel und nun sind die Macher gefragt. Die Baugenehmigung ist da und so können die Architekten von der Firma Behrens und Heinlein loslegen. Beziehungsweise sie haben es schon getan. Das Asbest ist weg und auch der Archäologe war schon im Gebäude. Den derzeitigen Sachstand präsentierten die Verantwortlichen auf der vorigen Sitzung. Der bereits genehmigte Keller kann nicht umgesetzt werden. Die archäologischen Befunde lassen dies nicht zu. "Es wäre kostenmäßig nicht vertretbar gewesen", so Bauleiter Egon Behrens. Deshalb sind nun Umplanungen erforderlich. Ein Anbau soll die Lösung sein, um am Ziel festzuhalten. Das Gebäude soll später als Jugend-, Kulturzentrum und Gemeinderaum genutzt werden. Durch den Anbau entsteht eine Art Innenhof, der für Freiluftveranstaltungen zur Verfügung stehen kann. Ebenfalls neu, bzw. anders, geht es auf dem Dach zu. Es wird keine sogenannten Dachgauben geben, dafür dürfen die Architekten die Dachkonstruktion zurückbauen. Derzeit bricht die Baufirma den Giebel ab, da dieser marode ist. "Wir kommen von oben", schmunzelt Bauleiter Behrens. Der Archäologe kann weiterhin durch zwei Ebenen geschützt im Erdgeschoss seine Arbeit tun. Findlinge im Fundament aber auch zwei leere Bierflaschen fand der Experte. Oberirdisch sei es nicht nachvollziehbar, was man so entdeckt. "Da waren Baumeister am Werk, die es eilig hatten", so der Archäologe Lange. Die Zeit spielt bei der Aktion auch eine Rolle. Ziel ist es, im Juli die "Hülle" des Herrenhauses zu schließen und mit dem technischen Ausbau zu beginnen. Ob die Arbeiten allerdings zu Silvester dieses Jahres abgeschlossen werden können, steht in den Sternen. Dennoch hält die Gemeinde weiter an den Bauarbeiten fest und hofft, dass das Vorhaben weiterhin vielleicht auch über den geplanten Zeitraum hinaus gefördert wird. Insgesamt gibt es 56 Projekte dieser Art im Land Brandenburg, die auch mit ähnlichen Probleme - Stichwort Denkmalpflege - zu kämpfen haben. Ortsvorsteher Berle ist sich aber sicher: "Irgendwie wird das Projekt zu Ende geführt, es muss zu Ende geführt werden." Bestimmte bauliche Ausschreibungen für die Baumaßnahmen seien auch schon ausgeschrieben, hieß es von Bürgermeister Uwe Brückner. So etwa die der Zimmerleute.

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