Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Im Jahr 2030 gibt es in der Stadt wahrscheinlich 430 Wohnungen zu viel / Abriss im Kiefernweg

Abriss
Beeskow plant den Stadtumbau

Steht vor dem Abriss: Der Wohnblock Kiefernweg 51 bis 54 ist bereits leer gezogen und wird in diesem Jahr verschwinden.Foto: Jörn Tornow
Steht vor dem Abriss: Der Wohnblock Kiefernweg 51 bis 54 ist bereits leer gezogen und wird in diesem Jahr verschwinden.Foto: Jörn Tornow © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Olaf Gardt / 13.03.2018, 19:13 Uhr - Aktualisiert 14.03.2018, 11:42
Beeskow (MOZ) Im Mai wird in Beeskow der nächste Wohnblock abgerissen. Das Haus im Kiefernweg steht bereits leer. Der Abriss ist die letzte konkret feststehende Stadtumbaumaßnahme. Wie es mit diesem Umbauprozess weitergeht, soll bis zum Sommer diskutiert und beschlossen werden.

Langfristig werden die Wohnblöcke im Kiefernweg in ihrer jetzigen Form wohl keinen Bestand haben. Virginia Teichert, Geschäftsführerin der stadteigenen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (bwv) sagt, dass neue Mietverträge für Wohnungen in diesen Häusern nur noch befristet abgeschlossen werden. Die Befristung sei jedoch nicht mit einem konkreten Datum versehen, sondern mit dem Hinweis auf einen möglichen Abriss im Zuge des Stadtumbaus.

Die Wohnhäuser im Kiefernweg sind im Entwurf des neuen Stadtumbaukonzepts allesamt "Beobachtungsblöcke". Das heißt, man wird genau auf den Vermietungsstand schauen und dann entscheiden, ob und wann abgerissen wird. Fest steht, dass die Wohnungen im Block Kiefernweg 51 bis 54 verschwinden. Die bwv sucht derzeit die Firmen, die die Abbrucharbeiten im Frühjahr ausführen sollen. Das Haus steht bereits leer.

Weitere konkrete Abrisspläne gibt es nicht. Im neuen Stadtumbaukonzept heißt es, dass dies in den kommenden drei Jahren nicht nötig sei. Mittelfristig, in den Jahren 2025 bis 2030, sei jedoch auch unter optimistischen Annahmen wieder mit einem steigenden Wohnungsleerstand zu rechnen. Dann muss man auch wieder über Abriss nachdenken.

Die Gründe sind vielfältig. Grob gerechnet wird Beeskow bis 2030 zehn Prozent der Bewohnerzahl verlieren und dann knapp über 7000 Menschen zählen. Dafür steigt der Altersdurchschnitt. Es wird mehr pflegebedürftige Senioren geben, von denen immer mehr allein leben. Man braucht also kleinere Wohnungen, die barrierefrei bzw. behindertengerecht sind. Für diese Menschen wird schon derzeit auch von Privatinvestoren neu gebaut. Gleichzeitig gibt es Familien, die sich in Beeskow ihren Traum vom Eigenheim erfüllen werden. Aus all dem leiten die Planer ab, dass der Wohnungsüberhang in der Kreisstadt bis 2030 auf 430 Wohnungen ansteigt.

Für die bwv ist klar, dass es dann zuerst die beiden dem Unternehmen gehörenden Blöcke im Kiefernweg treffen wird. Zwei weitere Wohnhäuser dort gehören der Beeskower Wohnungsgenossenschaft. Genossenschaftsvorstand Dietmar Schulz sieht derzeit keinen Grund zum Abriss. "Wir haben praktisch alle unsere 360 Wohnungen vermietet", sagt er. Der Leerstand von drei Prozent sei der, den man für einen reibungslosen Ablauf von Weg- und Zuzügen brauche.

Ebenfalls unter Beobachtung steht im neuen Stadtumbaukonzept der Bahnhofsblock. Die obere Etage dort sei praktisch nicht mehr vermietbar, sagt Virginia Teichert. Auch in der Stadtverwaltung kann man sich einen Abriss des Gebäudes und eine Neubebauung des Areals vorstellen. In den Fokus des Stadtumbaus kommen dann die Häuser in Luch- und Rouanetstraße, in der Liebknecht- und Schützenstraße sowie Am Graben und in der Poststraße. Dort, so heißt es in dem Papier, werden in den kommenden Jahren 200 von 900 Wohnungen neu belegt werden müssen, da dort überdurchschnittlich viele Senioren wohnen. Derzeit gelinge die Neubelegung, was dafür spreche, dass auch jüngere Menschen diese Wohnungen schätzen. Niemand weiß aber, ob das so bleibe. Bürgermeister Frank Steffen, will das nach einer ersten Vorstellung im vergangenen Jahr vom StadtBüro Hunger noch einmal überarbeitete Stadtumbaukonzept jetzt im Aufsichtsrat der bwv und dann in den Gremien der Stadtverordnetenversammlung besprechen. Ob und wie es umgesetzt wird, soll bis zum Sommer feststehen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Paul Hubschmied 23.04.2019 - 19:42:11

... was bei Ihnen "nicht mehr vermietbar" ist, sollte bezüglich der oberen Etage mittels einen Kostenvoranschlags sachlich konkretisiert werden.

Ebenfalls unter Beobachtung steht im neuen Stadtumbaukonzept der Bahnhofsblock. Die obere Etage dort sei praktisch nicht mehr vermietbar, sagt Virginia Teichert. Auch in der Stadtverwaltung kann man sich einen Abriss des Gebäudes und eine Neubebauung des Areals vorstellen. Aber eine Nutzung durch Geringverdiener scheint Ihr Konzept ja auszuschließenl

Paul Hubschmied 23.04.2019 - 19:39:44

... was bei Ihnen "nicht mehr vermietbar" ist, sollte bezüglich der oberen Etage mittels einen Kostenvoranschlags sachlich konkretisiert werden.

Ebenfalls unter Beobachtung steht im neuen Stadtumbaukonzept der Bahnhofsblock. Die obere Etage dort sei praktisch nicht mehr vermietbar, sagt Virginia Teichert. Auch in der Stadtverwaltung kann man sich einen Abriss des Gebäudes und eine Neubebauung des Areals vorstellen.

Paul Hubschmied 23.04.2019 - 19:24:51

Wieviel kostet dann die Miete ... Frau Teichert (mit den guten Kontakten)...

Frage an die "Geschäftsführerin der stadteigenen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Eine "starke Gesellschaft" Frau Teichert .... Kann sich das eine Friseurin oder Krankenschwester oder Pflegekraft oder etc. leisten ??? Wie hoch sind denn nun mal die Mieten? Oder nur mal wieder für "besser Verdienende"?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG