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zu Giftanschlag auf Ex-Spion
Am Nullpunkt

Hendrik Bebber
Hendrik Bebber © Foto: MOZ
Meinung
Hendrik Bebber / 13.03.2018, 20:25 Uhr - Aktualisiert 13.03.2018, 21:04
Berlin (MOZ) Schon kursieren im Internet alte Karikaturen aus dem Krimkrieg (1853-1856), auf denen der britische Löwe dem russischen Bären die Zähne zeigt. Theresa Mays Anklage, dass "der russische Staat einen ungesetzlichen Gewaltakt gegen das Vereinigte Königreich ausübte", steht nur eine Stufe unter einer Kriegserklärung. Die Rhetorik beiseite gelassen waren die russisch-britischen Beziehungen wohl seit den achtziger Jahren nie so schlecht wie heute.

Die britische Premierministerin steht jetzt im Zugzwang, die angedrohten Sanktionen zu verhängen. Dabei ist sie auf eine internationale Allianz angewiesen, wenn sie wirklich die mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags treffen will. Doch dabei hat sie nicht die besten Karten. US-Präsident Trump ist ein Bewunderer Wladimir Putins, den er als "smart guy" bezeichnet, und die EU ist zur Solidarität mit seinem abtrünnigen Mitglied gefordert. Diese wurde May zwar zugesichert, doch gleichzeitig ist nicht nur die Bundeskanzlerin daran interessiert, den Minsker Friedensprozess mit Moskau wieder in Gang zu bringen.

Wladimir Putin genießt derweil Mays  "Zirkusnummer" - so die russische Regierungssprecherin -, während in London bereits die Möglichkeit eines "Cyberkriegs" gegen Russland diskutiert wird.

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Paul Müller 16.03.2018 - 18:34:25

Steter Tropfen hölt den russischen Stein ...

... könnte man denken, zumal sich einige der US-Senatoren (Fracking-States) jetzt auch noch „Sorgen“ um die europäische Energiesicherheit machen :D mich würde nicht wundern wenn da irgendeine US-Geheimdienstaktion am köcheln ist https://www.welt.de/wirtschaft/article174623904/Nord-Stream-2-US-Senatoren-wollen-Pipeline-verhindern.html

Horst Hahnemann 16.03.2018 - 11:45:38

@Werner Matzat

Ich verstehe auch nicht, warum ihr Kommentar gelöscht wurde. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ihre Beiträge zu langatmig sind und den Leser überanstrengen. Im Falle der Giftmordaffäre kann man sich z.B. sehr kurz fassen. In der Chemiewaffenkonvention ist festgelegt, wie ein solcher Vorfall behandelt werden muss, um zu einer „erfassbaren Rechtslage“ zu kommen, die dann eventuelle UN-Sanktionen auslösen kann. Mit Vierundzwanzig-Stunden-Ultimatum,wie Frau May sich das vorstellt, geht da überhaupt nichts.

Werner Matzat 16.03.2018 - 10:11:11

Wahrheits-Kommentar vom 15.03.2018 - 15:18:59 gelöscht? - Das Imperium schlägt zurück – Die Reaktion der „Qualitätsmedien"

Es ist erbärmlich, dass ausgerechnet ihre Presse nicht an der Wahrheit interessiert ist. Solche Artikel werden von ihrer "Qualitätspresse" gegen Putin in Stellung gebracht. Und Ihre Medien widersprechen nicht, obwohl es viele Gründe gibt, diesen Wirkungszusammenhang infrage zu stellen. Oder sind die wichtigen Ursachen für das Versagen am Wahrheitsgehalt bei Ihnen mangelnde Sachkenntnis und Primitivität des Denkens? Wollen Sie keinen Frieden oder bevorzugen Sie lieber Kriegszustände? Ich, jedenfalls nicht. Ich bevorzuge Friedenszeiten, mit einer Zukunft, nicht nur für meine Kinder!

Frank Schneider 15.03.2018 - 15:34:40

Immer wenn Britannien kurz vor der Staatspleite stand, wurde gezündelt

und man staunt jetzt über die vielen Kriegshetzer weltweit, die wohl annehmen, dass es für sie als Belohnung einen sicheren Platz in einem Bunker gäbe.

Horst Hahnemann 14.03.2018 - 15:06:33

Theresa May gegen Putin

Der Kommentator übertreibt wohl doch etwas mit seiner Behauptung, die Demarche der britischen Premierministerin an Russland stehe „nur einen Stufe unter einer Kriegserklärung“. Theresa May hat zwar in letzter Zeit häufiger zu den Verdacht erweckt, dass ihr Realitätssinn gelitten hat, trotzdem wird sie noch wissen, dass gegen Russland kein Krieg gewinnen ist, wahrscheinlich nicht einmal ein Cyberkrieg. Wie soll die Sache dann weiter gehen? Soll Putin sich als Giftmörder outen und das Vereinigte Königreich um Verzeihung bitten? Soll er seine Schandtat büßen und eine Strafe bezahlen? Oder müssen auf jeden Fall Sanktionen her, die das gesamte russische Volk bestrafen? Noch ist Großbritannien EU-Mitglied und kann auf Solidarität rechnen. Die ist bisher allerdings recht verhalten ausgefallen. Und auf sich allein gestellt kann Theresa May nun wirklich nicht viel ausrichten. Da wird ihr Gegenangriff zur Lachnummer, oder zur Zirkusnummer, wie die Russen spotten. Diesen Aspekt des Brexits haben die Briten wohl noch gar nicht so richtig bedacht.

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