Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Exkursion von Schülern der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule und des Gymnasiums / Deutsch-polnisch-französische Jugendbegegnung

Reise
Angermünder Botschafter der Versöhnung in Paris

Vor dem Eifelturm: Angermünder Schüler des Gymnasiums und der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule waren zu einer Geschichts- und Musikexkursion eine Woche lang in Paris.
Vor dem Eifelturm: Angermünder Schüler des Gymnasiums und der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule waren zu einer Geschichts- und Musikexkursion eine Woche lang in Paris. © Foto: Dorothea Janowski
Daniela Windolff / 13.03.2018, 22:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Eine Reise nach Paris erlebten kürzlich Schüler des Einstein Gymnasiums und der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule. Sie waren zu einem Jugendtreffen im Rahmen eines Geschichts- und Musikprojektes in die französische Metropole eingeladen. Die Angermünder Musikschule unterhält seit einigen Jahren freundschaftliche Beziehungen zum Pariser Gymnasium "Jeanne d' Arc in Colombes" und durfte 2013 schon einmal zu einer Konzert- und Bildungsreise nach Frankreich fahren. Ein zweiter Besuch musste wegen der Terroranschläge in Paris abgesagt werden. Doch in diesem Jahr klappte es endlich wieder, auch dank der Unterstützung des Vereins Association Monphi, ein deutsch-polnisch-französisches Projekt, das die Völkerverständigung und Versöhnung dieser drei Nationen durch persönliche Kontakte und Jugendaustausche fördern will.

In diesem Jahr stand die Ehrung des katholischen Seelsorgers und Widerstandskämpfers Franz Stock im Mittelpunkt, der während des zweiten Weltkrieges Juden versteckte, als Gefängnisseelsorger in Paris wirkte, dort zum Tode verurteilte Kriegsgefangene begleitete und sich für sie einsetzte. Franz Stock wurde selbst nur 44 Jahre alt und starb 1948 an Entkräftung.

"In Frankreich wird Stock sehr verehrt. Er ist Symbolfigur für die Aussöhnung. Zu seinem 70. Jahrestag wurde ihm zum Gedenken eine große festliche Zeremonie veranstaltet, an der wir teilnehmen und auch musizieren durften", erzählt Musikschulleiterin Dorothea Janowski, die die Kontakte nach Paris und die Reise organisierte. Die Schüler hatten sich zuvor auf diese Exkursion in der Projektwoche des Gymnasiums vorbereitet, zu der auch Musikschüler aus der Puschkinschule und der Freien Schule kommen konnten. Gemeinsam mit dem Religionslehrer Wolfgang Rall, dem Musiklehrer des Gymnasiums Matthias Mehnert sowie Marek Stawniak, Lehrer mit polnischen Wurzeln an der Musik- und Kunstschule sowie Dorothea Janowski erforschten sie die Geschichte und studierten ein musikalisches Programm mit deutschen, polnischen und französischen Liedern für die Festveranstaltungen in Frankreich ein. "Ich muss dem Kollegium des Einstein-Gymnasiums großen Dank zollen, dass so eine Kooperation der Angermünder Schulen für dieses aufwendige Projekt möglich war", sagt Dorothea Janowski.

Für die Schüler war die einwöchige Reise ein emotional bewegendes und unvergessliches Erlebnis. Übernachtet haben sie in französischen Gastfamilien. Die erste Station führte nach Arnsberg-Neheim, dem Geburtsort Stocks, wo ein Festgottesdienst zu seinem 70.Todestag stattfand, der sogar vom ZDF live übertragen wurde. Dort hatten die Angermünder ihren ersten Auftritt. Auch verschiedene Wirkungsstätten Stocks und natürlich auch Sehenswürdigkeiten in Paris wurden besucht.

Höhepunkt der Reise war die Gedenkzeremonie in der mächtigen Kathedrale von Chartré bei Paris mit vielen Staatsgästen und Opferverbänden, wo die Angermünder gemeinsam mit ihren französischen und polnischen Freunden Briefe aus den Todeszellen auf deutsch, polnisch, französisch und katalanisch lasen, die Franz Stock aufbewahrt hatte, und das Programm musikalisch umrahmten. Dafür hatten sie unter anderem ein französisches Partisanenlied einstudiert und Beethovens "Ode an die Freude" in mehreren Sprachen gesungen.

Ausschnitte aus diesem bewegenden Programm und Bilder der Parisreise zeigen die Schüler bei der diesjährigen öffentlichen Einstein-Gala am Freitag um 18 Uhr.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG