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Mehr Arbeitnehmer kommen in die Grenzregion und nach Berlin / Bahnlinien sind oft überlastet

Grenzgänger
Pendlerströme aus Polen wachsen

Immer mehr Menschen pendeln aus Polen zur Arbeit nach Deutschland.
Immer mehr Menschen pendeln aus Polen zur Arbeit nach Deutschland. © Foto: dpa
Ina Matthes / 23.02.2018, 09:00 Uhr - Aktualisiert 23.02.2018, 12:17
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wachsende Pendlerbewegungen über die Grenze bringen die Infrastruktur an ihre Grenzen. Das zeigt eine neuen Studie der Euroregion Pro Europa Viadrina.

Immer mehr Menschen pendeln von Polen nach Ostbrandenburg und Berlin zur Arbeit. Wurden 2005 insgesamt 133 Pendler gezählt, sind diese Zahlen seit Wegfall der Arbeitsbeschränkungen für polnische Bürger in Deutschland 2011 deutlich gestiegen. So pendelten 2016 knapp 1600 Polen in die Kreise Oder-Spree, Märkisch-Oderland und die Stadt Frankfurt (Oder) sowie 2132 Menschen nach Berlin. Diese Daten gehen aus einer deutsch-polnischen Analyse für das Gebiet der Euroregion Pro Europa Viadrina hervor, die am Donnerstag in Frankfurt (Oder) präsentiert wurde. Der Studie liegen vor allem Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Hauptamtes Zielona Góra zugrunde.

Aber auch Erkenntnisse der Verkehrsbetriebe sind eingeflossen. Eine große Rolle spielt die Bahn, vor allem die Regionalzüge der Linien RE 1 und der Ostbahn von Berlin über Müncheberg bis ins polnische Kostrzyn. So steigen viele Polen am Bahnhof in Frankfurt (Oder) zu. Sie nutzen die Buslinie zum Bahnhof, die Frankfurt und Slubice verbindet. Auch der Bahnhof Küstrin-Kietz werde stark von polnischen Pendlern frequentiert. Wie Sven Friedrich, einer der Autoren der Studie, deutlich machte, sind die Züge teils überlastet. "Die Kapazitäten ab Müncheberg in Richtung Berlin sind in den Hauptverkehrszeiten überschritten." Gleiches treffe auf den RE 1 ab Fürstenwalde zu.

Sowohl die Vertreter der deutschen als auch der polnischen Seite machten deutlich, dass sie vor allem beim Ausbau und den Taktzeiten der Bahnlinien Handlungsbedarf sehen. Maciej Nowicki vom Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie setzte sich für eine Fortführung der Datenerhebung ein. Denn die ist lückenhaft. So gibt es keine Erkenntnisse, aus welchen polnischen Gemeinden die Pendler kommen. Erfasst wurden auch nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, nicht aber die geringfügig Beschäftigten. Für die Grenzregionen sind solche Daten die Basis für Planungen, aber auch, um finanzielle Unterstützung einzufordern."Wir brauchen das Bewusstsein in der Landesregierung, dass die Infrastruktur hergerichtet werden muss", sagte Rainer Schinkel, Beigeordneter im Kreis Märkisch-Oderland.

Die Landesregierung hat am Donnerstag zumindest für eine andere Grenzregion Verbesserung angekündigt. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) setzte sich bei einem Besuch in der Uckermark erneut für den Ausbau der Bahnlinie Berlin-Stettin ein. Sollte der Bund zusätzliche Planungskosten für das zweite Gleis nicht übernehmen,  würden die Länder Brandenburg und Berlin sie bezahlen.

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