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Bilanz
Feuerwehr mit deutlich mehr Einsätzen

Die Zahl der Einsätze der Feuerwehr in Nauen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.
Die Zahl der Einsätze der Feuerwehr in Nauen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. © Foto: Stähle
Norbert Faltin / 15.03.2018, 22:22 Uhr
Nauen (MOZ) Die Feuerwehrleute in Nauen hatten im vergangenen Jahr besonders viel zu leisten. Zwei große Sturmtiefs und die Starkregenfälle im Sommer ließen die Zahl der Alarmierungen in die Höhe schnellen. Am Dienstag stellte die Feuerwehrleitung die Jahresbilanz im Rathaussitzungssaal vor.

"Im Jahr 2017 wurde die Feuerwehr insgesamt 519mal alarmiert. Zum Vergleich: 2016 gab es 349 Alarmierungen. Der sprunghafte Anstieg ist mit den zwei Stürmen Herwart und Xavier sowie der Starkregenperiode zu erklären, welche den Kameradinnen und Kameraden die vielen Mehreinsätze bescherte", erläuterte Stadtwehrführer Jörg Meyer. In seiner Jahresstatistik zählt er 246 aktive Mitglieder, von denen 49 weiblich sind. 83 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr, davon sind 36 Mädchen. Und in der Alters-Ehrenabteilung gibt es 74 Mitglieder. "Der Mitgliederrückgang konnte 2017 aufgehalten werden, und wir können sogar einen leichten Anstieg der Mitgliederzahlen verzeichnen", sagte der Feuerwehrchef. In seiner Präsentation beleuchtete Meyer auch die verschiedenen Einsatzarten, zu denen auch zwei Pkw-Brände in der Feldstraße gehörten, oder aber der Gefahrstoffeinsatz, bei dem man die Kameraden in Brieselang unterstützt habe, so Meyer. Nico Pomrehn, Ortswehrführer der Einheit Nauen, schilderte gemeinsam mit den Kameraden der drei weiteren Löschzüge, die vielen Details der Einsätze, welche in der Jahresstatistik auftauchen. "Das Sturmtief Xavier im Oktober ließ unseren Löschzug 69mal ausrücken, Sturmtief Herwart neunmal", so Pomrehn. Ein großes Ärgernis ist in Augen von Jörg Meyer die immer noch steigende Zahl von Türnotöffnungen, von denen es 26 - davon allein 18 in der Kernstadt Nauen - gab. Fehlalarme gab es 32mal. "Auch die falsche Anwendung einer Farbspraydose in einem öffentlichen Gebäude kann einen Fehlalarm auslösen", ergänzte Meyer.

Nauens Bürgermeister Manuel Meger (LWN) bekannte sich in seiner Begrüßung zu allen elf Standorten der Feuerwehr. Er sicherte der Feuerwehr seine Unterstützung zu, wie beispielsweise beim Nauener Laternenfest, das im Herbst mit Lagerfeuer und Höhenfeuerwerk rund 3000 Besucher von nah und fern anzieht und auch von den Feuerwehren der Ortsteile unterstützt wird. Retten, Löschen, Bergen, Schützen und auch die Mitgliedergewinnung gehört in Zukunft zu den Aufgaben der Feuerwehr. Die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute lässt die Bürger nachts ruhig schlafen. Betrachtet man dann noch die zahlreichen kulturellen Nebenschauplätze, wie Osterfeuer, Hofweihnacht, Laternenumzüge, Erntefeste, oder Kinderfeste, an denen die Feuerwehr mit Rat und Tat zur Seite steht, dann erkennt man die Rolle der Feuerwehr im kulturellen Zentrum des Gemeinschaftslebens. Und auch die Aus- und Weiterbildung eines Feuerwehrmannes oder einer Feuerwehrfrau nimmt viel freie Zeit in Anspruch - oft zu Lasten des Familienlebens.

Kreisbrandmeister Lothar Schneider lobte ausdrücklich die Nauener Wehr als eine der stärksten und zuverlässigsten im Havelland. "Nauen hat seit 2009 einen hauptamtlichen Feuerwehrberater, Heiko Nagel, der in den Kitas und Grundschulen unterwegs ist, um langfristig Nachwuchs zu sichern", sagte Schneider anerkennend. Großen Zuspruch fand bei den Feuerwehrleuten jüngst das Führungskräfteseminar in Bollmannsruh. Die Stadt Nauen finanzierte diesen Lehrgang für die Führungskräfte, bei dem es vieles - auch zu den Themen Kommunikation und Konfliktbewältigung - zu lernen gab. Zukünftig will man sich jährlich zu diesem Seminar versammeln, bei dem man "untereinander in Schwung gekommen ist", wie ein Teilnehmer bestätigte. So freuen sich die Teilnehmer des Seminars seither auch über eine bessere Zusammenarbeit.

Ilona Pagel vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit der Stadt Nauen sieht indes die Funktion der Zentralen Jahresdienstversammlung der Feuerwehr Nauen als sehr gute Errungenschaft, die auch von den Stadtverordneten unterstützt werde. "Ich bin froh, dass sich die Idee so gut entwickelt hat und die Feuerwehr nun als Ganzes ihre erbrachten Leistungen abrechnet. Dadurch sind wir sehr gut aufstellt. Wir dürfen uns aber jetzt nicht ausruhen und müssen für die Zukunft prüfen, wie wir der Politik eine bedarfsgerechte Entwicklung der Feuerwehr vorschlagen, die auch finanzierbar ist." Man müsse sich mit dem Positionspapier des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg auseinandersetzen, so Pagel. Der Feuerwehrverband hatte jüngst sein Positionspapier mit Forderungen an die Politik veröffentlicht. Es enthält Ergebnisse und Vorschläge aus den Regionalkonferenzen unter dem Motto "Wir für Brandenburg - das Feuerwehrnetz der Zukunft".

Für Stadtwehrführer Meyer gehöre es daher in diesem Jahr zu den Schwerpunktaufgaben neben der Stellungnahme zum Positionspapier, weiterhin die Mitgliederwerbung in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen. Wir müssen die Zusammenarbeit der Einheiten in den Löschzügen intensivieren und dabei die Zusammenarbeit der Löschzüge stärken", unterstrich Meyer. Auch die Neugründung einer Jugendfeuerwehr in Tietzow müsse vorangetrieben werden. Übrigens: Der Einladung zur 4. Zentralen Jahresdienstversammlung sind auch Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung gefolgt. Sie nutzten die Versammlung zum Austausch, sprachen viel Lob und Anregungen aus.

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