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Landratskandidaten stehen in Eberswalde Rede und Antwort / Nur CDU-Bewerber behält Höhe seines Wahlkampfbudgets für sich

Infrastruktur
Fünffaches Bekenntnis zur Schleusen-Übernahme

Die Wähler im Blick: Im Saal des Bürgerbildungszentrums sitzen Sven Weller, Mark Matthies, Othmar Nickel, Moderator Martin Hoeck, Daniel Kurth und Michael Luthardt (v. l.) im Podium. Das Publikum ist gut gemischt und zum Fragen aufgelegt. Die Veranstaltung dauert gut zweienhalb Stunden.
Die Wähler im Blick: Im Saal des Bürgerbildungszentrums sitzen Sven Weller, Mark Matthies, Othmar Nickel, Moderator Martin Hoeck, Daniel Kurth und Michael Luthardt (v. l.) im Podium. Das Publikum ist gut gemischt und zum Fragen aufgelegt. Die Veranstaltung dauert gut zweienhalb Stunden. © Foto: Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 30.03.2018, 22:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auf Einladung des FDP-Ortsverbandes haben die fünf Bewerber um das Amt des Barnimer Landrates am Mittwochabend Interessierten Rede und Antwort gestanden. Zu den spannendsten Themen gehörten die Zukunft des Finowkanals, die B 167 neu und die Höhe der Wahlkampfbudgets.

Mehr als 80.potenzielle Wähler hatten sich im Saal des Bürgerbildungszentrums eingefunden - so viele, dass sogar extra Stühle herbeigeschafft werden mussten. Aus dem Publikum, von dem souverän moderierenden FDP-Stadtverordneten Martin Hoeck und von allen fünf Kandidaten kam der eindringliche Appell, am 22 April unbedingt wählen zu gehen, um die Entscheidung über den neuen Barnimer Landrat nicht dem Kreistag oder gar, wie vor acht Jahren, dem Losglück zu überlassen.

Das waren die drei wichtigsten Fragen und die Antworten darauf:

Wie stehen Sie zu einer Übernahme der Schleusen durch die Region und sollte der Kreis Mitglied im zu gründenden Zweckverband werden?

Othmar Nickel, CDU: „Der Landkreis muss sich mutig an die Spitze der Bewegung stellen. Die Kommunen allein wären überfordert. Der Finowkanal hat ein enormes Potential, das es zu nutzen gilt.“

Daniel Kurth, SPD: „Der Kreis engagiert sich bereits. Jede rechtliche Konstruktion, die den Kommunen das Ja-Sagen erleichtert, ist prüfenswert. Doch der Bund darf nicht so einfach aus seiner Verantwortung entlassen werden. Die Verhandlungen müssen mit dem Ziel fortgesetzt werden, mehr Geld für die Kommunen herauszuholen.“

Sven Weller, BVB/Freie Wähler: „Der Finowkanal bietet sich als Pilotprojekt an, die Region zu einen. Da darf der Kreis nicht außen vor bleiben.“

Mark Matthies, Bürgerfraktion Eberswalde: „Die Gemeinden können die Kosten nicht allein tragen. Der Landkreis sollte sie weiter und stärker unterstützen. Das zahlt sich für die Region am Ende aus. Also ein klares Ja zum Schulterschluss mit den Gemeinden!“

Michael Luthardt, Bündnis 90/Die Grünen: „Unsere Fraktion hat im Kreistag und im Stadtparlament alle Finowkanal-Beschlüsse mitgetragen. Das heiße ich ausdrücklich gut. Ich bin allerdings eher ein Freund der Schiffbarkeit mit Muskel- als mit Motorkraft. Wer mit dem Kanu kommt, gibt vor Ort mehr Geld aus, als der Tourist, der mit der Yacht hier durchfährt.“

Wie sollte es mit der Ortsumgehung für die B 167 weitergehen?

Michael Luthardt: „Das Planfestellungsverfahren zeigt, dass das Projekt viele Tücken hat. Die Auswirkungen der angestrebten Trassenführung gehören auf den Prüfstand.“

Mark Matthies: „Seit Jahrzehnten wird zum Thema diskutiert. Sind die der Planung zugrunde liegenden Verkehrsströme noch aktuell? Gibt es keine Alternativen? Das muss genau beleuchtet werden.“

Sven Weller: „Wenn wir den Busverkehr deutlich ausbauen und die Radwege ertüchtigen, können wir Eberswalde auch ohne teure Ortsumgehung entlasten.“

Daniel Kurth: „Die Planung für die B 167 neu ist durch den Bund so weit vorangetrieben worden, dass es nicht sinnvoll wäre, diese Infrastrukturmaßnahme aufzugeben. Die Ortsumgehung bringt aber nur etwas, wenn dem ersten Bauabschnitt umgehend der zweite folgt. Und wenn ausreichend für Schallschutz und Ausgleichsmaßnahmen gesorgt ist.“

Othmar Nickel: „Die Ortsumgehung muss den Einwohnern Vorteile verschaffen. Wenn sie vor dem Eberswalder Rathaus endet, so wie dies beim ersten Bauabschnitt der Fall ist, erscheint mir das unklug.“

Wie hoch ist Ihr Budget für den Landratswahlkampf?

Mark Matthies: „5000 Euro.“

Sven Weller: „Etwa 11 000

Euro.“

Daniel Kurth: „Um die

23 000 Euro.“

Michael Luthardt: „3000 Euro.“

Othmar Nickel: „Der Betrag ist so hoch, dass wir konkurrenzfähig sind. Eine Zahl nenne ich öffentlich nicht.“

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