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Immer mehr technische Hilfeleistungen

Einsatzbilanz
Feuerwehr wird Türnotöffner

Großeinsatz: Im Thomas-Münzer-Hof entwurzelte Strum „Xavier“ einen Baum, der mehrere Autos beschädigte.
Großeinsatz: Im Thomas-Münzer-Hof entwurzelte Strum „Xavier“ einen Baum, der mehrere Autos beschädigte. © Foto: René Matschkowiak
Sonja Jenning / 08.03.2018, 22:01 Uhr - Aktualisiert 10.03.2018, 17:30
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Zahl der Einsätze, bei der die Frankfurter Feuerwehr technische Hilfe leistete, ist im vergangenen Jahr gestiegen. Eine Ursache ist der Sturm „Xavier“, der Anfang Oktober über die Region fegte, eine weitere die Zunahme an Türnotöffnungen.

In 101 Fällen wurde die Frankfurter Feuerwehr im vergangenen Jahr alarmiert, um hilflose Menschen aus ihren Wohnungen zu befreien. Das sind 16 mehr als im Vorjahr. „In den meisten Fällen ruft uns der Rettungsdienst hinzu, weil Gefahr in Verzug ist, also Hilferufe hinter der geschlossenen Tür zu hören sind oder die Lage unklar ist“, sagt Burkhard Blasche, der Leiter der Abteilung Gefahrenvorbeugung und Rettungsdienst. In einigen Fällen meldeten sich auch besorgte Nachbarn bei der Leitstelle. Der Anstieg habe mit der demografischen Entwicklung zu tun, so Blasche. „Die Leute werden älter, möchten aber möglichst lange zu Hause wohnen.“ Vor diesem Hintergrund haben verschiedene Pflegedienste die Haus- und Wohnungstürschlüssel ihrer Kunden in der Wache hinterlegt. „Geht der Hausnotruf beim Pflegedienstanbieter ein und alarmiert dieser den Rettungsdienst, kann der gleich den richtigen Schlüssel mitnehmen“, erklärt Blasche. Anderenfalls wäre die Zahl der Notöffnungen durch die Feuerwehr noch höher.

Notöffnungen werden in der Einsatzstatistik unter technische Hilfeleistung geführt. Deren Zahl ist im Vorjahr um 182 Einsätze auf 811 gestiegen. Dabei spielt auch die arbeitsreichste Nacht des Jahres eine Rolle, die Sturmtief „Xavier“ der Feuerwehr bescherte. 58-mal waren die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte ausgerückt, um im gesamten Stadtgebiet abgerissene Äste, umgestürzte Bäume und Baugerüste zu beseitigen. 101 Einsätze nach Sturmschäden gab es im gesamten Jahr. Eine eher ungewöhnliche Hilfeleistung war die Erstversorgung der rund 50 irakischen Flüchtlinge, die am 16. September von der Bundespolizei in teilweise erschreckendem Zustand in einem Schleuser-Lkw an der Anschlussstelle Müllrose aufgefunden wurden.

Dagegen ist die Zahl der Brandeinsätze um 45 auf 235 zurückgegangen. Neun von ihnen stuft Blasche als größere Brände ein. Gleich zwei Mal stand das Haus am Berg in der Gubener Straße in Flammen. Der Dachstuhl und die oberen drei Etagen brannten aus, von dem ehemaligen Kulturzentrum blieb nur eine Ruine übrig. Brandmeldeanlagen lösten 108-mal Alarm aus, der allerdings nur in rund einem Prozent der Fälle begründet war.

Nach jahrelangem Anstieg war die Zahl der Rettungswageneinsätze erstmals leicht rückläufig. 9094-mal machten sich die Lebensretter auf den Weg, davon 3248-mal in Begleitung eines Notarztes. 600-mal wurden Krankentransporte durchgeführt. In 98 Prozent der Fälle hielt der Frankfurter Rettungsdienst die Hilfsfrist von 15 Minuten ein. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass sie in 95 Prozent der Fälle eingehalten werden muss.

Auch die Rettungsleitstelle Oderland hat etwas weniger Einsätze als im Vorjahr für Frankfurt sowie die Landkreise Oder-Spree und Märkisch Oderland koordiniert: 60562-mal rückten Rettungswagen aus, in 19764 in Begleitung eines Notarztes. Hinzu kamen 1364 Brandeinsätze und 4146 technische Hilfeleistungen. 1535-mal hob der Rettungshubschrauber in Bad Saarow ab.

Die größte Investition in diesem Jahr ist der neue Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) im Wert von 420000 Euro, der bereits im Einsatz ist. Seine Anschaffung wurde zu 80 Prozent vom Land gefördert. Dem Personalmangel soll mit 12 neuen Stellen bei der Berufsfeuerwehr begegnet werden, die Leitstelle soll um acht Stellen verstärkt werden. Beides ist Bestandteil der aktuellen Haushaltsdebatte in der Stadtverordnetenversammlung.

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