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Pirat im Kreistag
„Bio-Eier müssen von hier kommen“

Widerstand: Gegen Massentierhaltung und Mega-Ställe sind zahlreiche Oberhaveler bei der großen Demonstration während der Grünen  Woche in Berlin auf die Straße gegangen.
Widerstand: Gegen Massentierhaltung und Mega-Ställe sind zahlreiche Oberhaveler bei der großen Demonstration während der Grünen  Woche in Berlin auf die Straße gegangen. © Foto: MOZ/Klaus D. Grote
Friedhelm Brennecke / 27.02.2018, 13:23 Uhr - Aktualisiert 27.02.2018, 13:53
Oranienburg (MOZ) Zirka 48 Millionen Eier werden statistisch pro Jahr in Oberhavel verzehrt, hat der Kreistagsabgeordnete Axel Heidkamp von der Fraktion Grüne/Piraten errechnet.

Derzeit würden rund 60 bis 70 Prozent dieser gigantischen Eier-Menge aus Holland, Niedersachsen und Dänemark angeliefert. „Der ökologische Fußabdruck dieser Eier ist eine einzige Katastrophe“, sagt Heidkamp und fügt hinzu: „Oberstes Ziel all derer, die für eine bessere Tierhaltung und nachhaltige Produktion zum Wohle der Umwelt stehen, sollte es sein, diesen Fußabdruck zu verkleinern.“

Wenn Oberhavel sich mit Eiern regional selbst versorgen wolle, müssten hierzulande etwa 160 500 Hühner gehalten werden. „Wo aber sollen die gehalten werden, wenn nicht in größeren Ställen?, fragt der Abgeordnete der Piraten. Ein kategorisches Nein zu großen Legehennenanlagen dürfe es nicht geben, findet der Oranienburger, der damit in seiner Fraktion bisher allerdings allein dasteht.

Alle Gegner von Legehennenanlage müssten erklären, wie sie sich unter kaufmännischen und tiergerechten Bedingungen die Produktion von Eiern vorstellen und wo sie stattfinden solle. Heidkamp hat eine Liste mit Fragen zum Thema regionale Lebensmittel und biologische Hühnerhaltung formuliert. Viele Menschen würden zwar für Bio streiten, seien aber wohl nicht bereit, den entsprechen Preis dafür zu bezahlen, mutmaßt er. Wer sich unvoreingenommen mit dem Thema befasse, müsse jedenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass an größeren Ställen kaum ein Weg vorbeiführe, ist Heidkamp überzeugt.

Er plädiert dafür, sich mit den Betreibern der geplanten Legehennenanlage zusammenzusetzen, um nach Lösungen zu suchen, die für beide Seiten tragbar seien.

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