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Befürworter und Gegner zur Idee, ein Gemeindezentrum aus dem denkmalgeschützten Gebäude zu machen

Denkmalschutz
Klockow-Haus teilt Niederfinow

© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 07.03.2018, 06:45 Uhr
Niederfinow (MOZ) Es geht um viel Geld beim Klockow-Haus. Aber eben auch um Erhalt in der Ortsmitte. Die Gemeinde Niederfinow debattiert aktuell verstärkt darüber, ob das Gemeindehaus in dem denkmalgeschützten Objekt einziehen soll. Die Meinungen sind gespalten.

Es lassen sich zwei Lager deutlich erkennen. Befürworter treffen auf Gegner, wobei sich, zählt man unter den Gemeindemitgliedern durch, mehr dagegen aussprechen. Soll man das Projekt Gemeindezentrum im Klockow-Haus weiter verfolgen? Zuletzt hatte das Amt das Vorhaben mittels Beschluss in der Gemeindevertretersitzung einstellen wollen, legte eine Dokument vor, das Mehrkosten belegen sollte. Amtsdirektor Jörg Matthes äußerte außerdem Zweifel an dem nachhaltigen Interesse der Niederfinower an dem Projekt. Seinem subjektiven Empfinden nach, begegnen ihm "ausnahmslos ablehnende Stellungnahmen", so der Amtsdirektor. Das Gremium stellte eine Entscheidung zurück. Man wolle zunächst die Bürger darüber abstimmen lassen. Wann und wie ist noch unklar.

Innerhalb der Gemeindevertretung herrschen also gegenläufige Meinungen. Thomas Siebke, seit 2012 Niederfinower, ist der Meinung: "Gemeindezentrum ja, aber nicht um jeden Preis." Er spielt damit auf die Sanierungskosten an, die mit veranschlagten 1,3 Millionen Euro nicht unerheblich sind, wobei die Gemeinde sicher mit einer hohen Fördersumme rechnen kann. Siebke gehört zu dem größeren Teil der Gemeindevertretung, die einen Anbau an einem eventuellen Neubau des Feuerwehrgerätehauses präferieren würde. Ganz ähnlich sieht das Benjamin Buchwald (FDP). Er hält das Klockow-Haus für ein "Prestigeobjekt" und kritisiert, dass häufig rationale Argumente negiert würden. Aus seiner Sicht spreche auch die bauliche Konstruktion gegen das Objekt. Auch Klaus Butzkies hält das Haus schlichtweg für zu klein. Der Hauptgrund für ihn gegen das Klockow-Haus zu plädieren, sind aber auch die Kosten.

"Luxus kann man sich leisten, wenn man alles andere hat", sagt René Otremba. Ihm lägen Themen wie der Bürgersteig in Richtung Liepe und die Straßenbeleuchtung mehr am Herzen. Er verlasse sich bei der Einschätzung der Mehrkosten voll auf die Zahlen des Amts. Auch er finde die Idee einen Gemeinderaum an die Feuerwehr anzuschließen sinnvoller. Sie vernehme aus den Reihen der Bürger ähnliche ablehnende Stimmen, sagt Heike Thiede. Sie fordert, endlich eine Entscheidung zu fällen. "Entweder es kostet nur unnütz oder fällt uns über dem Kopf zusammen", so Thiede.

Es geht immer wieder um die Kosten. Moritz Springer hält die Zahlen, die das Amt zu den Mehrkosten vorgelegt hat, für "fiktiv". Auch er ist der Meinung, dass das Objekt nicht optimal ist, plädiert aber trotzdem für das Vorhaben. Dennoch gibt er sich diplomatisch. "Ich halte mich an das Votum der Bürger", so Springer. Günther Gollner ist klarer Befürworter des Vorhabens. Niederfinows Bürgermeister meint zwei Ebenen zu erkennen, auf denen man die Angelegenheit betrachten müsse. Zum einen die Meinungen der Gemeinde und Bürger. Zum anderen aber gäbe es eine zweite, die Unstimmigkeiten zwischen den Behörden zutage fördere. Während man im Amt von Mehrkosten aufgrund der schlechter werdenen Bausubstanz spricht, würden diese in den Akten zu dem Vorhaben, die Gollner eingesehen habe, nicht auftauchen. Er schlussfolgert, dass niemand dafür "geradestehen will". Nach seinem Eindruck möchte das Amt das Vorhaben um jeden Preis platzen lassen.

Dabei gebe es in Bezug auf die Kosten durchaus Hoffnung, wie ein Treffen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde bewiesen hätte: Die Behörde des Landkreises Barnim und auch das Lokale Aktionsbündnis Barnim (LAG) hätten weitere Fördermittel in Aussicht gestellt.

Torsten Jeran von der LAG sagt, es sei schlecht vorhersehbar, was das Klockow-Haus letztlich kosten werde. "Es ist nicht ausgeschlossen, nachträglich nochmal Gelder zu akquirieren", so Jeran auf Nachfrage. Allein Peggy Fürst, stellvertretende Bürgermeisterin, dessen Zuspruch sich Gollner aber sicher ist, war für eine Stellungnahme noch nicht zu erreichen.

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