Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Windpark zwischen Neutrebbin und Bliesdorf soll repowert werden / Anlagen reichen 200 Meter in Höhe

Windpark
Hecken als Ausgleich

Windpark zwischen Neutrebbin und Bliesdorf soll repowert werden.
Windpark zwischen Neutrebbin und Bliesdorf soll repowert werden. © Foto: MOZ/Nadja Voigt
Nadja Voigt / 07.03.2018, 06:00 Uhr
Bliesdorf (MOZ) Der Windpark in Bliesdorf bekommt noch höhere Windkraftanlagen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Bliesdorf handelt es sich um drei Anlagen, die abgebaut und komplett neu aufgestellt werden. Sie erreichen dann eine Höhe von rund 200 Metern, wie dem Gemeinderat nun erklärt wurde.

Franziska Göbel von der Firma Green Wind, die sowohl Projektentwicklung als auch Betriebsführung im Portfolio hat, stellte der Gemeinde Bliesdorf in der jüngsten Gemeindevertretersitzung das Repowering-Projekt vor. Geplant ist, die vorhandenen Windkraftanlagen komplett - mitsamt dem Fundament - auszubauen und wieder neu aufzustellen. Dann erreichen die Anlagen eine Höhe von rund 200 Metern. "Beim Repowering werden Windenergieanlagen der ersten Generationen durch moderne Turbinen ersetzt", heißt es vom Bundesverband Windenergie. "Moderne Windenergieanlagen nutzen das Windangebot nicht nur besser aus, was die Erzeugungskosten für Windstrom minimiert, sie lassen sich auch sehr viel besser in das elektrische Netz integrieren."

Die jetzigen Anlagen, führte Franziska Göbel im Bürgerhaus in Kunersdorf aus, befinden sich im 15. Betriebsjahr und sollen im kommenden Jahr ersetzt werden. Im Bliesdorfer Windpark haben 27 unterschiedliche Betreiber Windkraftanlagen. Drei der bisherigen, rund 140 Meter hohen Anlagen, werden nun ersetzt. Wie die Planerin den Gemeindevertretern erklärte, handele es sich bei dem Windeignungsgebiet um eine sogenannte Konzentrationszone. Dadurch gelten dort auch andere Abstandregelungen. Zum Außenbereich der Gemeinde Bliesdorf sind es weniger als 1000 Meter.

Obwohl die Anlagen um rund 60 Meter höher werden als die bisherigen, sollen sich die Schallwerte nicht erhöhen, führte Franziska Göbel aus. "Die Schallquelle ist das Rotorblatt und da gibt es inzwischen viele Gestaltungsmöglichkeiten." Was das nicht synchrone Blicken anbelange, soll versucht werden, das zu synchronisieren. "Dafür können wir uns einsetzen", so die Planerin. Eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung sei jedoch für nur drei Anlagen nicht zu finanzieren, sagte sie auf Nachfrage von Gemeinderatsmitglied und Landwirtin Grietje van Casteren. Erst bei mehreren Betreibern sei das möglich. Eine erste Genehmigung sei gerade in der Prignitz, nach erfolgreicher Prüfung durch die Flugsicherung, erteilt worden.

Der Nutzen für die Gemeinde liege weiterhin dabei, langfristig Einnahmen zu generieren. "Allerdings kommen wir nicht mehr wie vor 20 Jahren mit einem Koffer voller Geld", gab Franziska Göbel zu. Für die mit den neuen Anlagen bebauten Flächen werde es Ausgleichpflanzungen geben, so Franziska Göbel weiter. Pro Anlage werden rund 25 000 Euro in die Neugestaltung des Landschaftsbildes fließen. Dazu hatten die Gemeindevertreter auch sofort Ideen: So nannte Alexander Rosenthal aus Vevais den Radweg von Kunersdorf nach Bliesdorf und Grietje van Casteren den Radweg von Bliesdorf nach Vevais als möglichen Ort, um Pflanzungen vorzunehmen. Zwei Ideen lagen der Berliner Firma schon vor. Dabei handelt sich um Heckenpflanzungen am Friedhof und im Kunersdorfer Park. "Wir müssen abwarten, ob das Landesamt für Umwelt mitmacht", schränkte Franziska Göbel ein. Die ersten fünf Jahre übernimmt die Firma Green Wind die Pflege, danach gehören die Pflanzen dann der Gemeinde Bliesdorf und müssen von ihr gepflegt werden, sagte Franziska Göbel zum Prozedere.

Von dem Repowering ist neben Bliesdorf auch Neutrebbin betroffen. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Neutrebbin gab es dazu ebenfalls eine Information der Firma "Green Wind". Betroffen ist dort die Gemarkung von Alttrebbin am Rande von Thöringswerder. Beschlüsse wurden dazu noch nicht gefasst, da es sich zunächst nur um eine Information zum Vorhaben gehandelt hat.

Auch die Bliesdorfer Gemeindevertreter haben dazu in der vergangenen Woche noch keinen Beschluss gefasst.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG