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Neu im Eberswalder Zoo: Junger weißer Löwe / Nur wenige wildlebende Exemplare

Zoo
Seltene Schönheit

Klare Ansage: Der junge Löwe muss sich an Besucher an sein Gehege noch gewöhnen. Sein Fauchen ist eine Drohung. Bis der Trubel losgeht, hat das Tier noch ein bisschen Zeit.
Klare Ansage: Der junge Löwe muss sich an Besucher an sein Gehege noch gewöhnen. Sein Fauchen ist eine Drohung. Bis der Trubel losgeht, hat das Tier noch ein bisschen Zeit. © Foto: Andreas Gora
Julia Lehmann / 14.03.2018, 22:30 Uhr - Aktualisiert 16.03.2018, 12:46
Eberswalde (MOZ) Ein sensibles und schüchternes Tier ist der neueste Zugang des Eberswalder Zoos. Deshalb hat Direktor Bernd Hensch eine Weile gewartet, bis er den etwas mehr als ein Jahr alten weißen Löwen der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Tier soll sich an Pfleger Uwe Fanke und das neue Umfeld erst gewöhnen. Etwas verunsichert streift es durch sein Gehege, auf der Suche nach einem Rückzugsort. Den findet der Löwe normalerweise im Inneren der Löwenanlage. Um das Tier aber vor die Linse zu bekommen, hat der Pfleger den Eingang zur Höhle kurzzeitig versperrt. Durch Fauchen macht der Löwe seinen Unmut deutlich - wenn auch nur halbherzig. Nach anfänglicher Aufregung lässt sich der junge Löwe auf einem Vorsprung nieder.

Wirklich bedrohlich wirkt das noch namenlose Tier noch nicht. Die Mähne muss erst noch wachsen. Ein paar längere Fransen am Hals und Nacken deuten sie aber bereits an. Außerdem ist das Tier gerade im Zahnwechsel. Nach und nach verliert er die Milchzähne, neue schieben nach. Das kann auch bei Löwen ganz schön nerven. Umso besser, dass der große Besucheransturm im Zoo noch ausbleibt. "Eine gute Jahreszeit, um sich einzugewöhnen", meint Paulina Ostrowska, Leiterin der Zooschule.

Bereits Anfang Dezember kam der afrikanische Löwe aus einer Magdeburger Einrichtung in den Barnim. Durch einen Gendefekt besitzt das Tier sehr helles Fell. Eine seltene Schönheit. Nur 13 in freier Wildbahn lebende weiße Löwen gibt es, sagt Paulina Ostrowska. Man vermutet, dass der Ursprung seines Genpools im Krüger Nationalpark im Nordosten Südafrikas liegt. "Dort leben die meisten weißen Löwen", ergänzt Uwe Fanke. Ob die Farbe für seine Artgenossen im Zoo einen Unterschied macht? "Unter Tieren gibt es keinen Rassismus", antwortet Fanke und schmunzelt. Etwas, das Tiere uns Menschen voraushaben.

Die beiden Löwinnen leben bislang noch in einem getrennten, aber angrenzenden Gehege. "Sie würden ihn kaputt machen", erklärt Fanke. Das junge Männchen gehöre noch nicht zur Gruppe. Würden sie ihn zu den Weibchen lassen, könnten sie den unerfahrenen Löwen verletzen.

Um das zu vermeiden, gewöhnen sich die Tiere zunächst aneinander, indem sie sich eine Zaunseite teilen und sich so riechen und hören können. "Im Sommer können wir vielleicht schon eine Zusammenführung wagen", sagt Uwe Fanke. Auch die Paarungsbereitschaft der Weibchen spiele bei der Akzeptanz fremder männlicher Löwen eine Rolle. "Wir beobachten die Tiere ja ständig", so Fanke.

Der Zoo sammelt Namensvorschläge für den jungen Löwen: zooschule@eberswalde.de, Tel. 03334 22809

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