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Der regionale Stromversorger E.DIS will in diesem Jahr rund 800 000 Euro in den Ausbau seines Netzes im Altkreis Seelow investieren – doppelt so viel wie im Vorjahr. Neben den Anforderungen im Zusammenhang mit der Einspeisung erneuerbarer Energien machen Stürme und der Biber den Netzausbau nötig.

Investition
Bauboom für stärkeres Stromnetz

Plant den Stromnetz-Ausbau: Frank Guderian, E.dis-Regionalleiter Betrieb.
Plant den Stromnetz-Ausbau: Frank Guderian, E.dis-Regionalleiter Betrieb. © Foto: MOZ/Ines Weber- Rath
Ines Weber-Rath / 09.03.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 11.03.2018, 16:08
Seelow (MOZ) Eine richtige Winterpause hat es für die Tiefbaufirmen aus der Region, die im Auftrag der E.DIS-Netz-Tochter Stromkabel in die Erde bringen, diesmal nicht gegeben. Aber die kurze, starke Frostperiode habe die Arbeiten dann doch gestoppt, sagt Frank Guderian.

Der Lebuser, in seiner Heimatstadt Stadtverordneter und Vorsitzender des Bauausschusses, verantwortet in der E.DIS als Regionalleiter für Dahme und das Oderland den Betrieb des Mittel- und Niederspannungsnetzes. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Wartung und Reparatur des Netzes auch die Planung und Realisierung von dessen Ausbau.

Für letzteren hat sich der regionale Stromversorger in diesem Jahr einiges vorgenommen: „Wir wollen im Gebiet des Altkreises Seelow etwa doppelt so viel in den Netzausbau investieren wie im vorigen Jahr“, kündigt Frank Guderian an. Vorgesehen seien Investitionen in Höhe von insgesamt rund 800 000 Euro.

Im Kern geht es um den Ersatz von Teilstücken im Mittelspannungs-Freileitungsnetz der Region und die mit der Verkabelung einher gehende Netzverstärkung. Die Arbeiten sind auf einer Strecke von insgesamt rund 15 Kilometern geplant.

Damit reagiert der Stromversorger zum einen auf den „ungebrochenen Antragsansturm“ zur Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz, wie Guderian erklärt. Antragsteller seien vor allem die Betreiber von (teils repowerten) Windkraft- und von Photovoltaikanlagen.

Zum anderen sollen besonders Sturmschaden-gefährdete Teile des Freileitungsnetzes durch Erdkabel ersetzt werden. Das ist im vorigen Jahr unter anderem an der Quappendorfer Lindenstraße geschehen.

In diesem Jahr ist der Letschiner Ortsteil Kienitz ein Schwerpunkt. Hier sollen an der Ortsverbindung nach Kienitz-Nord sowie im Gliening-, Amsel- und Deichweg  mehrere Kilometer Freileitungen durch Erdkabel ersetzt und eine neue Trafostation errichtet werden.

Dabei gehe es nicht zuletzt darum, noch vorhandene Niederspannungs-Giebel-Hausanschlüsse aus DDR-Zeiten zu ersetzen sowie bereits verkabelte Anschlüsse ans Ortsnetz anzupassen, berichtet Frank Guderian.

Während diese Arbeiten jetzt ausgeschrieben werden sollen, ist für ein anderes Vorhaben der Auftrag schon erteilt – für den Ersatz einer Trafostation in Küstrin-Kietz und die Erdverkabelung von rund vier Kilometern Freileitungen im Ort. „Unsere Partner stehen in den Startlöchern“, sagt der E.DIS-Vertreter.

Als dritten Schwerpunkt in diesem Jahr nennt er die Ablösung einer alten Trafostation am Müncheberger Ortsteil Obersdorf und den Ersatz der 20-kV-Freileitung in Richtung Trebnitz durch ein Mittelspannungs-Erdkabel. In dem Fall haben nicht Sturmschäden, sondern der Biber die Verantwortlichen zur Entscheidung für die Investition veranlasst: „Der Nager hat dort immer wieder Bäume gefällt, die unsere Freileitung beschädigt haben“, erklärt Frank Guderian.

Im vorigen Jahr sind im Auftrag der E.DIS in Görlsdorf Freileitungen ersetzt und das Ortsnetz verstärkt worden. In Letschin hat der Stromversorger im Zuge des Straßenausbaus Kabel an die Straßen verlegt und in Reitwein sowie im Seelower Weidenweg alte Trafohäuser ersetzt. Ein generelles Verkabelungsprogramm habe der Energieversorger nicht. Denn „wir sind zur kosteneffizienten Arbeit verpflichtet“, betont Guderian.

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