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Gesunde Ernährung in Kitas und Schulen im Fokus / Vertrag mit aktuellem Essensversorger endet im Juli

Gesund
Mehr Gemüse auf dem Speiseplan

Mehr Vitamine auf den Tisch: Beim Rewe Ernährungsworkshop erfuhren die Vorschulkinder in der Fürstenwalder Kita Parkspatzen von Kristin Bormann (zweite von rechts) Wissenswertes über Obst und Gemüse.
Mehr Vitamine auf den Tisch: Beim Rewe Ernährungsworkshop erfuhren die Vorschulkinder in der Fürstenwalder Kita Parkspatzen von Kristin Bormann (zweite von rechts) Wissenswertes über Obst und Gemüse. © Foto: MOZ/Bettina Winkler
Annemarie Diehr, Bettina Winkler / 22.02.2018, 08:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) „Fürstenwalde ist, was es isst“, lautete am Mittwoch das Motto der Lokalen Tafelrunde, bei dem sich Experten mit Schul-, Kita-Leitern und Vertretern der Stadt über gesunde Essensversorgung austauschten. In einigen Einrichtungen wird gesunde Ernährung schon gelebt.

„Obst und Gemüse sind gesund“ weiß Vorschulkind Leopold. Zielsicher greift der Fünfjährige einen knackigen roten Apfel vom reichlich gedeckten Tisch. Im Rahmen der Initiative „5 am Tag“ gestaltet Ernährungsberaterin Kristin Bormann am Mittwochvormittag im Auftrag des lokalen Rewe-Marktes in der Fürstenwalder Kita Parkspatzen einen Workshop zur gesunden Ernährung.

„Die Kinder erfahren, warum Obst und Gemüse so wichtig sind, damit sie fit und gesund bleiben“, erläutert Kristin Bormann. Im Fokus des Programms stehen Spaß, Bewegung und entdecktes Lernen. Anna Apfel, Gustav Gurke, Pepe Paprika, Bodo Banane, Klara Karotte und die Vitaminampel sorgen dabei für das kindgerechte Vermitteln.

Obst und mit Salatblättern belegte Brote gibt es zur gleichen Zeit einige hundert Meter entfernt in der Kulturfabrik. Vertreter der Stadt diskutieren gemeinsam mit Kita- und Schulleitern, Jugendarbeitern und Experten über gesunde Ernährung und die Essensversorgung in den Einrichtungen. „Ich bin selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern“, eröffnete Anne Quart, Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, die Veranstaltung mit Referaten und Arbeitsgruppen. Es sei ihr daher ein Anliegen, das Thema gesunde Essensversorgung ins Bewusstsein von Kita- und Schulträgern zu rücken. Dass Fürstenwalde die Tafelrunde initiiert habe, zeige den Stellenwert, den das Thema auch für die Stadt habe.

Am 31. Juli endet der Vertrag mit dem aktuellen Caterer für die städtischen Schulen und Kitas, die Dussmann Service GmbH; mit der Neuausschreibung, sagte Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst, wolle man „durchaus neue Wege gehen und die Qualität des Essens erhöhen“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Grundschulen, Horten und Kitas gebildet und unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer Elternbefragung das Leistungsverzeichnis für die Neuausschreibung der Essensversorgung erstellt.

„Voraussichtlich in der nächsten Woche wird die Ausschreibung veröffentlicht“, berichtet Katja Dost, Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familie. Das Vergabeverfahren erklärte Andreas Politz, Fachgruppenleiter Familie, Soziales und Bildung, in der jüngsten Sozialausschusssitzung: Es erfolgt für die sieben Kitas und vier Grundschulen in Trägerschaft der Stadt losweise, das bedeutet, für Nord, Mitte und Süd wird jeweils ein Los gebildet, das mindesten eine Kita, einen Hort und eine Grundschule umfasst. Für jedes der drei Lose können sich Caterer bewerben.

„Das Verpflegungssystem ist wie gehabt die Warmverpflegung“, nennt Politz die gängige Versorgungsmethode, bei der Mahlzeiten in einer Zentralküche zubereitet und warm ausgeliefert werden. An Grundschulen und Horten soll Schülern zudem täglich ein Buffet mit frischen Salaten und Obst zur Verfügung stehen. „Zertifizierter Fisch, Fleisch aus artgerechter Haltung, Sonderkost für Diabetiker und Allergiker und mindestens zehn Prozent der Zutaten aus regionalem Anbau“, zählt Politz weitere vom künftigen Caterer geforderte Leistungen auf.

Bisher hatte stets der preiswerteste Bewerber die Nase vorn, diesmal, sagt der Fachgruppenleiter, achte man mehr auf die Qualität des Essens. „Der geforderte Mindestwareneinsatz beträgt 1,20 Euro für Krippen und Kitas und 1,40 Euro für Schulen.“ Wie viel Eltern künftig für die Essensversorgung zahlen und wie die Stadt den Betrag bezuschusst, ist offen. Aktuell werden für Krippe und Kita 1,74 Euro, für Hort und Grundschule 1,84 Euro fällig.

Dass sie die Essgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen mit gesunder Verpflegung, angemessenen Pausenzeiten und ansprechend gestalteten Speiseräumen positiv beeinflussen wollen, darüber sind sich die Tafelrunde-Teilnehmer am Ende einig. „Allerdings“, sagt Politz, „gibt es viele Schranken, die das begrenzen.“ Diskussionen in seiner Arbeitsgruppe haben auch gezeigt, woran es hapert – und das seien allein die Fahrpläne des Busverkehrs, die für ausgedehntes Mittagessen keine Zeit lassen.

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