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Berufliches Gymnasium macht Hochschulreife möglich / Oberstufenzentrum II in Finow öffnet Tür für potenzielle Schüler

Vorgestellt
Hier geht's zum Abitur

Julia Lehmann / 19.02.2018, 21:27 Uhr
Eberswalde (MOZ) Nach der zehnten Klasse muss nicht Schluss sein. Das Berufliche Gymnasium in Finow machte am Sonnabend wieder Werbung in eigener Sache. Schüler können dort das Abitur mit berufsbezogenem Profilfach wie Psychologie, Wirtschaft oder Mediengestaltung ablegen.

Auf zwei Etagen, die je komplett im Kreis erlaufen werden können, schlendern Eltern und Schüler durch das Oberstufenzentrums II Barnim am Standort in der Fritz-Weineck-Straße. In drei Jahren können junge Menschen, vornehmlich Oberschüler, hier das Abitur mit einem Schwerpunktfach machen. Am Sonnabend war die Schule außer der Reihe geöffnet. Jedes Jahr im September beginnen die neuen elften Klassen. Derzeit bemüht sich die Schule also verstärkt um den Nachwuchs. Am Sonnabend war Tag der offenen Tür.

Zuweilen werden die Schüler, die an diesem Tag ebenfalls gefragt sind, sehr kreativ darin, ihr Schwerpunktfach zu repräsentieren. Im Psychologieraum trifft man auf einen Engel, einen Teufel und einen unauffällig dunkel gekleideten jungen Mann. Sie verkörpern das Drei-Instanzen-Modell, bestehend auch Über-Ich, Ich und Es nach Sigmund Freud, das eine zentrale Theorie der Psychologie darstellt. Merlin-Alexander Klatt (19), das Ich in dem Trio, erläutert Besuchern gerade, dass Abitur in drei statt zwei Jahren "nicht schlimm" ist. Im Gegenteil, wie er später auf Nachfrage sagen wird, denn es bleibe ein ganzes Jahr mehr, um den Stoff zu pauken und sich der alles entscheidenden Frage zu stellen: Wohin führt mein beruflicher Weg? Im Übrigen findet man in der Schule fast nur Befürworter des Abiturs mit drei Jahren.

Eine wichtige Veränderung wartet auf alle neuen Schüler des Beruflichen Gymnasiums, die etwa 150 Besuchern am Sonnabend in zwei Veranstaltungen in der Aula erläutert wurde. Mit dem neuen Schuljahr ändert sich die Gymnasiale Oberstufenverordnung insofern, dass Schüler nur noch zwei Leistungskurse à fünf Wochenstunden statt drei Leistungskurse wählen. Alle anderen Fächer sind automatisch Grundkurse. Ein Rückschritt, findet Pädagogik-Lehrerin Adina Hinneberg. Was am Ende herauskommt, bleibt wie zuvor ein "normales" Abitur, mit einer Spezifikation, in der viele einen Vorteil sehen. Bleiben die Schüler dieser Richtung, etwa Physik, Pädagogik oder Elektrotechnik, treu, kann das ein Vorteil bei der Wahl von Studium oder Ausbildung sein. Übrigens: am Freitag ist Bewerbungsschluss am Beruflichen Gymnasium.

Apropos Elektrotechnik. Diesem Fach widmet sich Lia Barnekow (17) aus Eberswalde. An Laptops hält sie Demo-Versionen von Programmen wie ProDesktop oder Trysim bereit, die zum Programmieren und Simulieren elektronischer Abläufe dienen. Physik und Chemie sind für sie wichtige Fächer, für viele der Besucher an diesem Tag aber nur wenig interessant, sagt sie. Wenn sich jemand interessiere, dann aber wirklich. Mediengestalter arbeiten auch viel am PC, berichtet Till Gutsdorf (21) aus Angermünde. Er schätzt vor allem den sozialen, familiären Charakter im Kursverband. Für Mediengestalter stehen die Gestaltung von Plakaten und Flyern im Mittelpunkt.

Im Fachraum Deutsch diskutieren die Lehrer Gert Bräuer und Dagmar Lehmann mit Gästen über den Lehrermangel. Beide plädieren für die Förderung vom Quereinsteigern. Schließlich werde es eine Phase geben, in der schlagartig viele in den Ruhestand verschwinden. Ab und an schauen Eltern in den Raum, dahinter oft zögerlich die Kinder.

Meist übernehmen Mutter oder Vater das Fragenstellen, meint Schuldirektor André Haase. So oder so, die Leute nutzen die Gelegenheit jedes Jahr, die Schule vorab zu besuchen. Für André Haase ist schön zu sehen, dass der Weg des Oberschülers nicht vorgezeichnet und derjenige zum Abi nicht versperrt ist. Er rät aber jedem, sich vorher klar zu machen, was er möchte. Um die Abbrecherzahl gering zu halten.

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