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Gut besuchte Auftaktveranstaltung von „Nachbarn bei Nachbarn - Berliner Künstler lesen in Brandenburgs Dorfkirchen

„Nachbarn bei Nachbarn“
Staunende Großstädter erkunden Trebnitz

Cornelia Link-Adam / 21.03.2018, 14:47 Uhr
Trebnitz 60 Großstädter und ein paar Einheimische sind am Sonntag auf Einladung der Stiftung Zukunft Berlin zur Auftaktveranstaltung 2018 der Reihe „Nachbarn bei Nachbarn - Berliner Künstler lesen in Brandenburger Dorfkirchen“ nach Trebnitz gekommen.

Landpartie der Berliner könnte man die Veranstaltung auch nennen, zu der die Stiftung Zukunft Berlin eingeladen hatte. Sie setzt sich seit 2013 dafür ein, dass sich die Bewohner beider Bundesländer besser kennen lernen. Mehr als 30 Lesungen gab es bereits, nun folgte der Auftakt für acht weitere in 2018 in Trebnitz. Dazu kam man über das Stiftungsmitglied Prof. Detlef Karg, ehemaliger Direktor und Landeskonservator vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, der hier schon oft arbeitete.

Los ging es im schönsten Sonnenschein bei Sturmböen und Kälte zur Mittagszeit an der Dorfkirche. Über deren Geschichte, auch die Umbauten und die moderne Ausstattung informierte Pfarrerin Karin Bertheau gern die rund 60 Gäste, darunter auch ein paar Einheimische. Auch wenn die Trebnitzer Kirche klein sei, es auch nur 35 Kirchgänger aktuell hier gebe, gebe es doch viele Einwohner, die sich gern im Gemeindeleben einbringen. Über den guten Zulauf freute sich auch Volker Hassemer, in den 1980-er Jahren Senator für Stadtentwicklung, Umwelt und Kultur und nun Vorstandsmitglied der Stiftung. Er begrüßte untern den Gästen Andreas Graf von Hardenberg, Mitglied des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten.

Spontan berichtete aber auch noch Gemeindekirchenrats-Mitglied Gisela Kitzmann über die moderne Kunst (Fensterbilder, Teppich) im Gotteshaus und die verglaste Winterkirche. Zwar habe seit 2017 eine Funkuhr, noch fehle aber das elektrische Glockengeläut. Dafür bat man um Spenden.

Darius Müller, Leiter des mehr als 25 Jahre bestehenden Bildungs- und Begegnungszentrums Schloss Trebnitz, führte die Gruppe danach von der Kirche zum und durchs große Herrenhaus. Nebenan hat sich die Alte Schmiede als Ort für öffentliche Schlossgespräche etabliert, auch gibt es hier viele Feste, und sogar der Dorfkonsum mit regionalen Produkten war geöffnet. Dass man auf dem Areal auch das Institut für Heilpädagogik findet und gegenüber die Scheune bald zum Versammlungsraum für 200 Personen ausgebaut wird, fanden viele interessant. Einer der das Schloss noch als Schule kennt, ist Wilfried Schober (77) aus Trebnitz. Später war er hier sogar Hausmeister, berichtete er und kümmert sich seit sieben Jahren als einer der „Parkhelden“  ehrenamtlich um Pflanzen und Wege.

Die Großstädter staunten über das mondäne Haus, ließen sich in der Pause von der deutsch-polnischen Schülerfirma „Zum Glück“ mit Kaffee und Kuchen bewirten. Toll fanden die Besucher auch das Gustav-Seitz-Museum im ehemaligen Waschhaus. Die Besucher ließen sich von Wolfgang van Gulijk die Werke des Malers und Bildhauers zeigen, ihnen gefiel auch die bis Ende April laufende Sonderausstellung mit Plastiken von Ernst Barlach toll. „Wir hatten seit der Eröffnung im September gut 600 Besucher hier“, erzählte van Gulijk.

Da Trebnitz bei Fontanes Wanderungen durch Brandenburg zwar kein Thema war, dafür aber das benachbarte Jahnsfelde, legte die Berliner Schauspielerin Franziska Krohl bei der abschließenden Lesung im Schlosssaal den Fokus auf Briefe von Fontane und Kleist um Jahnsfeldes Ritter Ernst von Pfuel. Viel Applaus gab es dafür. „Wir wussten gar nicht, was für ein Schatz hier ist“, lobten Bärbel und Georg Kluczka aus Berlin. Oft besuchen sie die Lesungen, um Brandenburg besser kennenzulernen. Bald wollen sie mit Freunden Trebnitz wieder besuchen kommen.

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