Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Familienstätte „Das Nest“ betreut dank Impuls-Stiftung junge Mütter / Noch gibt es freie Plätze

CVJM
Kinder werden spielend gefördert

Monika Kexel inmitten ihrer Spiele-Welten. Das und noch viele andere Materialien erhalten Mütter, die am Opstapje-Projekt teilnehmen.
Monika Kexel inmitten ihrer Spiele-Welten. Das und noch viele andere Materialien erhalten Mütter, die am Opstapje-Projekt teilnehmen. © Foto: Doris Steinkraus
Steinkraus / 02.03.2018, 06:00 Uhr
Seelow (MOZ) Opstapje ist ein Familienprogramm und kommt aus Holland. Übersetzt heißt es „Schritt für Schritt“. Seit 2017 bietet das Familienzentrum „Das Nest“ unter Trägerschaft des CVJM  es in Seelow an. Noch gibt es freie Plätze.

In einem der „Nest“-Räume sieht es derzeit aus wie in einem Spielzeugladen. Lustige Plüschaffen, Baby-Kuscheltücher mit Beißfläche, Holzspielzeug aller Art, kleine Fingerspiele und viele bunte Kinderbücher stapeln sich. „All das ist für unsere jungen Mütter, die an unserem Projekt teilnehmen“, erklärt Monika Kexel.

Opstapje hört sich zunächst sehr fremdartig an. Es bedeutet jedoch eine ganz individuelle Mutter-Kind-Betreuung. 2016 hatte sich Monika Kexel bei der Stiftung Impuls um die Teilnahme beworben. Unterstützt wird es von der Initiative „Deutschland rundet auf“. Das Konzept passe einfach hervorragend in die Struktur der Familienstätte, sieht es die Sozialarbeiterin. Denn im „Nest“ gehen vor allem Familien mit Kindern ein und aus. Aber nicht unbedingt für sie hatte Monika Kexel das Projekt Opstapje gedacht. Viele scheuen den Weg ins „Nest“. „Es gibt jedoch überall Frauen, die nach der Geburt ihrer Kinder recht allein da stehen. Das hat gar nichts mit den sozialen Verhältnissen zu tun“, betont Monika Kexel. Zum Teil existierten heute eben nicht mehr das Wohnen mehrerer Generationen im nahen Umfeld. „Die Mütter lieben ihre Kinder, sind aber eben, ehe die in eine Einrichtung kommen, auf sich allein gestellt.“ Sicher gebe es heute viel Materialien und Informationen über die sozialen Netzwerke. Doch nicht alles ist wirklich gut, so dass auch Verunsicherung herrscht. Mütter wollen das Beste für ihren Nachwuchs.

Für 30 Familien erhielt die Seelower Einrichtung eine Bewilligung von der Stiftung. Das heißt: Diese Familien erhalten eine Kontaktmutter. Monika Kexel, die über die Stiftung als Koordinatorin ausgebildet wurde, hat bereits vier solcher Opstapje-Mütter geschult. Yvonna Schmidt, Ulla Schaban, Marita Ottmann und Sina Bonack stehen ihr zur Seite. Für zwei konnte eine Bundesfreiwilligenstelle eingerichtet werden. Träger ist die Arbeitsinitiative Letschin. Die Opstapje-Mütter gehen einmal in der Woche in die Familie auf Hausbesuch, bringen entsprechend des Alters des Kindes jenes Spielzeug  mit,  das im „Nest“ lagert. Doch nicht nur das. Zum Programm gehört eine Karteikarten-Box. Die Kontaktmutter hat bei jedem Besuch eine neue mit. Auf der gibt es in kurzen Stichpunkten und bebildert wertvolle Hinweise. Sogar Baby-Massage-Tipps gehören dazu. „Wir reichen ganz speziell auf das Alter abgestimmtes Spielzeug und Beschäftigungs- und Informationsmaterial“, erklärt Monika Kexel. „Wir sagen den Müttern, die gern schon in der Schwangerschaft zu uns kommen können,  dass sie für die Zeit unserer Betreuung gar kein anderes Spielzeug kaufen müssen.“

Die Mütter können diese Angebote nutzen, bis ihre Kinder drei Jahre alt sind. Einmal im Monat gibt es ein Gruppentreffen im „Nest“. In Holland war das Projekt vor allem aufgrund der hohen Migrantenzahl entwickelt worden. Den Familien aus den unterschiedlichen Kulturkreisen sollte die Integration erleichtert werden. Auch beim Seelower Opstapje-Ableger sind es mehrere Flüchtlingsfamilien, die das Angebot nutzen. „Und  sehr mitarbeiten“, wie Kexel versichert. Denn in vielen Ländern gebe es eben  eine andere Eltern-Kind-Beziehung als hierzulande üblich. Durch die Gruppentreffen lernen sich die Mütter kennen. „Und unsere deutschen Teilnehmerinnen spüren dabei meist erstmals, dass sie sehr viel mit den Frauen aus den fernen Ländern gemeinsam haben. Diese Durchmischung   bringt allen Seiten viel.“

Derzeit kann Monika Kexel für Schwangere sowie Mütter mit Kindern im Babyalter noch 14 offene Plätze anbieten, zudem noch drei für Eineinhalbjährige. In dieser Woche hat sie das Projekt in der Kita in Manschnow vorgestellt. Sie hofft, dass die Plätze alle bald besetzt sind. Es sei eine einmalige Chance, gratis so viel fachliche Unterstützung  zu bekommen. Sie ist bereits auf der Suche nach Sponsoren, um das Projekt auch nach Ablauf der drei Jahre weiter führen zu können.

Infos bei Monika Kexel, „Das Nest“, Tel. 015143216683

Das Projekt „Opstapje“

■ Mit Opstapje werden Kinder spielerisch gefördert. Mittels Aktivitäten und Spielanleitungen werden Sprache, Motorik und die sozioemotionale Entwicklung des Kindes unterstützt.

■ Das Programm dauert 18 Monate und kostet acht Euro im Monat. Familien mit geringem Einkommen erhalten diesen Eigenanteil in der BuT-Stelle des Landkreises erstattet. Die jeweilige Koordinatorin übergibt die entsprechenden Anträge.

■ Der CVJM führt das Projekt gemeinsam mit dem Netzwerk „Gesunde Kinder“ des Landkreises durch. Dadurch erhalten die Familien viele weitere Effekte.

■ Die teilnehmenden Familien werden einmal in der Woche zu Hause besucht, nehmen sich 30 bis 60 Minuten Zeit. Alle Spielsachen und Materialien können die Mütter kostenfrei behalten.

■ Zu den alle vier Wochen stattfindenden Gruppentreffen werden die Frauen bei Bedarf abgeholt. Es geht um Austausch  stets verknüpft mit praktischen Angeboten wie gemeinsames Frühstück, Ausflüge, Eltern-Kind-Turnen, Babymassage, Kochen, Backen oder Basteln.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG