Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Weidetierhalter und Landwirte wollen wachsenden Bestand durch Jagd eindämmen

Wache
Wolfsfreie Zonen in der Mark gefordert

Auf symbolischer Wacht: Arno Laube, Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Dirk Schulze, Wilfried Vogel, Vorsitzender des Schäfervereins Kurmark, und Manfred Wercham, Vorstandsmitglied des Bauernbundes Brandenburg, in Altbarnim
Auf symbolischer Wacht: Arno Laube, Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Dirk Schulze, Wilfried Vogel, Vorsitzender des Schäfervereins Kurmark, und Manfred Wercham, Vorstandsmitglied des Bauernbundes Brandenburg, in Altbarnim © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 12.03.2018, 07:15 Uhr
Altbarnim (MOZ) Zahlreiche Weidetierhalter und Landwirte sind am Freitag dem Aufruf des Bauernbundes zur symbolischen Wolfswache gefolgt. Mit deutlichen Worten forderten sie dazu auf, den hohen Schutzstatus des Wolfes zu senken und die reguläre Bejagung zu ermöglichen.

Dirk Schulze, Schäfermeister von Altbarnim, konnte zahlreiche Kollegen und ihre Familien am Großbarnimer Gemeindezentrum begrüßen. Für seine Herde wurde dort symbolisch Wache gehalten. Er machte deutlich, welche Probleme die wachsende Wolfspopulation im Land den Weidetierhaltern macht: Mit Beginn der Weidesaion befürchten sie, wieder Tiere zu verlieren. „Der Wolf ist keine bedrohte Art mehr. Er kommt längst bis in die Wohnsiedlungen“, so Schulze. Zur Zeit sei es so, dass der Wolf erst beim dritten Angriff auf die Herde verjagt werden darf. „Das ist ein Tritt ins Gesicht für jeden Weidetierhalter“, betont der Schäfer unter dem Beifall der Wolfswächter, die aus Brunow, Zechin, Genschmar, Dolgelin, Worin und vielen anderen Orten gekommen waren.

Manfred Wercham, der Landwirt aus Wilhelmsaue ist Vorstandsmitglied beim Bauernbund, machte deutlich, dass der Wolf auch künftig kein Vegetarier wird. Die Vorschriften, 1,20 Meter hohe Koppelzäune für Schafe und fünf stromführenden Litzen an Zäunen für Rinder zu montieren, sei eine erhebliche Belastung für die Tierhalter. „Aber auch uns Menschen ist es nicht ganz geheuer. Wir müssen mitunter auch gegen Mitternacht raus, um zum Beispiel Beregnungsanlagen zu prüfen.“ Deshalb fordere man wolfsfreie Zonen und solche, in denen die  Tiere leben könnten.

Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und selbst Landwirt mit Weidehaltung, nahm zum dritten Mal an einer Wolfswache teil. Er kritisiert die vom Land erlassene Wolfsverordnung. „Wir wollen ja den Wolf nicht gleich wieder ausrotten. Wir haben genug Flächen für ihn wie in den Tagebaufolgelandschaften und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen“, erklärte der Lietzener. Es komme darauf an, die Kulturlandschaft zu erhalten. Dazu gehöre nun mal die Weidewirtschaft. „Diejenigen, die die Hinweise zur Verstärkung der Weidezäune geben, haben noch nie welche aufgebaut“, mahnte er zu mehr Realismus. Traditionell werden Weidezäune gebaut, um zu verhindern, dass Tiere ausbrechen, nicht, dass von außen niemand eindringt. Wendorff verwies auf die Erfahrungen aus anderen Ländern hin, die durchaus auch nachzunutzen wären. So gebe es in Schweden regelmäßig Schutzjagden, die dafür sorgen, dass sich die Wölfe wieder von den Herden fernhalten. Niemand freue sich über Entschädigung für gerissene Tiere: „Wir wollen, dass die Tiere leben.“

Andreas Sorge vom Pferdezuchtverband Oderbruch unterstützte das Anliegen der Wolfswache ebenso wie Wilfried Vogel, Vorsitzender des Schäfervereins Kurmark. Arno Laube verwies auf andere Raubtiere wie den Fuchs, die bejagt werden und auch nicht im Bestand gefährdet sind. Die Teilnehmer  zweifeln die vom Land offiziell angegebene Zahl zur Wolfspopulation an.

Offiziell soll es im vorigen Jahr 22 Wolfsrudel und drei Paare im Land gegeben haben. Märkisch-Oderland wird als „unklares Beobachtungsgebiet“ angegeben. In der Oderbruchregion kommen die meisten Wölfe  aus Polen, wo der Bestand auf etwa 1000 Wölfe geschätzt wird. „Wir wollen mit den Polen in Erfahrungsaustausch treten“, erklärte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums. Denn der Wolf ist in Polen ebenso geschützt wie in Deutschland. Aber der Umgang damit ist dort deutlich anders. Dort gewöhnt man sich an die Rückkehr der Braunbären.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Norbert Wesenberg 13.03.2018 - 07:14:49

Eine Frage an Herrn Bräuning

Muss man als Polizist jeden Unsinn seiner obersten Dienstherren nachplappern? Siehe die gefälschten und geschönten Kriminalstatistiken von einem Sack voll Landesinnenministern. Wenn also genügend Schutz vor Dieben, Wölfen und Bibern mal da sein sollte, "dann taut man sich auch wieder aus dem Oderbruchhaus".

Frank Schneider 12.03.2018 - 20:40:35

Zum Vorkommnis in Griechenland

Dass die wandernde Britin von Wölfen gefressen wurden, wurde vor Ort durch Obduktion offiziell bestätigt. Alles andere ist ideologisch motivierte Märchenerzählerei vom grünen Tisch aus. Soll erst auf das erste derartige Opfer in Deutschland gewartet werden?

Uwe Bräuning 12.03.2018 - 18:09:49

Eine Frage an Herrn Janetschek

Eine Frage an Herrn Janetschek: Verlassen Sie bei den vielen " gefährlichen Tieren" , wie Wölfe und Biber, vor denen Sie hier ständig die Menschheit warnen, überhaupt noch ihre Wohnung? Vorsicht! Zuviel Ängste können sich auch zu einer gefährlichen Psychose ausweiten. Sie müssen doch schon Alpträume haben. Mein Rat an Sie : Einfach mal wieder raus in die Natur gehen und die Welt genießen. Und nicht immer jeden Unsinn glauben und nachplappern, der irgendwo geschrieben steht.

Ralf H. Janetschek 12.03.2018 - 17:32:37

Wölfe töten britische Professorin

Der Anfangsverdacht hat sich erhärtet – Wölfe töten eine Touristin in Griechenland. Video: Wölfe in der Nähe von Lohsa in Sachsen ©Facebook Es ist traurige Gewissheit, eine pensionierte Engländerin wurde in Nordgriechenland zwischen Komotini und der antiken Stätte von Maroneia von Wölfen angegriffen, getötet und verschleppt. Nun wird der Fall näher untersucht. Die 63-Jährige Urlauberin, bei der es sich um die emeritierte Professorin Celia Hollingworth aus dem Englischen Bradford on Avon handelte, war offenbar am 21. September auf dem Rückweg von einer Wanderung zu einer archäologischen Ausgrabungsstätte von Wölfen attackiert worden. Die abgelegenen Region in Nordgriechenland befindet sich in der Nähe des dicht bewaldeten Gebietes von Ismaros. Dort soll es mehrere Wolfsrudel geben. Wölfe töten auf bestimmte Art und Weise Wie britische und griechische Medien berichten, wurde Hollingworth als vermisst gemeldet, nach dem sie noch während des Angriffes bei Verwandten in London angerufen hatte. Als später ein Rettungstrupp persönliche Gegenstände und Dokumente der Frau sowie menschliche Knochen in der Gegend fand, ging man zunächst von einer Attacke durch verwilderte Hunde aus. Nun sagte der zuständige Gerichtsmediziner Nikolaos Kifnidis gegenüber Ntv: „Es waren sicher Wölfe. Das haben wir nach einer mehrstündigen Untersuchung zusammen mit einem Veterinärexperten festgestellt.“ Selbst der Gerichtsmediziner war offenkundig geschockt und sagte, so etwas habe er „in seinem Leben noch nie gesehen.“ Keine Zweifel am Unglückshergang Weiter hieß es in dem Interview: „Wir haben keine Zweifel. Die Knochen, die wir gefunden haben, stammen von der 63-jährigen Engländerin”. Große Teile des Körpers der Getöteten blieben bislang jedoch verschwunden, wie biespielsweise die Wirbelsäule. Wölfe sind dafür bekannt, ihre Beute oder Teile davon in ein Versteck zu ziehen, um wiederholt davon zu fressen. Damit wird auch die Theorie unwahrscheinlich, es könne sich bei dem Angriff um tollwütige Tiere gehandelt haben. Diese sind zwar besonders aggressiv, zeigen aber kein Interesse an bereits getöteten Opfern und fressen niemals von ihnen. Dass Wölfe Menschen sehr wohl in ihre Beutespektrum einordnen und nicht wie häufig behauptet höchstens als Konkurrenten betrachten, zeigen auch jüngste Vorfälle aus der Judäischen Wüste in Israel. Dort werden seit Monaten immer wieder Menschen, vor allem kleine Kinder, von Wölfen angegriffen. Häufig auf Campingplätzen, aber auch in Hotelgärten und in der Nähe von Häuser. Insgesamt wurden bislang zehn Vorfälle bekannt, glücklicherweise ging davon bisher aber keiner tödlich aus. Wölfe töten aufgrund fehlender Scheu Biologe und Verhaltensexperte Chaim Berger sagte zu den Angriffen, dass es sich dabei eindeutig um prädatorische Angriffe gehandelt habe und nicht etwa um Verteidigungsverhalten. Seiner Meinung nach hätten die Wölfe gelernt, dass der Mensch nicht nur ungefährlich sei, sondern auch eine potentielle und leichte Beute darstelle. Er sagte gegenüber der Zeitung ”Ha’aretz“ „Ein Wolf, der keine Angst hat, ist ein Wolf der angreift.” Auch in Deutschland verlieren die Wölfe zunehmend ihre Scheu vor Menschen, wie tägliche Berichte über Nahbegegnungen und Videos aus nächste Nähe zeigen. Quelle: https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/woelfe-in-deutschland/woelfe-toeten-britische-professorin/

Ralf H. Janetschek 12.03.2018 - 17:29:55

Daß Wölfe niemals Menschen attackieren, ist eine Wunschvorstellung

Wenn Wölfe Menschen angreifen und auch töten "Es ist völlig falsch, dass es in den letzten 150 Jahren in Italien keinen Wolfsangriff auf Menschen gegeben hat", unterstreicht Benedikt Terzer vom Südtiroler Jagdverband. Der Jurist berichtigt damit eine Aussage aus dem Wolf-Dossier der Eurac und führt weitere Beispiele an, bei denen es zu Wolfsangriffen auch mit Todesfolge gekommen ist. Terzer spricht sich gegen Panikmache, aber ebenso gegen eine Verharmlosung des Wildtieres aus. "Die Botschaft, dass es in Italien seit mehr als 150 Jahren keinen Wolfsangriff auf Menschen gegeben habe, kursiert inzwischen leider auf allen möglichen Kanälen", so Terzer. Es sei richtig und positiv, dass sich eine Forschungseinrichtung wie die EURAC mit Thema Wolf auseinandersetzt (STOL hat berichtet), in diesem Sinne sei das Dossier der EURAC auf jeden Fall zu begrüßen. Dass Wölfe niemals Menschen attackieren, ist eine Wunschvorstellung Aber: Allein im Jahr 2017 hat es in Italien (Piemont) zwei wissenschaftlich nachgewiesene Wolfsangriffe auf Menschen gegeben. Über einen dieser Angriffe hat die Online-Ausgabe der Zeitung „La Repubblica“ berichtet. "Wer die renommiertesten Experten auf dem Gebiet, beispielsweise Univ. Prof. Dr. Marco Apollonio oder Univ. Prof. Dr. Dr. Sven Herzog zur Gefährlichkeit des Wolfes befragt, wird erstaunt über die Auskunft der Wissenschaftler sein", so Terzer. Er berichtet weiter: Um es mit einem Zitat aus der August-Ausgabe des National Geographic-Magazins zu sagen: Dass Wölfe niemals Menschen attackieren, ist eine Wunschvorstellung. In Europa: 59 Wolfsangriffe in 50 Jahren Wer der potentiellen Gefährlichkeit auf den Grund gehen will, kommt um den Linnell-Report, auch NINA-Report genannt, des Norwegischen Instituts für Naturforschung aus dem Jahr 2002 nicht herum. Für diese Studie werteten Wildbiologen des vorgenannten Instituts alle verfügbaren Informationen betreffend Wolfsangriffe auf Menschen aus. In Europa (ohne Russland und Weißrussland) sind zwischen 1950 und 2000 insgesamt 59 Wolfsangriffe auf Menschen dokumentiert. Ein Teil der Attacken, deren 38, ging von tollwütigen Wölfen aus. Der andere Teil, 21 ist auf gesunde Wölfe zurückzuführen. Vier getötete Kinder in Spanien, 273 in Indien Von den 21 Attacken durch gesunde Wölfe endeten vier tödlich. Die letalen Angriffe haben sich in Spanien ereignet und betrafen allesamt Kinder. So wurde beispielsweise im Jahr 1957 in Galizien, in der Nähe des Dorfes Vilar, der fünfjährige Luis Vasquez Perez, der mit einem gleichaltrigen Freund entlang einer Straße spazierte, von einem Wolf angefallen und getötet. Im Jahr 1974 schleppte ein Wolf in derselben Gegend einen Säugling weg, der von einer Arbeiterin am Rande eines Feldes abgelegt worden war, wenige Tage später wurde in dieser Gegend ein dreijähriges Kind weggeschleppt und getötet. Wenn man über den Tellerrand blickt, sieht man, dass es in Indien Übergriffe durch Wölfe auf Menschen in bedeutendem Ausmaß gibt. Verschiedenen Quellen zufolge sind in drei indischen Bundesstaaten von 1980 bis 2000 immerhin 273 Kinder getötet worden. Weitere Wolfsangriffe mit Todesfolge Freilich sind die Lebensumstände nicht 1:1 auf jene Mitteleuropas zu übertragen, aber es geht um das Grundsätzliche, die potentielle Gefährlichkeit. Hierzu einige weitere Beispiele: Wolfsangriffe auf Menschen sind auch aus der Türkei bekannt, insbesondere im Südosten des Landes. Allein 2014 wurden in der Türkei vier Wolfsangriffe auf Menschen registriert. Im kanadischen Bundesstaat Saskatechwan endete im November 2005 ein Wolfsangriff auf den 22-jährigen Geologiestudent Joel Carnegie tödlich. Er war in der Nähe eines kanadischen Forschungscamps tot gefunden. Sein Körper war in Stücke gerissen worden. Mehrere Forscher, darunter der renommierte Wildbiologe Mark Mcnyay untersuchten die Körperteile und bestätigten, dass der Angriff auf einen Wolf zurückzuführen ist. Tödlich endete auch ein Wolfsangriff in Alaska im März 2010. Die 32-jährige Lehrerin Candice Berner kam vom Joggen nicht mehr zurück. Anhand einer DNA-Analyse konnte der Übergriff einem Wolf zugeordnet werden. Ende September 2017 wurde die 63-jährige ehemalige Oxford- Professorin Celia Lois Hellingworth in Griechenland mutmaßlich von Wölfen getötet (STOL hat berichtet). Die DNA-Analysen stehen zwar noch aus, jedoch deutet laut dem Gerichtsmediziner Nikolaos Kifnidis, der sich die sterblichen Überrest gemeinsam mit einem Veterinärexperten angeschaut hat, alles auf einen Wolfsangriff hin. Kurzum: "Die Behauptung im Wolfsdossier, wonach es in Italien in den letzten 150 Jahren keinen Wolfsangriff auf Menschen gegeben hat, ist schlicht und ergreifend falsch", beharrt Terzer von Jagdverband. Wolf ist Wildtier und unberechenbar Er berichtet weiter: Was die Gefährlichkeit des Wolfes im Allgemeinen anbelange, sei es ein Trugschluss zu behaupten, dass der Wolf völlig harmlos sei. Der Wolf ist ein Wildtier und damit wild und unberechenbar. Der Wolf ist in den allermeisten Fällen scheu und zurückhaltend, es gibt aber immer wieder Erfahrungen mit weniger scheuen Individuen, die sich menschlichen Siedlungen nähern. Wer ein Anhänger von Statistiken ist, wird sich darauf berufen, dass in Verkehrsunfällen oder durch Nutztierangriffe mehr Menschen sterben als durch Wolfsangriffe. Das stimmt sicherlich, aber die verhältnismäßig geringere Wahrscheinlichkeit hebt die Angriffe, die vorfallen, nicht auf. Keine Panik, aber... Niemand muss in Panik verfallen, aber insbesondere diejenigen, die in Gegenden leben, in denen Wölfe vorkommen, haben das Recht darauf, alle Fakten zu erfahren. Sie werden die ersten sein, die mit dem Wolf in Kontakt kommen und es wäre in höchstem Grade verantwortungslos zu suggerieren, dass es nicht einmal eine potentielle Gefahr gibt. Leider ist es so, dass derjenige, der auf potentielle Gefahren, die von Wildtieren ausgehen können, hinweist, häufig als Panikmacher abgetan und bewusst in ein schiefes Licht gerückt wird. Wer sich vor Jahren zu sagen traute, dass der Braunbär für den Menschen gefährlich sein kann, und dass man bestimmte Sicherheitsvorkehrungen treffe sollte, wurde von mancher Seite als Angstschürer und Tierfeind abgekanzelt. Nachdem sich letzthin im Trentino mehrere Bärenangriffe auf Menschen ereignet haben, sind diese Stimmen freilich verstummt. "Mit dem Wolf erleben wir nun wieder dasselbe Szenario: Wer sich traut, auf eine potentielle Gefahr hinzuweisen, wird als Panikmacher bezeichnet", so Terzer. Eine werteneutrale Berichterstattung sollte versuchen, dem Thema möglichst unvoreingenommen entgegenzutreten. Ans Herz gelegt sei beispielsweise auch der Artikel „Die Rückkehr der Wolfe“ aus der Feder von Andreas Weber (National Geographic August 2017). Quelle: https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Wenn-Woelfe-Menschen-angreifen-und-auch-toeten

Uwe Bräuning 12.03.2018 - 16:35:22

Führt der Bauernbund einen Feldzug gegen die Natur?

Gemessen an dem immensen Schaden den Landwirtschaft und Landwirte täglich gegenüber der Natur anrichten, sind die so genannten Wolfsschäden, die zumeist auf das fahrlässige Verhalten von bestimmten unbelehrbaren Tierhaltern zurückzuführen sind, nun wirklich kaum der Rede wert. Wer trägt denn die Hauptschuld am Verschwinden vieler Tierarten in Deutschland? Und damit in auch in Brandenburg und im Oderbruch? Letzteres verkommt immer mehr zur Agrawüste. Da sollte man sich lieber über die Rückkehr einer zuvor ausgerotteten Tierart freuen, statt ständig über " Wolfsfreie Zonen" oder ähnliches zu polemisieren. Wobei sich ein Vertreter des Bauernverbandes vor kurzem sogar über Zugvögel aufgeregt hat. Statt sich darüber zu freuen, dass es überhaupt noch Vogelarten wie Kraniche und Wildgänse gibt. Denn andere Arten sind bereits seit längerem von der Bildfläche verschwunden. Geradezu heuchlerisch erscheint die bei solchen Gelegenheiten immer wieder geäußerte Floskel " man wolle ja den Wolf nicht gleich wieder ausrotten." Ohne Zeitung oder Kamera, wenn manche dieser "Herrschaften" glauben unter sich zu sein, wird sehr wohl von der " Ausrottung der Biester" gefaselt. Von dem "Klippschulniveau" auf denen solche Diskussionen erfolgen einmal abgesehen, geben solche Äußerungen einen tiefen Einblick in eine mehr als zweifelhafte Gedankenwelt. Wobei es ja nicht immer nur bei solchen Gedanken bleibt, wie Beispiele von widerrechtlich getöteten Wölfen zeigen. Oftmals ist der Übergang von " dummen Gequatsche" bis zu einer kriminellen Handlung, nichts anderes ist das widerrechtliche Töten eines Wolfes oder eines anderen "Problemtieres", geradezu fließend. Das es auch anders geht, zeigt ein Beispiel aus der Nähe von Königs Wusterhausen. Dort haben Naturschützer einem Tierhalter tatkräftig geholfen, Vorkehrungen gegen " Wolfsangriffe" zu treffen. Dieses Beispiel sollte überall Schule machen. Zumal es auch dabei hilft, das gegenseitige Verstehen zwischen Naturschützern und Tierhaltern zu fördern. Tierhaltung und Naturschutz schließen sich schließlich nicht unbedingt aus. Wir brauchen sowohl die Landwirtschaft als auch eine gesunde Natur für das Weiterbestehen unserer Gesellschaft. Wir brauchen auch keine Verhärtung der Fronten, wie sie nach "hochgeistigen" Äußerungen wie der Verweis auf ein angebliches " Notwehrrecht" oder anderer gefährlicher Unsinn, immer wieder auftreten. Sondern sachliche und vernünftige Lösungen, mit denen sowohl Naturschützer als auch Tierhalter leben können.

Wolfgang Kunz 12.03.2018 - 09:58:46

Falsche Zahlen?

OGA vom 12.03., Seite 2, Wolfsfreie Zonen Zugegeben, die Landwirte müssen sich mehr und mehr mit dem Wolf auseinandersetzen. Allerdings sollte man in der Diskussion auch korrekte Zahlen nennen. Wenn der Bauernbund, wie angeblich ausgerechnet, eine Zahl von 500 € pro Bundesbürger und Jahr in den Raum stellt, sollte man einmal nachrechnen, was dies in der Summe bedeutet: 500 € mal geschätzten 80 Millionen Bundesbürger ergibt 40 Milliarden € pro Jahr. Dies halte ich für völlig übertrieben, unglaubwürdig und nicht belegbar.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG