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Aktivisten des Naturschutzbundes sichern in Bernau für bedrohte Tierarten den Weg zu den Laichgewässern

Naturschutz
Hilfreiche Zäune für Kammmolch und Knoblauchkröte

Fleißige Nabu-Helfer: Jonathan Etzold (r.) und Andreas Krone bei der Arbeit am Krötenzaun
Fleißige Nabu-Helfer: Jonathan Etzold (r.) und Andreas Krone bei der Arbeit am Krötenzaun © Foto: Klaus Kleinmann
Klaus Kleinmann / 12.03.2018, 06:40 Uhr
Bernau (MOZ) Der späte Wintereinbruch hat die Amphibien den gesamten Februar über ausgebremst. Doch nun wird es endlich wärmer. Da kommt Bewegung in den Frosch, und bald sind deutschlandweit wieder Abertausende von Amphibien auf Achse. Sie wandern zu den Laichgründen, um dort ihre Eier abzulegen. Jedes Jahr suchen sie die Gewässer auf, in denen sie selbst die Wandlung von der Kaulquappe zum Frosch oder zur Kröte durchlaufen haben. Dabei müssen sie häufig Straßen kreuzen, und dabei kommen Hunderttausende dieser ohnehin gefährdeten Kleintiere zu Tode.

In Bernau engagieren sich Tierfreunde für ihren Schutz. Andreas Krone, Richard MacLean, Heiko Wegener und einige andere freiwillige Helfer vom Naturschutzbund (Nabu) waren am Samstag bei unfreundlichem Nieselwetter dabei, entlang der Börnicker Chaussee einen Krötenschutzzaun zu errichten. Zwischen der Einmündung Hasenheide und dem Ende der Bebauung kam etwa alle drei Meter ein Pflock in die Erde, ein etwa zehn Zentimeter tiefer Graben wurde ausgehoben. Zwischen den Pflöcken wurde eine senkrechte Plastikplane gespannt und in der Erde verbuddelt. Kein Frosch kann dieses Hindernis überwinden. Er krabbelt seitlich daran entlang, um eine Lücke zu finden, fällt aber nach einigen Metern in einen Eimer, der bis zum Rand in der Erde vergraben ist. Viele solcher Eimer gibt es entlang des Zaunes. Jeden Morgen kommen ehrenamtliche Nabu-Helfer, zählen, was darin ist, füllen eine Statistik aus und bringen die Tiere sicher auf die andere Straßenseite, wo sie ihre Wanderung zu Teichen und Söllen gefahrlos fortsetzen können. Amphibien wandern bei Einbruch der Abenddämmerung. Im Frühjahr ist das die Zeit des heimkehrenden Berufsverkehrs. Daher ist die Lebensgefahr für ungeschützte Tiere jetzt besonders groß.

Andreas Krone erläutert anhand einer Tabelle, dass der Bestand der Tiere entlang dieses Fangzauns schon immer starken Schwankungen unterlagt, in den letzten beiden Jahre aber dramatisch abgenommen hat. Waren es im besonders ergiebigen Frühjahr 2015 insgesamt 4226 Tiere, so gingen 2016 nur noch 332, 2017 dann 351 Exemplare in die Fangeimer. Vielleicht lag das an den trockenen Sommern davor. Voriges Jahr hat es viel geregnet, daher hofft man auf Besserung. Häufigste Art ist immer noch der Moorfrosch, die Zahl der Exemplare ging aber besonders drastisch zurück. Häufig sind weiterhin Teichfrosch, Erd- und Knoblauchkröte. Kreuz- und Wechselkröte kommen hier seit Jahren gar nicht mehr vor, Rotbauchunke und Teichmolch stehen auf der Roten Liste.

Der Nabu versucht mit seinen Möglichkeiten, einer Verschlimmerung der Lage zu verhindern.

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