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Konzertreihe im Kulturbahnhof Biesenthal stellt Lehrer der Neuen Musikschule Bernau vor

Konzert
Brillanter Jazz auf mittlerer Temperatur

Brillieren durch feinste Instrumentenbeherrschung: Marc Torbohm an der Gitarre und Steven Tailor - hier mit der Trompete
Brillieren durch feinste Instrumentenbeherrschung: Marc Torbohm an der Gitarre und Steven Tailor - hier mit der Trompete © Foto: Klaus Kleinmann
Klaus Kleinmann / 19.03.2018, 06:40 Uhr
Biesenthal (MOZ) Der Kulturbahnhof Biesenthal hat einen eingebauten Spaßfaktor, manch einer wird ihn daher als seinen kulturellen Heimatbahnhof betrachten. Vielleicht gehört auch Christine Trinks von der Neuen Musikschule Bernau dazu, die auf die Idee kam, im Kulturbahnhof eine Reihe von Konzerten zu veranstalten, bei denen das Lehrpersonal der Schule seine Kunst und sein Können zum Besten geben kann.

Der erste dieser Abende ging am Sonnabend unter dem Titel "Red Wine - Barrel Aged" mit Marc Torbohm an der Gitarre und Steven Tailor an diversen Blasinstrumenten über die Bühne. Helge Schwarz vom Organisationskomitee erwähnte in seiner Anmoderation das Lampenfieber, das auch einen Lehrer vor dem Auftritt erfassen kann. Damit mag er recht gehabt haben, denn die beiden Musiker kamen ein wenig steif daher. Dazu bestand allerdings keinerlei Grund, denn beide sind Vollblut-Profis. Sie hatten für diesen Abend eine Reihe von Kompositionen von Steven Tailor ausgewählt, die er in einem Sammelband veröffentlicht hat. Zum Teil sind diese von südamerikanischen Klängen und Rhythmen beeinflusst, firmieren aber alle unter der großen Überschrift "Jazz". Das klingt für den deutschen Geschmack nicht unbedingt nach Schmuse- und Schunkelmusik, aber so virtuos dargebracht wie von dem Duo Torbohm/Tailor wird es zum Ohrenschmaus der Extraklasse.

Beide Musiker brillieren durch feinste Instrumentenbeherrschung. Marc Torbohm, der seiner Gitarre in allen Lagen, Tempi und Rhythmen die erstaunlichsten Effekte entlockt, bringt jeden Hobby-Gitarristen zur Verzweiflung. Steven Tailor gehen Tenor- und Sopransaxophon, Flöte und Trompete mit gleicher Leichtigkeit von der Hand. In manchen Stücken wechselt er sogar die Instrumente und holt ab und zu auch noch den E-Bass heraus. Da kann es einem schon schwindelig werden. Vor allem die Stücke an den Saxophonen gelangen hinreißend schön.

Das Publikum lauschte mit Spaß und wie gebannt, man applaudierte lang und herzlich.Trotzdem sprang der Funke nicht so weit über, dass der Saal ins Kochen geraten wäre. Ein Schlagzeug hätte der Sache wohl noch mehr Schwung verpasst, eine spontanere Kommunikation der Musiker mit dem Publikum sicher auch. Der wahre Entertainer ist auf der Bühne ein Sonnenschein - Marc Torbohm und Steven Tailor arbeiten mit Hochdruck daran.

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