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Theater 89 führt den zweiten Teil des Open-Air-Spektakels "Die Heiden von Kummerow" auf

Theater
Biesenbrow wird wieder zur Bühne

Acker unseres Herrn: Für die Spielszenen des Thetaerprojektes "Die Heiden von Kummerow", das im vergangenen Sommer Premiere in Biesenbrow hatte, lernten die Laiendarsteller Pflügen mit dem Pferd.
Acker unseres Herrn: Für die Spielszenen des Thetaerprojektes "Die Heiden von Kummerow", das im vergangenen Sommer Premiere in Biesenbrow hatte, lernten die Laiendarsteller Pflügen mit dem Pferd. © Foto: MOZ/Daniela Windolff
Daniela Windolff / 26.02.2018, 22:00 Uhr
Biesenbrow (MOZ) Das Theater 89 wird in diesem Jahr Ehm Welks "Heiden von Kummerow" weitererzählen. Im zweiten Teil der außergewöhnlichen Open-Air-Inszenierung des Romans in der Landschaft von Biesenbrow werden weitere sieben Kapitel mit Schauspielern und vielen LaiendarstelleRn gespielt. Premiere ist am 8. September.

Die Proben für den zweiten Teil des Dreijahresprojektes "Die Heiden von Kummerow" haben gerade erst begonnen, die neuen Schauplätze im Dorf sind noch nicht komplett und Sponsoren müssen weiter geworben werden, da reißen sich die Zuschauer schon um die Eintrittskarten für die Fortsetzung des Theaterspektakels, mit dem das Ensemble des Theaters 89 im vergangenen Jahr eine Weltpremiere in dem kleinen Uckermark-Dorf Biesenbrow wagte.

Hans-Joachim Frank, künstlerischer Leiter des Theaters, inszenierte nicht nur erstmals Ehm Welks Erfolgsroman für das Theater, er holte die Geschichte auch in die Landschaft, von der das Buch erzählt, in das Dorf, das als literarisches Kummerow berühmt wurde, an die Originalschauplätze, an denen Welk seine Figuren agieren lässt.

Die erste Vorstellung zur 725-Jahr-Feier Biesenbrows 2017 war ausverkauft. Die Begeisterung der Zuschauer, die trotz des Regenwetters damals zwölf Stunden lang ausharrten, um keine Szene zu verpassen, lässt auch in diesem Jahr einen ähnlich großen Besucheransturm erwarten.

"Wir hatten nach der Premiere so viele Dankes-Briefe und mitunter sehr rührende E-Mails erhalten, in denen Leute ihre Familienerlebnisse und Kindheitserinnerungen erzählen. So etwas gab es nach einer Aufführung bisher noch nie", ist Theaterchefin Uta Wilde noch immer überwältigt von dem Echo des Publikums. Für das Theaterteam und auch für die Biesenbrower, die das Projekt ermöglichen und mit Leben erfüllen, ist das nicht nur Bestätigung, sondern auch eine große Herausforderung, die hohen Erwartungen des Publikums nun mit der Fortsetzung der "Heiden"-Geschichten nicht zu enttäuschen.

Doch Frank vertraut dem Zauber des Romans, der nach über 80 Jahren nichts von seiner Poesie und seiner Aktualität verloren hat. "Es ist die Leuchtkraft des Autors, die den Erfolg ausmacht. Und es ist die Wirkung der Landschaft. Ein Glücksfall für uns, dass wir das hier haben können."

Er inszeniert den Roman als szenische Lesung, um Ehm Welks Sprache nicht zu verfälschen. "Vielleicht öffnet das manchen Menschen auch hier vor Ort einen neuen Zugang zu dem Originalbuch. Es gibt ja in dem Kunstwerk immer wieder etwas neu zu entdecken", hofft Hans-Joachim Frank.

"Auch die nächsten sieben Kapitel sind voller Humor und Überraschungen in Welks ganz besonderen Erzählweise, die Welt aus Kinderaugen zu betrachten, unvoreingenommen, staunend und grundehrlich", schwärmt der Regisseur, der den Roman inzwischen Dutzende Male gelesen und jedes mal aufs Neue fasziniert ist. Erzählt werden dieses Jahr die Kapitel 9 bis 15. Das Kapitel 16, die Völkerwanderung, wird einen Tag später am 9. September wie jedes Jahr als Wanderung von Biesenbrow nach Angermünde mit Stationen und kleinen Spielszenen unterwegs gestaltet, bei der wieder jeder mitlaufen kann.

Der zweite Teil ist dichter und hat mehr Spielszenen als der episch breit erzählte erste Teil. Ein Lieblingskapitel hat der Regisseur nicht. Publikumswirksam seien sicher Szenen mit dem betrunkenen Pastor sowie die Szene auf dem Kirchturm, von dem die Kinder bis nach "Randemünde" schauen und dem Pastor auf den Kopf spucken. Ob sie dafür wirklich den Biesenbrower Kirchturm besteigen dürfen, das müssen die Theaterleute noch klären.

Die meisten Rollen sind bereits besetzt. So mimt Pfarrer Michael Heise wieder Kantor Kannegießer und Erhard Kolle vom Landkulturverein den Pastor Breithaupt. Für die Kinderrollen werden noch Darsteller als Zweitbesetzung gesucht. Für die aufwändige Logistik, von Sitzbänken über Verpflegung bis zu Parkplätzen am Dorfrand, profitieren die Organisatoren von den Erfahrungen des vergangenen Jahres.

"Wir haben viele zuverlässige Helfer und Unterstützung von den Vereinen des Dorfes, vom ortsansässigen Landwirt und vom Jugendbauernhof, die alle wieder ihre Hilfe zugesagt haben", freut sich Erhard Kolle. Auch die Angermünder Feuerwehr ist angefragt.Angermündes Bürgermeister Frederik Bewer übernimmt erneut die Schirmherrschaft für das ehrgeizige Projekt.

Dafür werden noch Sponsoren gesucht. Der Landkreis hat zwar eine Projektförderung von 5000 Euro bewilligt, doch das deckt die Gesamtkosten noch lange nicht. "Wir sind auch für Sachspenden dankbar. Wer uns unterstützen möchte, kann sich jederzeit bei uns melden. Im Programmheft können wir die Sponsoren veröffentlichen", sagt Uta Wilde.

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