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Biesenthaler Elterninitiative will in der Naturparkstadt Biesenthal eine Einrichtung mit 18 Plätzen eröffnen

Betreuung
Ein Kindergarten im Wald

Spaß im Wald: Katharina Rafoth (l.) und Sarah Apt arbeiten in der Elterninitiative zur Gründung einer Wald-Kita mit. Kolja (l., 2) und Ava (2) sind bei (fast) jedem Wetter gern in der Natur.
Spaß im Wald: Katharina Rafoth (l.) und Sarah Apt arbeiten in der Elterninitiative zur Gründung einer Wald-Kita mit. Kolja (l., 2) und Ava (2) sind bei (fast) jedem Wetter gern in der Natur. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 14.03.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 14.03.2018, 11:49
Biesenthal (MOZ)

Die Kinder einer Waldkita halten sich die meiste Zeit ihres sechsstündigen Kita-Tages in der Natur auf. Wie Mitinitiatorin Catharina Rafoth berichtet, gibt es eine Schutzhütte, auch Waldkinderwagen genannt. Wenn die Kinder von ihren Eltern gebracht werden, treffen sie sich dort mit den Erzieherinnen und werden von der Schutzhütte auch wieder abgeholt. Auch bei Stürmen und extremen Wetterlagen halten sie sich dort auf. Darüber hinaus aber wird täglich rund vier Stunden im Wald gespielt, gemalt, gebastelt, werden Projekte und Experimente mit Naturmaterialien durchgeführt. Es gibt einen Morgen- und einen Abschlusskreis, bei denen die zurückliegenden Erlebnisse besprochen und die nächsten Vorhaben wie beispielsweise Besuche bei der Feuerwehr, in einer Kirche, im Rathaus oder im Museum geplant werden.

Im September 2017 trafen sich erstmals sieben Eltern. Ihr Projekt für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung weist nicht von ungefähr eine Reihe von Ähnlichkeiten mit bestehenden Einrichtungen in Biesenthal auf. So sind die Kinder der Wukaninchen-Kita an der Ruhlsdorfer Straße schont jetzt an drei Tagen in der Woche im Wald unterwegs. "Unsere 18 Plätze sind jedoch alle belegt und wir haben eine lange Warteliste", sagt Almuth Kunze, Vorstand des Trägervereins Wukaninchen. "Eine Waldkita passt perfekt zu uns und wäre eine super Ergänzung."

Die Eltern der Initiativgruppe streben eine Trägerschaft unter dem Dach von "Wukaninchen" an. Die Gespräche laufen, die Initiativgruppe erhält eine regelmäßige wöchentliche Unterstützung bei der Planung ihres Vorhabens. Dabei geht es auch um Synergie-Effekte wie beispielsweise beim Personal. Die Wukaninchen-Kita wird im September ihr fünfjähriges Bestehen feiern. Im Gegensatz zur angestrebten Waldkita nimmt sie auch Krippenkinder auf.

Außerdem kooperiert die Wald kita-Initiative mit der Freien Naturschule Barnim in Biesenthal, die der Verein "wild frei grün" zum laufenden Schuljahr in der Grünstraße als Träger eröffnet hat. Mit der Eröffnung des Waldkindergartens bestehe dann die Möglichkeit, so Catharina Rafoth, dass die Kinder von der Kita über die Grund- und weiterführende Schule in der Grünstraße durchgängig Einrichtungen besuchen, die sich am natürlichen Lernen orientieren.

Neben dem Bezug zur Natur spielen hierbei auch reformpädagogische Ansätzen und ein achtsames, respektvolles Miteinander eine Rolle. Auf die individuelle Entwicklung und Förderung der Sprachkompetenz, des Sozialverhaltens und des Regelverständnisses wird dabei ebenso Wert gelegt wie auf die kulturelle Bildung und ästhetische Erziehung sowie die Entwicklung des ökologischen Verständnisses.

Wie Catharina Rafoth sagt, wird der Ankauf von zwei Waldkinderwagen angestrebt. Einer soll als Ruhe-, der andere als Kreativbereich dienen. Einen Standort für sie gibt es noch nicht. Auch hierzu gebe es Kontakte zu Stadt und Verwaltung. Die Wagen haben eine Fläche von etwa drei mal acht Metern und sind beheizbar. In einem Wagen ist eine Möglichkeit zur Wassererhitzung vorgesehen. Einen Standort gibt es allerdings noch nicht, hierzu laufen Gespräche mit Stadt und Verwaltung.

Ein neuer Waldkinderwagen koste etwa 35000 bis 40000 Euro, so Catharina Raforth. Die Initiative hofft, dass die Finanzierung mit Unterstützung einer Stiftung, mit Mitteln der Eltern und mit Fördermitteln gedeckt wird. Zudem ist die Aufstellung einer Kompost-/Trockentoilette vorgesehen.

Wie beliebt ein Platz in einer Waldkita ist, zeigen die vorliegenden 15 Anmeldungen. Sarah Apt hat ihre zweieinhalbjährige Tochter Ava bereits angemeldet. Sie wohnt in Berlin-Kreuzberg. Als sie über Bekannte von der Naturschule auf die Gründung der Kita aufmerksam wurde, stand ihre Entscheidung, in der Initiative mitzuarbeiten fest. Um ihrer Tochter den Besuch der Kita ab dem Sommer zu ermöglichen, will sie nach Biesenthal ziehen und sucht dort eine Wohnung.

Wie bei allen freien Trägern entsprechen die Elternbeiträge für einen Kitaplatz der kommunalen Gebührensatzung. In den Sommerferien und Weihnachten wird es gleichfalls Schließzeiten geben.

Kontakt: Per E-Mail an waldkita@wukania.net, Telefon: 0176 70008757

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