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Ex-Bundeswehroberst Hans W. Odenthal und Ex-NVA-Oberst Horst Klein haben Buch zu Peter Göring überarbeitet

Der Tod Peter Görings
Wahrheitssuche im Gestrüpp der Manipulationen

So präsentierten sie die erste Auflage:  die Strausberger Horst Klein und Hans W. Odenthal
So präsentierten sie die erste Auflage:  die Strausberger Horst Klein und Hans W. Odenthal © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 01.03.2018, 08:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Schon mit der Erstauflage ihres Buches über „Leben und Tod des Soldaten Peter Göring“ hatten sich Hans W. Odenthal und Horst Klein nicht bei allen beliebt gemacht. Jetzt haben sie weitere Beweise für eine ideologisch gelenkte Manipulation publiziert.

Am 14. März können sich die Besucher der „Vorstadt-Dialoge“ der Kameradschaft Ehemalige Strausberg im Deutschen Bundeswehrverband mit den neuen Ergebnissen der hartnäckigen Forschungsarbeit zweier ehemaliger Obristen vertraut machen. Horst Klein (NVA) und Hans-Willy Odenthal (Bundeswehr) haben sich in das Leben und vor allem den Tod des erschossenen DDR-Grenzsoldaten Peter Göring regelrecht verbissen und ihr Büchlein der Reihe „Strausberger Studien zur Geschichte“ im vollständigen Titel „Im Zerrbild ideologischer Interessen“ genannt.

Den Forschungen der beiden Strausberger Ex-Offiziere vorausgegangen war die jahrelange Kontroverse in den politischen Gremien der Stadt um die gleichnamige Straße im Norden. Die CDU strebte an, den Namen aus dem Stadtbild zu tilgen. Der weitestgehende Vorschlag hier einst, die Straße lieber nach dem Strausberger Michael Gartenschläger zu benennen. Er war 1962 wegen Brandstiftung einer LPG-Scheune in Hohenstein und dem Anbringen regimekritischer Aufschriften im öffentlichen  Raum zum Tode verurteilt und später begnadigt und in die Bundesrepublik verkauft worden. Spätere Vorstöße richteten sich auf eine Umbenennung in „Am Freibruch“, eine an der benachbarten Senke orientierten, weniger streitbaren Bezeichnung.

Die  verbesserte Auflage des Bandes ist vor allem um die Ergebnisse eines Gespräches mit dem früheren Hauptmann der Grenzbrigade Berlin Günter Ganßauge. Bis zu dessen Berentung als Oberstleutnant der Stadtkommandantur Berlin war Ganßauge direkt am Brandenburger Tor eingesetzt und begleitete noch in den 1980er-Jahren Staatsgäste bei der Besichtigung der Grenzsicherungsanlagen und der Aussichtsplattform mit Blick zur Siegessäule.

Als früherer CDU-Fraktionsvorsitzender der Strausberger Stadtverordnetenversammlung  bescheinigt Udo Lungwitz den beiden Autoren, sich nicht auf Schuldzuweisung, sondern aus Wahrheitsfindung orientiert zu haben. Horst Klein berichtet, in dem Gespräch habe der heute 89-jährige Günter Ganßauge bestätigt: „Die von uns nachgewiesene Manipulation des tatsächlichen Geschehens habe eine Spezialeinheit des Innenministeriums ausgeführt.“ Doch habe Ganßauge zum Beispiel der Auffassung der beiden Autoren vom groben Verstoß der DDR-Grenzposten gegen geltende Schusswaffengebrauchsbestimmungen widersprochen. Warum die streitbaren Autoren dem Einwand in ihrer neuen Auflage nicht folgten, werden sie sicher in ihrem Vortrag bei den „Vorstadt-Dialogen“ darlegen. Doch räumen sie auch Irrtümer ein, die nach dem Gespräch in der neuen Auflage korrigiert wurden.

Die schriftliche Zeitzeugenaussage Ganßauges fügten sie als Faksimilie-Abdruck ihren Abbildungen hinzu: „Sachlich und gründlich wurde mit viel persönlichem Einsatz ein Zwischenfall im Kalten Krieg aufgeklärt.“

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