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Die Bundesregierung besteht auf Aufklärung

Soziales Netzwerk
Facebook will Nutzer informieren

Berichtet von einem offenen und kontroversen Gespräch: Justizministerin Katarina Barley (SPD) nach einem Treffen mit Vertretern von Facebook. ⇥
Berichtet von einem offenen und kontroversen Gespräch: Justizministerin Katarina Barley (SPD) nach einem Treffen mit Vertretern von Facebook. ⇥ © Foto: dpa/Kay Nietfeld
Igor Steinle / 26.03.2018, 20:30 Uhr
Berlin (MOZ) Im Skandal um die unerlaubte Nutzung der Daten von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern hat sich der Konzern verpflichtet, alle Betroffenen zu informieren. Das sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) am Montag nach einem Gespräch mit Vertretern des weltgrößten sozialen Netzwerks.

Facebook soll in Zukunft zudem deutlich stärker kontrolliert werden: „Versprechen reichen uns nicht mehr.“ Das Verhalten des Unternehmens sei „nicht tolerabel“, bekräftigte die Ministerin nach einem „langen, intensiven und kontroversen“ Gespräch. Barley teilte außerdem mit, dass von den 300 000 Nutzern, die eine problematische Umfrage-App runtergeladen hatten, rund 3000 aus Europa stammen. Wie viele Deutsche darunter sind, ist noch unklar. Facebook wolle die Zahlen nachreichen, sagte die Ministerin. Die Bundesregierung bestehe auf Aufklärung.

In dem Skandal geht es um die unerlaubte Nutzung der Informationen von Millionen Facebook-Nutzern durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Sie hatte die Daten von einem britischen Professor bekommen, der eine App mit einer Psychologie-Umfrage auf die Facebook-Plattform brachte. Nach der damaligen Funktionsweise von Facebook hatte die App des Professors auch Zugang zu einigen Informationen der Freunde der Umfrage-Teilnehmer bekommen, etwa deren Likes und Interessen.

Tabea Rößner (Grüne), Mitglied im Justiz- sowie Digitalausschuss des Bundestags, kritisiert das Treffen als „reine Showveranstaltung“: „Jetzt kommt Facebook reumütig um die Ecke, nachdem es sich jahrelang kein bisschen um Datenschutz geschert hat“, sagte sie dieser Zeitung. Die Bundesregierung habe genauso lange tatenlos zugesehen und setze „die wenigen Druckmittel, die sie in der Hand hat, nicht ein“.

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Norbert Wesenberg 27.03.2018 - 07:02:45

Man tut so als ob man täte

Ja Frau Barley, dann setzen Sie mal „die wenigen Druckmittel, die sie in der Hand haben", endlich ein, anstatt sich von Zuckerberg auf der Nase herum tanzen zu lassen. Ein erhobener Zeigefinger gegenüber "unseren amerikanischen Freunden" wird da nicht reichen als "Druckmittel". Das beste Druckmittel ist wohl seine Account bei Facebook dauerhaft zu löschen. Und das verfehlt seine Wirkung garantiert nicht und geht schneller als ein Furz aus dem Justizministerium entweichen kann.

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