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Das Laborkonzert und das Wohnbaukonzert prägen die zweite Woche der Musikfesttage in Frankfurt

Musikfesttage
Vier Schwestern und ein Cellist

Würzburger Trio: Die Schwestern Katharina Cording (Klavier) und Karla-Maria Cording (Violine) spielen seit 2001 mit dem Cellisten Peer-Christoph Pulc zusammen. Am Donnerstag treten sie im Museum Viadrina auf.
Würzburger Trio: Die Schwestern Katharina Cording (Klavier) und Karla-Maria Cording (Violine) spielen seit 2001 mit dem Cellisten Peer-Christoph Pulc zusammen. Am Donnerstag treten sie im Museum Viadrina auf. © Foto: Johannes Goltermann
Frauke Adesiyan / 13.03.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 13.03.2018, 12:04
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die zweite Woche der Musikfesttage ist in Frankfurt geprägt von zwei traditionellen Konzertenterminen. Die Wohnbau lädt zum Konzert ins Museum Viadrina, das IMD Labor Oderland zum Laborkonzert. Im Mittelpunkt bei beiden Veranstaltungen stehen musizierende Schwestern.

„88 Tasten, 238 Saiten, 2 Bögen, 4 Schwestern und ein Cellist“ - so umschreiben die Musiker selbst das Projekt, das am Sonnabend beim 16. Laborkonzert in der Konzerthalle zu hören sein wird. Ab 19.30 Uhr treffen dann die Pianisten-Schwestern Anna und Ines Walachowski auf das Klaviertrio Würzburg. Letzteres besteht ebenfalls aus den Schwestern Katharina und Karla-Maria Cording, die Violine und Klavier spielen, sowie dem Cellisten Peer-Christoph Pulc.

Sie seien fünf Musiker, die eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen und trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere in der Musik zu einem gemeinsamen Atem finden, heißt es in der Ankündigung. Gemeinsam spielen sie unter anderem Mendelssohns Sinfonie Nr. 1. für Geige, Cello und Klavier zu vier Händen. Das 1830 erschienene Arrangement ist in seiner Besetzung einzigartig.

Besonders interessant werden auch die Stücke für die Zuschauer und -hörer, bei denen sechshändig Klavier gespielt wird. Mozarts Figaro-Ouvertüre und Valse und Romance von Rachmaninow, zeigen, dass die Idee, sechshändig auf einem Klavier zu spielen, schon früh populär war. „Auf diese Weise war es möglich, sich im häuslichen Rahmen mit Orchesterliteratur zu beschäftigen, die sonst nur im Konzertsaal erklingen konnte“, beschreiben Anna und Ines Walachowski die Idee hinter dieser Form des Musizierens.

Die beiden 1966 und 1969 in Polen geborenen Schwestern erhielten bereits mit vier beziehungsweise sechs Jahren den ersten Klavierunterricht. 1983 übersiedelte die Familie nach Deutschland. Anna und Ines studierten an der Musikhochschule Hannover und dem Mozarteum in Salzburg. Ihr Professor Alfons Kontarsky bezeichnete die Schwestern schon früh als „starke Persönlichkeiten mit Durchsetzungskraft und Willensstärke“. Dank ihrer gemeinsamen Lehrer und ihres großen Verständnisses füreinander bilden sie dennoch eine Einheit und spielen „wie aus einem Guss“, wie ihnen mehrfach in Konzertkritiken beschieden wurde.

Während die Walachowski-Schwestern das Klaviertrio Würzburg am Sonnabend unterstützen, wird letzteres am Donnerstag ab 19.30 Uhr im Museum Viadrina zeigen, wie es auch allein zu musikalischen Höhen kommt. Im besonderen Ambiente des Museums werden die drei Musiker auf Einladung der Wohnungsbaugenossenschaft Musik von Johann Sebastian Bach sowie Felix Mendelssohn Bartholdy und dessen älterer Schwester Fanny Mendelssohn-Hensel spielen. Das Besondere: Pianistin Karla-Maria Cording spielt auf dem historischen Perau-Flügel aus der Reka-Sammlung. Das Instrument wurde 1840 in Berlin hergestellt.

Das Trio hat sich im Jahr 2001 gegründet, getroffen haben sich die Musiker bei ihren Studien an der Musikhochschule und der Universität Würzburg. Seitdem haben die Schwestern Katharina Cording, Karla-Maria Cording und der Cellist Peer-Christoph Pulc ihre Fähigkeiten erweitert und verfeinert. Auch über sie wird geschrieben, sie wirkten in ihrer Klanglichkeit wie aus demselben Guss. Die Geigerin Katharina Cording studierte bereits mit zwölf Jahren an der Musikhochschule Würzburg. Ihr Diplom „mit Auszeichnung“ erhielt sie am Mozarteum in Salzburg - was sie mit Anna und Ines Walachowski verbindet.

Ihre Schwester, die Pianistin Karla-Maria Cording wurde als Elfjährige an der Hochschule aufgenommen. Sie gewann unter anderem den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ als Siegerin ihrer Altersgruppe. Sie studierte in Hannover München und Würzburg,  wo sie heute Klavier und Kammermusik lehrt.

Der Cellist Peer-Christoph Pulc ist gebürtiger Berliner. Seit er fünf ist, erhielt er Unterricht auf dem Violoncello. Sein Musikstudium führte ihn über die Musikhochschule Lübeck nach Würzburg, wo er seine beiden Trio-Partnerinnen kennenlernte. Heute unterrichtet er neben Solo- und Trio-Auftritten Violoncello sowie Kammermusik an der Universität Würzburg.

Karten und Informationen für Donnerstag unter 0335 4015629, für Sonnabend unter 0335 4010120 

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