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Ortstermin mit NEB-Vertreter / Nutzungsvertrag wird vorbereitet / Erste Ausstellung für Mai geplant

Verkehr
Neuer Verein will Bahnhof beleben

Ines Weber-Rath / 25.02.2018, 21:00 Uhr
Küstrin-Kietz (MOZ) Der neue Verein Kietz-Bahnhof geht seine Ziele mit Volldampf an: Vier Wochen nach der Gründung wurden bei einem Ortstermin am Küstrin-Kietzer Bahnhof mit einem NEB-Vertreter die Weichen für die Wiederbelebung des Areals gestellt. Im Mai soll es erste Aktivitäten geben.

Bei Sven Tombrink, dem Prokuristen und Immobilien-Verantwortlichen der Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft (NEB) sind Uwe Bräuning und seine Mitstreiter mit ihrem Vorhaben am Sonnabend Vormittag praktisch offene Türen eingerannt. Bräuning, der sein Brot als Bundespolizist verdient, ist der Vorsitzende des am 20. Januar gegründeten Vereins "Kietz-Bahnhof".

Unter den acht Gründungsmitgliedern ist auch der Küstrin-Kietzer Ortsvorsteher Gerhard Schwagerick. Ihm ist die Kasse des Vereins anvertraut. Andere Mitstreiter sind "Wochenend-Kietzer". Wie Jürgen Danyel. Der Berliner ist Historiker. Und will sich als solcher besonders um ein Anliegen des Vereins kümmern - die Aufarbeitung und Veranschaulichung der einst bedeutenden Bahnhofs-Geschichte des Grenzortes.

Doch den Mitgliedern des jungen Vereins geht es um mehr: "Wir wollen das Bahnhofsareal wiederbeleben, es zu einem Kommunikationspunkt im Dorf und an der Grenze zu Polen machen", sagt Uwe Bräuning beim Treffen auf dem Bahnhof. Das große Bahnhofsgebäude bietet dafür reichlich Platz.

Es gehört der NEB, die es vor sieben Jahren, als die Bahn AG es los werden wollte, ersteigert hat. "Wir nutzen faktisch nur einen Raum im Haus, als so genannte Meldestelle für unsere Regionalbahnstrecke 26", erklärt Sven Tombrink. Dazu gehören Sanitär- und Sozialräume für das Personal der grenzüberschreitenden Zugverbindung.

Zu DDR-Zeiten waren auf dem Küstrin-Kietzer Bahnhof mehr als 200 Mitarbeiter tätig. Der Dornröschenschlaf begann, als in den 90er-Jahren der Güterbahnhof geschlossen und rückgebaut wurde. Nun soll es ein Wiedererwachen geben - für Einheimische, Pendler und Touristen, mit Geschichte, Kultur und deutsch-polnischen Begegnungen. Dass mit Marcin Wichrowski aus Kostrzyn ein ehemaliger Mitarbeiter des Festungsmuseums Gründungsmitglied des neuen Vereins ist, bietet gute Voraussetzungen dafür, Kontakte über die Oder für das Vorhaben zu knüpfen.

Einen Ansatz sehen die Vereinsmitglieder im Knotenpunkt zwischen der Regionalbahn und dem Oder-Neiße-Radweg, der durch Küstrin-Kietz führt. "Wir könnten im Bahnhof einen Fahrradverleih einrichten", sagt Jürgen Danyel. Sven Tombrink verweist auf gute Erfahrungen des Bahnlinienbetreibers mit dem Radverleih auf seiner Strecke RB 27. Die könnten auf die RB-26-Strecke übertragen werden.

Sogar Übernachtungsplätze für Touristen könnten im Bahnhofsgebäude geschaffen werden, wird beim Gespräch am Sonnabend deutlich. Immerhin gibt es im Haus zwei komplette, leer stehende Wohnungen. In Kooperation mit dem Küstriner Festungsmuseum wären grenzüberschreitende Führungen möglich, so eine weitere Idee.

Zunächst soll nun ein Nutzungsvertrag zwischen der NEB und dem Kietz-Bahnhof-Verein erarbeitet werden. Auf ein erstes Vorhaben haben sich beide Seiten indes bereits verständigt: Am 10. Mai soll im Küstrin-Kietzer Bahnhofsgebäude eine Ausstellung eröffnet werden.

Die von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erstellte Schau unter dem Titel "Voll der Osten - Leben in der DDR" mit Fotos von Harald Hauswald und Texten von Stefan Wolle wollen die Kietzer Vereinsmitglieder um polnische Texte ergänzen. Und um Zeitzeugenberichte und Exponate aus dem Ort. Sie bitten dafür um Unterstützung.

Kontakt: verein-kietz-bahnhof@gmx.de; Tel. 033479 59024

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